Bad Kissingen

Bad Kissingen: Kleine Geldgeschenke für Helfer in der Krise

Acht Helferkreise haben in den schwierigen Wochen von Corona Einkäufe und Botengänge für Senioren und Kranke übernommen.
Helfer Vlad Ruja vom 1. FC 06 Bad Kissingen beim Einkauf im Rahmen der Corona-Vereinsaktion #helfenstatttrainieren. Jakob Fischer       -  Helfer Vlad Ruja vom 1. FC 06 Bad Kissingen beim Einkauf im Rahmen der Corona-Vereinsaktion #helfenstatttrainieren. Jakob Fischer
Helfer Vlad Ruja vom 1. FC 06 Bad Kissingen beim Einkauf im Rahmen der Corona-Vereinsaktion #helfenstatttrainieren. Jakob Fischer

Mit einem Geldgeschenk des bayerischen Sozialministeriums bedankten sich der stellvertretende Landrat Gotthard Schlereth ( Freie Wähler ) und Oberbürgermeister Dirk Vogel ( SPD ) bei Vertretern von acht Vereinen und Organisationen für deren selbstlose Hilfe während der schwierigen Corona-Wochen. Vor allem jüngere Vereinsmitglieder hatten Einkäufe und Botengänge für Senioren und Kranke übernommen, die wegen gefürchteter Ansteckungsgefahr auf Außenkontakte verzichten mussten. Nun wurde jeder dieser acht Helferkreise mit 484 Euro für die Vereinskasse belohnt.

"In der Krise haben unsere Vereine Verantwortung übernommen", würdigte Oberbürgermeister Vogel den selbstlosen Einsatz der Sportvereine in Bad Kissingen , Garitz, Hausen, Reiterswiesen und Winkels sowie der Wärmestube, der Bad Kissinger Tafel und des Hospizvereins . "In den vergangenen Wochen zeigte sich der Charakter unserer Vereine und ihrer Mitglieder ." In der Not habe die Stadt zusammengehalten. "Wir haben alle ein Gespür für schwierige Zeiten bekommen." Der jeweilige Geldbetrag sei zwar überschaubar, meinte der Oberbürgermeister, aber er sei ein deutliches Signal. "Ich habe erfahren, dass wir uns auf Sie alle verlassen können."

Diesem Dank schloss sich der stellvertretende Landrat Gotthard Schlereth an. Viele Vereine in vielen Landkreisgemeinden hätten sich seit Mitte März selbstlos für Alte und Kranke eingesetzt, obwohl ihr eigenes Vereinsleben unter den Beschränkungen stark leiden musste. "Es war für Sie alle nicht einfach, aber sie haben den Hebel schnell umgelegt." Die Hilfe der Vereine sei im Einzelfall vielleicht nicht immer groß, aber insgesamt sehr wichtig gewesen. "Sie haben einen Beitrag zum Gemeinwohl geleistet", dankte Schlereth den anwesenden Vereinsvertretern.

Insgesamt 60 000 Euro hatte des bayerische Sozialministerium im Rahmen seiner Initiative "Unser soziales Bayern: Wir helfen zusammen" jedem bayerischen Landkreis und jeder kreisfreien Stadt zur Weitergabe an Helferkreise ausgezahlt. Aufgeteilt nach Einwohnerzahl standen der Stadt Bad Kissingen aus dieser Summe 3871 Euro zu, wie Regionalmanagerin Cordula Kuhlmann erläuterte. Daraus ergab sich für die acht Kissinger Vereine der Einzelbetrag von 484 Euro, für die sich die Vereinsvertreter mit kurzen Berichten über ihre Hilfstätigkeiten bedankten.

Über 50 Einkäufe für Senioren hatte zum Beispiel eine Gruppe jüngerer Mitglieder des 1. FC Bad Kissingen bis Ende Juni ausgeführt. "In den ersten Wochen war die Nachfrage natürlich stärker", erinnerte sich Tizian Fella. "Viele Senioren haben sich vor allem darüber gefreut, dass es gerade junge Menschen waren, die sich für sie eingesetzt haben."

Eine sehr persönliche Erfahrung hatte Alexander Seidl vom SV Garitz gemacht: "Auf dem Fußballfeld gibt es schon mal kleinere Rivalitäten, aber hier haben wir alle prima zusammengearbeitet." Dem stimmte auch Maik Schneider vom TV Jahn Winkels zu: "Die Solidarität war einfach toll."

Sowohl die Bad Kissinger Tafel als auch die Wärmestube mussten während der Kontaktverbote geschlossen bleiben, was für deren Kunden besonders schlimm war. Die Wärmestube gab stattdessen "Essen to go" zum Selbstkostenpreis aus, die Tafel musste, da die Supermärkte in jenen Wochen ab Mitte März wegen der Hamsterkäufe kaum noch kostenlose Restwaren abzugeben hatten, erstmals aus Spendengeldern den Ankauf von Lebensmitteln finanzieren.

Besonders schwierig war ab Mitte März die ehrenamtliche Arbeit des Bad Kissinger Hospizvereins , dessen Mitglieder nun nicht mehr den Sterbenskranken und deren Angehörigen persönlich beistehen konnten. "Wir mussten uns verstärkt auf die telefonische Beratung verlegen", berichtete Rita Hillenbrand. Außerdem übernahm der Hospizverein außerhalb seiner eigentlichen Aufgaben Botendienste zu Apotheken, nachdem zuvor im Auftrag der Patienten bei den Ärzten die Rezepte abgeholt worden waren.

Neu waren auch die Gartenkonzerte vor den für Besucher gesperrten Pflegeheimen . Die Hospiz-Mitglieder sangen mit Gitarrenbegleitung die Hits der Fünfziger Jahre. Hillenbrand: "Ich musste die Schlager erst einmal lernen." Die Konzerte kamen bei den Heimbewohnern sehr gut an. "Viele saßen an den Fenstern und sangen mit."

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