Bad Kissingen

Bad Kissingen: Warum diesmal nicht am Theaterplatz geimpft wird

Flexibel sein ist alles in diesen Tagen. Das ist auch die Devise beim BRK und im Praxisteam Brendler. Warum es jetzt keine Zelte gibt und sich weniger Menschen piksen lassen.
Wer im Mai 2021 bei der Großaktion am Theater (unser Bild) zum ersten Mal gegen Covid-19 geimpft wurde, muss jetzt zur Zweitimpfung ins BRK-Heim kommen.
Foto: Archiv Julian Stürmer | Wer im Mai 2021 bei der Großaktion am Theater (unser Bild) zum ersten Mal gegen Covid-19 geimpft wurde, muss jetzt zur Zweitimpfung ins BRK-Heim kommen.

Am Sonntag ist es soweit: 256 Personen, die am 16. Mai in einer groß angelegten Impfaktion der Hausarztpraxis von Michel Brendler zum ersten Mal ein Vakzin gegen Corona verabreicht bekamen, werden nun zum zweiten Mal geimpft. Allerdings wird dieses Mal kein großes Zelt am Theaterplatz aufgebaut sein. Jetzt müssen die Impfwilligen ins Rotkreuzhaus in die Hartmannstraße 25 kommen.

Denn etliche ehrenamtlichen BRK-Einsatzkräfte sind am vergangenen Samstag mit Helfern der Wasserwacht und der Schnelleinsatzgruppe (SEG) Behandlung nach Nordrhein-Westfalen gefahren, um dort tatkräftig bei der Bewältigung der Hochwasser-Situation mit anzupacken. Das BRK-Sanitätszelt steht also gerade nicht für die Freiluft-Impfaktion am Theaterplatz zur Verfügung, sagt  Brendler im Gespräch mit dieser Redaktion. Und das, obwohl das Bad Kissinger Ordnungsamt den Platz bereits für die anstehenden Zweitimpfungen freigegeben hatte.

Einladung in die BRK-Bereitschaft

Doch der Termin am kommenden Sonntag, 25. Juli, steht natürlich unumstößlich fest. Also erklärte sich das Rote Kreuz bereit, den Saal im BRK-Heim für Teil zwei dieser außergewöhnlichen Impfaktion zur Verfügung zu stellen. Natürlich haben sich auch wieder etliche Rotkreuzler bereiterklärt, mitzuhelfen, sagt Brendler. Am Sonntag wird wieder in der Zeit von 9 bis 16.30 Uhr geimpft.

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Genau 256 Personen werden diesmal allerdings nicht zur Zweitimpfung antreten, ist für Brendler schon jetzt klar. Denn inzwischen könne man sich ja überall, im Impfbus, beim Hausarzt oder im Betrieb impfen lassen. Der ein oder andere habe sich den zweiten schützenden Piks wohl inzwischen andernorts verabreichen lassen, weiß Brendler aus verschiedenen Rückmeldungen am Telefon. Allein rund 40 Menschen haben die Zweitimpfung in seiner Praxis bereits abgesagt.

Impfwillige haben die Qual der Wahl

Der Allgemeinarzt rechnet damit, dass vielleicht sogar am Sonntag noch weniger Leute zur Zweitimpfung auftauchen - ohne dass sie sich im Voraus abgemeldet haben. Generell zur Zweitimpfung anmelden muss man sich aber nicht, denn den zweiten Termin hatte ja jeder im Mai bereits mit nach Hause genommen, so Brendler weiter. 

Am Sonntag kann man sich bei der Zweitimpfung im BRK-Heim zwischen zwei Vakzinen entscheiden.
Foto: Archiv dpa/Victoria Jones | Am Sonntag kann man sich bei der Zweitimpfung im BRK-Heim zwischen zwei Vakzinen entscheiden.

Während im Mai ausschließlich mit dem Vakzin Astrazeneca geimpft wurde, haben Impfwillige diesmal die Qual der Wahl. "Uns ist es gelungen, zur Zweitimpfung das Serum von Biontech zu ordern", sagt Brendler mit Verweis aufs Robert-Koch-Institut (RKI), das vor einiger Zeit empfohlen hatte, nach der ersten Impfung mit Astrazeneca zum zweiten Mal mit einem mRNA-Vakzin nachzuimpfen.

Aufklärungsbogen zur Kreuzimpfung

Dennoch kann jeder, der am Sonntag ins Rotkreuzheim kommt, den Impfstoff wählen, den er möchte, sagt der Hausarzt: Astrazeneca oder Biontech. Allerdings müssen Personen, die sich für Biontech entscheiden, zum Impftermin in der BRK-Bereitschaft einen entsprechenden Aufklärungsbogen und die dazu gehörige Einwilligung unterschrieben mitbringen. Beides findet man im Portal des Robert-Koch-Instituts.

Es gibt keine 100-prozentige Versicherung im Leben.
Michael Brendler, Allgemeinarzt

Wer das Astrazeneca-Serum bevorzugt, braucht keine neuen Unterlagen auszufüllen, muss lediglich die Versichertenkarte, den Personalausweis und das Impfbuch dabei haben. Im Mai waren an der Impfaktion Dr. Dorit Uhlig, Dr. Markus Full, 20 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer des Bayerischen Roten Kreuz (BRK) sowie Brendlers Praxisteam beteiligt. Ähnlich wird es auch diesmal laufen, sagt Brendler. Lediglich Dr. Full könne aus zeitlichen Gründen diesmal nicht dabei sein. 

Wie sieht's mit einer dritten Impfung aus? 

"Es gibt keine 100-prozentige Versicherung im Leben", sagt Brendler, auf die Wirksamkeit der Impfstoffe angesprochen. Ihn störe, dass viele Leute eine "Vollkasko-Mentalität" hätten. Was Biontech angeht, könne man mit 95-prozentigem  Schutz ausgehen, bei Astrazeneca von 70 Prozent, sagt er. Die Kreuzimpfung erhöhe den Schutz im Vergleich zur zweimaligen Astrazeneca-Impfung etwas.

Dass man sich in kurzen Abständen, wie zum Beispiel schon sechs Monate nach einer Zweitimpfung, ein drittes Mal impfen lassen muss, glaubt Brendler nicht. Studien, die man bereits in Israel zu diesem Thema anstellte, hätten gezeigt, dass man erst in längeren Abständen, möglicherweise Jahresabständen, eine Auffrischung braucht.

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