Bad Kissingen

Bad Kissingen: Mehrere Millionen für den Stadtteil Arnshausen

Auf rund zehn Jahre ist die Dorferneuerung von Arnshausen angelegt. Über die Finanzierung muss im Detail noch gesprochen werden. Warum der Stadtrat von den Plänen begeistert ist.       
Den Brunnen im Ort will sich die Stadt im Rahmen der Dorferneuerung Arnshausen widmen.    
Foto: Wolfgang Dünnebier | Den Brunnen im Ort will sich die Stadt im Rahmen der Dorferneuerung Arnshausen widmen.    

Trotz Hemmnissen in der Corona-Zeit sind die Planungen für die Dorferneuerung in Arnshausen vorangeschritten. Das Interesse in der Bevölkerung ist groß. "So gut wie hier ist es selten", lobte Bernd Müller vom Amt für ländliche Entwicklung im Stadtrat das Engagement der Bevölkerung bei der bisherigen Ideensammlung. Der Stadtrat stimmte den bisherigen Planungen des Büros für Städtebau & Bauleitplaung zu. Was wie umgesetzt wird, hängt von weiteren Absprachen  ab. 

Als große Chance für den Stadtteil sieht Annika Puderbach vom Planungsbüro den geplanten Rückbau der Bundestraße 286. Im Ort biete dieser Schritt Gestaltungsmöglichkeiten, aber auch außerhalb, etwa durch die teilweise Umwidmung der Trasse in einen Fuß- und Radweg.   

Treffpunkt für alle Generationen  

Als "großes Vorhaben" stellte die Expertin die Umgestaltung der Ortsmitte samt Lindenstraße und dem aktuell versiegelten Kirchenumfeld sowie die Sanierung vorhandener Brunnen vor. Gedacht ist an die Schaffung eines generationenübergreifenden Treffpunkts. Dazu bieten sich entweder das Pfarrheim, das alte Feuerwehrhaus  oder die TSV-Gaststätte an.

Allerdings sei noch keine Entscheidung darüber gefallen, ob überhaupt ein bestehendes Gebäude genutzt wird. "Die Vereinsabfrage steht noch aus", sagte Puderbach. Außerdem müssten noch Eigentümergespräche geführt werden. Gedacht ist auch an ein Beachvolleyball-Feld am Sportplatz.     

Natur erlebbar machen

Ziel sei es zudem, die Natur rund um den Ort besser erlebbar zu machen. "Dazu soll das Element Wasser in den Vordergrund gerückt werden", so die Planerin. Hergerichtet werden soll das Kneipp-Becken samt Umfeld. Dazu hat eine Initiativgruppe bereits Skizzen angefertigt. Aufgewertet werden soll das Areal durch Schattenplätze und eventuell ein Sonnensegel.    

Wenn die Bundesstraße künftig an Arnshausen vorbeiführt, gibt es im Ort neue Gestaltungsspielräume.
Foto: Wolfgang Dünnebier | Wenn die Bundesstraße künftig an Arnshausen vorbeiführt, gibt es im Ort neue Gestaltungsspielräume.

Denkbar sei auch eine Biotoperweiterung samt Naturlehrpfad. Ein Rundwanderweg um Arnshausen herum könne das Naherholungs- und Kurangebot Bad Kissingens ergänzen und wichtige Bezugspunkte verknüpfen.   

Natürlich geht es bei dem Vorhaben auch ums Geld. Bernd Müller vom Amt für ländliche Entwicklung umriss das voraussichtliche Budget der Fördermittel. Es werde sich auf rund 1,8 Millionen Euro belaufen. Dies sind 50 Prozent der etwa angepeilten Gesamtkosten. In der Grobplanung gibt dieser Betrag Ansätze für die Gestaltung der Ortsmitte (eine Million Euro), die Schaffung der Begegnungsstätte für die Generationen (300 000 Euro), eine Spielraum für Wasseranlagen, Beachvolleyballfeld, Innenentwicklung und Sonstiges (insgesamt 250 000 Euro) sowie Nebenkosten (250 000 Euro).            

Bis zu drei Millionen Euro Kosten für die Stadt

Die übrigen 50 Prozent müsse die Stadt beitragen. Die Höhe des Anteils berücksichtige die relativ starke Finanzkraft der  Stadt in den vergangenen drei Jahren und einen Demografie-Bonus. Je nachdem, was die Stadt zusätzlich an Kanalerneuerungen braucht, prophezeit ihr Müller eine Belastung von bis zu drei Millionen Euro - allerdings gestreckt auf zehn Jahre.               

Unabhängig von den genannten Förderungen gebe es nach dem Beginn des Projekts die Möglichkeit, dass Bauherren in der innerörtlichen Erneuerungszone private Projekte mit 30 Prozent bezuschusst bekommen. "Manche stehen schon in den Startlöchern", sagte Müller. Andere hätten auch ohne Förderung schon investiert.

Aufklärungsversammlung im September 

Deswegen sprach er sich für einen baldigen Beginn aus. Dazu soll es am 21. September 2021 um 18 Uhr eine Aufklärungsversammlung in der Lollbachtalhalle geben. Ein Vorstand für die Dorferneuerung könnte Anfang 2022 gewählt werden. Ebenfalls im kommenden Jahr könnten erste konkrete Planungsaufgaben vergeben werden.             

"Es hat viel Spaß gemacht", kommentierte Stadtrat Thomas Schlembach (DBK) die bisherigen Vorberatungen, die teils coronabedingt nur online stattfinden konnten. Zu einem Treffen im März 2020 kamen 100 Einwohner. Harald Wedler sprach für die beteiligten Bürger. Arnshausen habe viel Potenzial, warb er auch für die Brunnen im Dorf, den Wittelsbacher Turm und den Terzenbrunn. Durch die Dorferneuerung werde der Ortskern für junge Menschen attraktiver.                   

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