Bad Kissingen

Bad Kissingen: Azubi-Netzwerk plant Projekte

Ein Netzwerktreffen "Azubis finden und binden" hat in Bad Kissingen stattgefunden. Etwa 20 Teilnehmer unterschiedlicher Branchen tauschten sich bei dieser Gelegenheit aus.
Regionalmarketing zur Fachkräfte-Gewinnung: Ergebnisse des Januar-Workshops. Svenja Melchert       -  Regionalmarketing zur Fachkräfte-Gewinnung: Ergebnisse des Januar-Workshops. Svenja Melchert
Regionalmarketing zur Fachkräfte-Gewinnung: Ergebnisse des Januar-Workshops. Svenja Melchert

Nicht nur den seit Jahren deutschlandweit beklagten Fachkräftemangel spüren Unternehmen und Handwerksbetriebe in Stadt und Landkreis Bad Kissingen . Auch viele Ausbildungsplätze vor allem im Einzelhandel, im Handwerk sowie in Hotellerie und Gastronomie können nicht mehr besetzt werden. Dies beklagten auch die Vertreter lokaler Unternehmen bei ihrem jüngsten Netzwerktreffen "Azubis finden und binden". Unterstützt von der städtischen Wirtschaftsförderung werden nun erste Projekte geplant.

Hiesige Unternehmen in ihrer Existenzsicherung und Weiterentwicklung zu unterstützen ist zentrale Aufgabe der städtischen Wirtschaftsförderin Svenja Melchert. Schon wenige Monate nach ihrer Amtsübernahme im Sommer 2018 formierte sie aus interessierten Firmenvertretern, die für in ihrem Unternehmen für die Aus- und Weiterbildung verantwortlich sind, nach anderenorts schon bekanntem Vorbild das Kissinger Netzwerk "Azubis finden und binden". Etwa 20 Teilnehmer unterschiedlicher Branchen treffen sich seitdem in größeren Zeitabständen und im Wechsel bei einem der teilnehmenden Unternehmen zum Erfahrungsaustausch und zur Erarbeitung möglicher Strategien zur Rekrutierung und längerfristigen Bindung von Auszubildenden. In ihren Workshops begleitet werden sie dabei vom Steinbeis-Beratungszentrum für Fachkräftesicherung und Talentmanagement (Stadtlauringen).

Auch beim sechsten Netzwerktreffen wurde der Azubi-Mangel wieder deutlich. So meldeten die Heiligenfeld-Kliniken ebenso wie die Kisssalis-Therme noch offene Stellen im gastronomischen Bereich. Sogar die Sparkasse hatte entgegen früheren Jahren von fünf ausgeschriebenen Ausbildungsstellen heuer nur eine besetzen können. Auch Lena Heilmann, Ausbildungsleiterin im Putz- und Malerbetrieb Ulsamer, klagte über fehlende Auszubildende . Sie bedauerte besonders den Totalausfall des Berufsinformationstages an der Berufsschule und kritisierte die Organisatoren, diese wichtige Veranstaltung erst wieder turnusmäßig in zwei Jahren durchführen zu wollen, statt dies schon im nächsten Jahr zu tun.

Denn in den Zwischenjahren ohne Berufsinformationstag seien Auszubildende für den Handwerksbetrieb immer viel schwieriger zu finden. "Der Berufsinformationstag ist für uns Gold wert und bringt den Betrieben sehr viel, weil alle Berufe an einem Ort hautnah präsentiert werden." Sogar Werkstätten und die Großküche könnten sich die künftigen Auszubildenden in der Schule anschauen.

Als ein Ergebnis des vorigen Netzwerktreffens schlug Heilmann zur Azubi-Findung einen Tag der offenen Tür im Gewerbegebiet Reiterswiesen vor, an dem sich möglichst alle dort ansässigen Unternehmen mit einem zur jeweiligen Firma passenden Programmangebot beteiligen sollten. Einige Betriebe hätten die Bereitschaft zur Teilnahme schon signalisiert.

Wirtschaftsförderin Svenja Melchert begrüßte diese Initiative als ein erstes Pilotprojekt aus gemeinsamer Arbeit. Allerdings hielt sie es für sinnvoll, auch anderen, außerhalb Reiterswiesens ansässigen Unternehmen die Möglichkeit zu anzubieten, sich zumindest als Aussteller an einem solchen Tag der offenen Tür zu präsentieren.

Ein verlockendes Angebot, Azubis ans Unternehmen zu binden, machte Christine Schön, Ausbilderin der Kisssalis-Therme, allen Netzwerk-Firmen mit einem kostenlosen Azubi-Tag in der Therme "zur Stärkung des Gemeinschaftsgefühls". Vormittags soll es gemeinsame Trainingseinheiten in der Fitnessarena und beim Aquafit geben, nach einem gemeinsamen Mittagessen stünde die Therme den Azubis zur individuellen Nutzung offen. Ausbildungsbetriebe könnten diesen Azubi-Tag in der Therme ihrem Nachwuchs als Leistungsanreiz, zur Belohnung oder als Geburtstagspräsent schenken. Lediglich das Mittagessen müsste vom jeweiligen Ausbildungsbetrieb übernommen werden, alle sonstigen Leistungen bietet die Kisssalis den Firmen an. Melchert begrüßte auch dieses Angebot. Allerdings müsse man sich auf einen geeigneten Termin einigen, gab sie zu bedenken, der für alle Auszubildenden bei Berücksichtigung des jeweiligen Blockunterrichts oder anderer beruflicher Einschränkungen passt.

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