Bad Kissingen

Bad Kissingen: Krippe, Kita und dann Schule

Auch im Landkreis Bad Kissingen sind die Betreuungsplätze für die unter Dreijährigen begehrt. Waren 2019 noch 872 in einer Tageseinrichtung, so stieg die Zahl der Kleinsten auf 932 im Jahr 2020.

Kinderbetreuung macht Kopfzerbrechen: Vor Corona war's ganz einfach. Im ersten Lebensjahr in die Krippe oder zur Tagesmutter, mit drei in die Kita und nach der Schule in den Schülerhort, die Eltern haben sich daran gewöhnt. Die Wirtschaft braucht die Arbeitskräfte. Die Haushalte brauchen die Einkommen.

Dabei geht es finanziell um Milliarden und von der Zahl der Kinder her um Millionen: Mehr als 3,9 Millionen (Vorjahr 3,8 Millionen) Kinder im Alter unter 14 Jahren wurden bundesweit zum Stichtag 1. März 2020 in Tageseinrichtungen beziehungsweise Tageseltern betreut und gefördert.

Mehr Kinder in Betreuung

Im Kreis Bad Kissingen waren in der Summe zuletzt 4500 Jungs und Mädchen im Alter von bis zu 14 Jahren tagsüber in einer Krippe, einem Hort, einer Kita , oder bei einer Tagesmutter untergebracht (ohne Doppelzählungen), davon hatten 18,0 Prozent ausländische Wurzeln.

Im Vorjahr registrierte die Statistik hier noch insgesamt 4306 betreute Kinder (darunter 17,8 Prozent mit ausländischen Wurzeln), davor waren es 4183 und im Jahr 2017 hatte die Zahl bei 4096 betreuten Kindern gelegen.

Der Trend zu mehr Kindern in staatlich-kommunaler Obhut im Bund ist klar, wird gefördert und dass eine wichtige Wählendengruppe zu befriedigen ist, ist keine Frage: Eltern nutzen verstärkt Kitas und Tagesmütter, deutschlandweit werden immer mehr Kinder im Alter bis zu 14 Jahren fremdbetreut. Vor allem immer mehr Kleinkinder zeigt die Statistik. Zuletzt kletterte die Zahl der betreuten Unter-Dreijährigen bundesweit von 818 427 auf 829 163 und die Gesamtzahl aller betreuten Kinder bis 14 Jahre um etwas über 94 000 auf über 3,9 Millionen Kinder . Davon 612 186 in Bayern (Vorjahr: 590 901), was hier einem Plus von 0,8 Prozent entspricht.

2423 im Kindergarten

Plätze für die Jüngsten sind begehrt: Im Kreis Bad Kissingen besuchten zum Stichtag 932 Kleinkinder unter drei Jahren einen Kindergarten oder eine Kita , weitere 61 waren (eventuell auch zusätzlich) bei einer Tagesmutter. Unterm Strich gab es 990 betreute Kleinkinder . Das sind 88 mehr als im Vorjahr (9,76 Prozent).

Die Drei- bis Sechsjährigen, also die Kinder im klassischen Kindergartenalter, bilden bundesweit mit mehr als 2,2 Millionen Kindern die stärkste Gruppe der ''Fremdbetreuten''. Im Kreis Bad Kissingen besuchten aus dieser Altersgruppe 2423 Buben und Mädchen Kindergärten beziehungsweise Kitas , weitere 21 waren (eventuell auch zusätzlich) bei Tageseltern untergebracht. Bei den Kindern von sechs bis 14 Jahren sind 1046 in Einrichtungen in Betreuung und 28 in Tagespflege (Vorjahr: 961/33). Wie lange Mutter , Vater, Kind sich werktags nur wenig sehen, wird nicht erhoben. Aber wir wissen, bei wieviel Kindern '"Mittagsverpflegung'' zur Betreuung gehört. Die kommt im Kreis Bad Kissingen bei 2.310 Kindern oder 51,33 Prozent alle betreuten Kinder auf den Tisch. Gemeinsames Mittagessen mit den Eltern ist bei den Kindern , die in staatlich gemanagte Betreuung gegeben werden, in coronafreien Zeiten also eher die Ausnahme.

Tagesmutter oder Kita ? Da favorisieren Eltern landauf, landab den Kita-Platz. Im Kreis Bad Kissingen registrierten die Statistiker über alle Altersgruppen hinweg insgesamt 4401 betreute Kinder in Tageseinrichtungen und 110 (teilweise ergänzend) durch Tageseltern betreuten Buben und Mädchen . Im Vergleich zum Vorjahr erhöhte sich die Kita-Kinderzahl um 160, die der Tagesmütter-Kinder stieg um 36. Oder 3,8 und 48,6 Prozent.

Corona bringt alle in Bredouille

Für Betreuungsplätze und längere Betreuungszeiten spricht, das frühkindliche Bildung zunehmend positiv gesehen wird, abgesehen davon, dass Mütter frühzeitig in ihren Beruf zurückwollen und dort wiederum zeitlich flexibel sein müssen. Corona bringt dabei alle in die Bredouille, weil das System recht eng getaktet ist und die Wohnungsgrößen zuweilen eher klein sind. Deswegen auch der Drang der Kultuspolitik Kitas und Schulen wieder zu öffnen.

Kinder und das Virus

Dass die Verbreitung des Coronavirus bei Kindern kein Problem ist, lässt sich allerdings statistisch eher nicht untermauern. Das Robert-Koch-Institut dröselt einmal wöchentlich die aktuellen Zahlen der erkannten Erkrankten auf (nur wer getestet wird, ist in der Statistik).

Wenn das auch bundesweite Werte sind, sie lassen Rückschlüsse zu: 3111 Kinder bis zu vier Jahren waren in der KW 51 vor Weihnachten mit Corona infiziert , 4207 waren im Alter zwischen fünf und neun Jahren und 5133 zwischen zehn und 14. Mit denen in einer Gruppe zu spielen oder einer Klasse zu sitzen oder Bus zu fahren, kann nicht gesund sein. Insbesondere nicht für die Eltern.

Teja Banzhaf/zds

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