Bad Kissingen

Bad Kissingen: Freizeitbusse sind gut angekommen

Ein bisschen mehr Werbung hätte das Ergebnis noch verstärkt, da ist sich Landrat Thomas Bold sicher.
Der Bäderlandbus verkehrt in der bayerischen Rhön und verbindet die Kurorte Bad Brückenau im Landkreis Bad Kissingen und Bad Königshofen im Landkreis Rhön-Grabfeld.  Archivfoto: Landkreis Bad Kissingen
Der Bäderlandbus verkehrt in der bayerischen Rhön und verbindet die Kurorte Bad Brückenau im Landkreis Bad Kissingen und Bad Königshofen im Landkreis Rhön-Grabfeld. Archivfoto: Landkreis Bad Kissingen

"Der Kreuzberg-Shuttle ist in diesem Jahr durch die Decke gegangen. Den See-Shuttle haben wir vielleicht zu spät im Jahr gestartet und auch zu wenig Werbung gemacht", sagte Landrat Thomas Bold ( CSU ). In der Bürgermeister-Dienstbesprechung im Landratsamt stand zum Jahresende ein Rück- und Ausblick auf die Situation im Öffentlichen Personennahverkehr auf der Tagesordnung. Bold: "Wir merken, wie wichtig es ist, dass die Bürger erfahren, welche Angebote es gibt." So wenige Bürger können das gar nicht sein, wie die Zahlen zeigen: Sieben Busunternehmer, die die Konzessionen erworben haben, befördern im Landkreis Bad Kissingen auf 37 Linien rund 3,5 Millionen Fahrgäste.

Die Aufwendungen des Kreises für die Sicherung und Weiterentwicklung des ÖPNV lagen 2018 bei 616000 Euro bei Zuweisungen von 370.000 Euro. Für 2019 liegen die Prognosen der Bruttoaufwendungen bei 800.000 Euro. Für 2020 schätzt Sachgebietsleiter Michael Schäder die Kosten auf 900.000 Euro. Die Beförderungszahlen sind natürlich auch deshalb so hoch, weil die Schülertransporte eingerechnet sind.

Einen großen Anteil haben auch die sieben so genannten Freizeitbusse wie "Bäderlandbus", "Saaletalbus", "Kreuzberg-Shuttle" oder "See-Shuttle", der von Bad Kissingen über Oerlenbach und Maßbach zum Ellertshäuser See fährt. Bold wies darauf hin, dass es bereits eine Anfrage aus Schweinfurt gibt, die Linie bis in die Stadt zu verlängern und so nach beiden Seiten nutzbar zu machen. Und Maßbachs Bürgermeister Matthias Klement regte an, den See-Shuttle mit dem Kreuzberg-Shuttle in Bad Kissingen zu verknüpfen.

Den "Saaletalbus" und den "Sinntalbus" gibt es nur noch als Rufbus. Bold widersprach der Befürchtung und Zurückhaltung, dass mancher denkt: "Wegen mir alleine kommt der doch nicht." Genau das stimme nicht: "Dafür gibt's ihn." Gut angenommen würden auch die Sammeltaxis in Bad Kissingen , die allerdings keinen Haustür-zu-Haustür-Transport anbieten, sondern die Bushaltestellen ansteuern, und die Bürgerbusse in Hammelburg und Oerlenbach.

Sehr flexibel und günstig seien die Tarifangebote im Landkreis, insbesondere für Schüler, Senioren und Kurgäste. "Die Schüler-Freizeitkarte für laufende Schüler ist eine tolle Sache", verdeutlichte Bold den Sinn dieses Angebotes. Es sollten nicht nur Schüler, die täglich mit dem Schulbus fahren, in den Genuss der Vergünstigungen in der Freizeit kommen.

Auch das World Wide Web ist beim Kissinger ÖPNV weiter auf dem Vormarsch. Bis Ende des Jahres sollen 30 Busse mit dem Bayern-WLAN und barrierefreien Internetzugängen ausgestattet sein. Von ersten Erfolgen konnten die Busfahrer bereits berichten: Es ist ruhiger geworden bei den Schülerfahrten, und auch der Vandalismus ist zurückgegangen.

Apropos Internet : Zurzeit ist eine neue Homepage des Kissinger ÖPNV in Arbeit, die im Februar freigeschaltet werden soll. Die Domain ist bereits gesichert.

Vor allem gibt es seit kurzem die Mobilitäts-App "Wohin-Du-willst" für alle Arten von Mobiltelefonen. Dort können jederzeit Informationen zu Bussen und Bahnen, zu Fahrplänen und Strecken abgerufen werden. Dort kann man sich Fahrpläne erstellen lassen und Kosten abrufen, Rufbusse bestellen und Mitfahrgelegenheiten suchen - und wohl auch anbieten. Die neue App kann problem- und kostenlos im App-Store unter "Wohin-Du-willst" aufs Handy heruntergeladen werden.

Ein großes Verkehrsprojekt hat im Augenblick Halbzeit: Die Nahverkehr Mainfranken GmbH (NVM) wurde am 1. Januar 2018 gegründet. Sie hat die Aufgabe und das Ziel, den Verkehrsverbundraum Mainfranken, den es bereits rund um Würzburg gibt, so zu vergrößern, dass es möglich wird, ganz Unterfranken mit einem Fahrschein zu durchqueren. Gesellschafter sind die Städte Würzburg und Schweinfurt, das Kommunalunternehmen des Landkreises Würzburg, die Landkreise Kitzingen, Main-Spessart, Haßberge, Rhön-Grabfeld und Schweinfurt. Der Landkreis Kitzingen ist bereits dabei, die anderen vier Kreise und die Stadt Schweinfurt sollen bis zum 1. August 2022 integriert werden.

Das klingt einfach, bedeutet aber viel Arbeit und zahlreiche Verhandlungen - allein schon deshalb, weil geklärt werden muss, wie die Einnahmen aus dem Fahrkartenverkauf künftig verteilt werden. Um Fragen der Tarife und eventueller Harmonisierungsverluste kalkulierbar klären zu können, soll ab Januar 2020 im gesamten Tarifgebiet ein Jahr lang eine Fahrgastzählung und Befragung durchgeführt werden. Deshalb wird auch das bereits engagierte Büro für die Projektsteuerung am 2. Januar seine Arbeit aufnehmen.

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