Bad Kissingen

Bad Kissingen bekennt Farbe gegen die Todesstrafe

Bad Kissingen beteiligt sich wieder am Aktionstag "Städte für das Leben - Städte gegen die Todesstrafe”. Am 30. November wird der Regentenbau angestrahlt.
Rot leuchtete der Regentenbau im Jahr 2014 aus Protest gegen die Todesstrafe. Archivfoto: Peter Rauch
Rot leuchtete der Regentenbau im Jahr 2014 aus Protest gegen die Todesstrafe. Archivfoto: Peter Rauch
Am Donnerstag, 30. November findet auf Initiative der Gemeinschaft Sant'Egidio wieder der internationale Aktionstag "Städte für das Leben - Städte gegen die Todesstrafe” statt. Auch die Stadt Bad Kissingen und die Bayerische Staatsbad Bad Kissingen GmbH beteiligen sich in diesem Jahr wieder an der Aktion. Der Regentenbau wird dafür in der Farbe Blau angestrahlt werden.

Der 30. November wurde für den Aktionstag gewählt, weil an diesem Tag im Jahr 1786 das Großherzogtum Toskana als erster Staat der Welt Folter und Todesstrafe für abgeschafft erklärte. Für die 1998 initiierte Unterschriftenkampagne für ein Moratorium der Todesstrafe hat die Gemeinschaft Sant'Egidio bisher fast sechs Millionen Unterschriften gesammelt. Außerdem pflegen Mitglieder deren weltweit Hunderte von persönlichen Brieffreundschaften mit Todeskandidaten und unterstützen viele im persönlichen Einsatz.


Sensibilisierung der Zivilgesellschaft

Seit Beginn der Kampagne im Jahr 2002 wurden in über 100 Ländern Aktionen, Projekte und Veranstaltungen zur Sensibilisierung der Zivilgesellschaft für eine Kultur durchgeführt, die immer das Leben achtet. Im Jahr 2016 waren es über 3000 Aktionen. Der internationale Tag "Cities for Life” ist die weltweit größte Mobilisierung von Städten und Bürgern für Menschlichkeit und Achtung der Menschenrechte auch in schwierigen Situationen. In Deutschland haben sich in den vergangenen 16 Jahren fast 200 Städte, darunter Großstädte wie Berlin, Hamburg, Stuttgart, Bremen, Köln, Leipzig, Hannover und andere am Aktionstag beteiligt. Sie haben Aktionen wie die Beleuchtung bekannter Gebäude, Konferenzen, Dichterlesungen, schulische Projekte, Unterschriftensammlung und vieles mehr organisiert.

Vor zehn Jahren, im Dezember 2007, hat die Generalversammlung der Vereinten Nationen zum ersten Mal in der Geschichte mit großer Mehrheit eine Resolution für ein universales Moratorium der Todesstrafe verabschiedet, die im Dezember 2016 mit noch größerer Zustimmung zum wiederholten Male bestätigt wurde (117 Länder stimmten für ein Hinrichtungsmoratorium, 40 dagegen, 31 enthielten sich).


Erfolge, aber auch Besorgnis

Auch in diesem Jahr hat sich einiges auf dem Weg der Abschaffung der Todesstrafe getan. Im Oktober dieses Jahres wurde in Guatemala die Todesstrafe für zivile Vergehen abgeschafft. Mittlerweile haben 140 Staaten der Erde die Todesstrafe ganz abgeschafft oder wenden sie in der Praxis nicht mehr an. 58 Staaten üben diese Praxis noch aus. Beim von Sant'Egidio organisierten internationalen Kongress für Justizminister aus Ländern mit und ohne Todesstrafe, haben weitere Länder Überlegungen begonnen, ihre Rechtsvorschriften in Richtung einer Einschränkung bzw. Abschaffung der Todesstrafe zu ändern.

Leider bleiben aber besorgniserregende Nachrichten nicht aus. Insbesondere aus den Krisengebieten des Nahen Ostens sind im Zusammenhang mit dem Terrorismus steigende Vollstreckungszahlen zu registrieren, in der Türkei wird über eine Abstimmung im Parlament zur Wiedereinführung der Todesstrafe nachgedacht. Daher bleibt die Bedeutung dieses globalen Einsatzes für eine Kultur des Lebens bestehen und dringend erforderlich.

Die Gemeinschaft Sant'Egidio ist eine christliche Laienbewegung mit über 70.000 Mitgliedern in 74 Ländern der Welt, die sich für Frieden und Gerechtigkeit einsetzt. Seit 1998 engagiert sie sich gegen die Todesstrafe und setzt sich unter Beteiligung zahlreicher Organisationen in der World Coalition against the Death Penalty für ihre universale Abschaffung ein.

Sie hat 2002 die Aktion "Cities for life - Städte für das Leben - Städte gegen die Todesstrafe" ins Leben gerufen.

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