Bad Kissingen

Bad Kissingen: SPD kürt Dirk Vogel zu ihrem OB-Kandidaten

Dirk Vogel war der einzige Bewerber bei der Nominierung des OB-Kandidaten der Kissinger SPD. Die Frage war deshalb nur, wie nahe an 100 Prozent das Ergebnis liegen würde.
Dirk Vogel (rechts), der frisch nominierte OB-Kandidat der Bad Kissinger SPD, mit dem noch amtierenden Oberbürgermeister Kay Blankenburg (links).
Foto: Siegfried Farkas | Dirk Vogel (rechts), der frisch nominierte OB-Kandidat der Bad Kissinger SPD, mit dem noch amtierenden Oberbürgermeister Kay Blankenburg (links).

Bad Kissingens Sozialdemokraten haben am Donnerstagabend erwartungsgemäß Dirk Vogel zu ihrem Kandidaten für die Oberbürgermeisterwahl im März nominiert. Der 42-Jährige war der einzige Bewerber um die Kandidatur. Nach Angaben des Ortsvereinsvorsitzenden Tobias Schneider hatten ihn der Vorstand des Ortsvereins und die SPD-Stadtratsfraktion einstimmig empfohlen. Er erhielt 29 von 30 abgegebenen Stimmen. Das entspricht einem Anteil von 96,7 Prozent.

Der gebürtige Kissinger, den es nach Abitur und Studium beruflich ins benachbarte Hessen verschlagen hat, wo er aktuell Büroleiter im Rathaus der Stadt Rüsselsheim ist, soll nach der Hoffnung der SPD seinen Parteifreund Kay Blankenburg beerben. Der tritt nach zwölf Jahren Amtszeit entgegen seiner ursprünglichen Ankündigung nicht erneut zur Oberbürgermeisterwahl an.

Manche Dinge neu denken

Bei der Nominierungsversammlung beschrieben Blankenburg und Fraktionsvorsitzender Bernd Czelustek Vogel als den besten Mann für diese Aufgabe. Er sei in Bad Kissingen geboren und aufgewachsen, habe den Blick von außen sowie theoretischen Voraussetzungen und die praktische Erfahrung für die Arbeit in einer Kommune, sagte Blankenburg. Und er könne vielleicht "manche Dinge auch neu denken", ergänzte Czelustek.

In einer Bewerbungsrede stellte Vogel politische Leistungen in der Amtszeit Blankenburgs heraus. Bad Kissingen stehe grundsätzlich gut da. Das liege bestimmt auch an der günstigen Gesamtsituation der Wirtschaft. Die Stadtpolitik habe aber auch die richtigen Entscheidungen getroffen. Sie habe die Kurgebietssatzung angepasst, viel für die Schulen und damit den Bildungsstandort Bad Kissingen getan und sie betreibe als eines der Great Spas of Europe die Bewerbung für die Unesco-Weltkulturerbeliste. Gut anknüpfen lasse sich auch an günstige Voraussetzungen wie eine niedrige Arbeitslosigkeit, eine ordentliche Gewerbesteuerentwicklung und 1,6 Millionen Übernachtungen.

Herausforderungen für die nächsten Jahre

Es gebe aber auch Herausforderungen für die nächsten Jahre. Im Bildungsbereich sei die Entwicklung zu Ganztagsschulen abzusehen. Bei den Gewerbesteuereinnahmen gehe es vergleichbaren Kommunen besser. Bei den Hausärzten in der Stadt sei die Altersstruktur ungünstig. Die Nähe zum Rhein-Main-Gebiet werde noch komplett unterschätzt. Bad Kissingen werde im ländlichen Raum sicher noch von den Problemen der Ballungsräume profitieren.

Wichtig findet Vogel auch, anzuknüpfen an etwas, das Kissingen einst ausgezeichnet hat: am Puls der Zeit und innovativ zu sein. Die Voraussetzung, innovatives Potenzial zu entfalten, sei mit der Außenstelle der Landesanstalt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit, der neuen Professur für Kurortmedizin und dem Zentrum für Telemedizin gegeben. Aus seiner persönlichen Geschichte leitet er zudem den Wunsch nach einem Alumni-Netzwerk ab. Davon könne die Stadt viel profitieren. Ganz konkret will er sich zusammen mit Partnern bemühen, in der Stadt wieder eine Geburtenstation anzusiedeln.

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