Bad Kissingen

Bad Kissingen: Tolerant gegen Trockenheit

Die Stadt hat rund 7000 Bäume. Wird einer gefällt, wird meist ein "Zukunftsbaum" nachgepflanzt. Diese sind weniger anfällig.
Sogenannte 'Klimabäume' wurden bereits in der Prinzregentenstraße gepflanzt. Foto: Peter Borst       -  Sogenannte 'Klimabäume' wurden bereits in der Prinzregentenstraße gepflanzt. Foto: Peter Borst
| Sogenannte "Klimabäume" wurden bereits in der Prinzregentenstraße gepflanzt. Foto: Peter Borst

Im Stadtgebiet Bad Kissingen stehen ungefähr 7000 Bäume auf städtischen Grundstücken im urbanen Raum. Diese sind alle im Baumkataster erfasst und werden regelmäßig von einem städtischen Baumkontrolleur auf Stand- und Verkehrssicherheit kontrolliert, teilt die Stadt Bad Kissingen mit.

Die Kontrollen finden in unterschiedlichen Zeiträumen statt. Neugepflanzte Bäume bis zehn Jahre werden alle 39 Monate überprüft. Danach wird der gesunde Baum alle 27 Monate kontrolliert. Wird bei einem Baum ein Schaden festgestellt, verkürzt sich das Intervall auf 15 Monate. Besonders oft werden stark geschädigte Bäume begutachtet. Diese werden im Zeitraum von neun Monaten vom Baumkontrolleur geprüft.

Auffällig ist, dass die Intervalle immer drei Monate nach einem halben beziehungsweise ganzen Jahr liegen. "Das ist Absicht. So wechselt der Kontrolltermin mal im belaubten, mal im unbelaubten Zustand.", erklärt Martin Friederich, Baumkontrolleur der Stadt Bad Kissingen . Hierbei handelt es sich um eine rein visuelle Begutachtung vom Boden aus. Die Kontrollintervalle orientieren sich an den "Baumkontrollrichtlinien" der FLL (Forschungsgesellschaft Landschaftspflege Landschaftsbau e.V.).

Dass die Bäume leiden, zeigt ein Rückblick in das Jahr 2019. Insgesamt wurden 213 Baumpflegemaßnahmen ausgeführt. Oft musste Totholz ausgeschnitten oder die Krone gepflegt werden.

Schädlinge haben leichtes Spiel

Vor allem der Klimawandel macht den Bäumen zu schaffen. Die Bäume leiden im Sommer an Trockenstress, der sich durch Laubabwurf, Totholzbildung bis zum kompletten Absterben der Bäume äußert. Aber auch Schädlinge und Pilze, wie die Massariakrankheit an Platanen, das falsche weiße Stängelbecherchen an Eschen, der asiatische Laubholzbockkäfer oder die Kastanienminiermotte setzen den Bäumen zu. Diese fühlen sich durch den Klimawandel hier immer wohler und haben mit den geschwächten Bäumen ein leichtes Spiel. Das Tiefbauamt setzt viel daran, Bäume so lange wie möglich zu erhalten.

Alle Bäume, die nicht mehr gerettet werden können, werden nun im Zeitraum von Oktober bis Februar gefällt. Baumfällungen sind im Bundesnaturschutzgesetz klar geregelt und dürfen nur mit Ausnahmegenehmigung außerhalb dieses Zeitfensters ausgeführt werden. Ein aktuelles Beispiel sind die beiden abgestorbenen Baumhasel in der Bräugasse, die Mitte Oktober entfernt und durch neue Bäume ersetzt werden.

Fast alle gefällten Bäume werden nachgepflanzt, teilt die Stadt mit. Bei diesen Ersatzpflanzungen orientiert sich Bad Kissingen an sogenannten "Zukunftsbäumen", auch "Klimabäume" genannt, um die Stadt nachhaltig zu begrünen. Diese sind besonders trockenstresstolerant, wenig anfällig für Schädlinge und Krankheiten und weisen eine hohe Frosthärte auf. Auch wird der Standort mit strukturstabilen Substrat vorbereitet. So wird gewährleistet, dass die Baumwurzeln ausreichend mit Wasser und Luft versorgt werden. Bäume bieten Lebensraum und Nahrung für Tiere und wirken sich auch positiv auf die menschliche Psyche aus. Ein weiterer Vorteil ist, dass sie durch die Verdunstung über ihre Blätter das Mikroklima kühlen und so heiße Sommertage erträglicher machen. Sie filtern Schadstoffe und produzieren Sauerstoff.

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