BAD KISSINGEN

Bad Kissingen weist Rechtsextreme in die Schranken

Gegendemonstration       -  Vor dem Landratsamt in Bad Kissingen kam eine breit angelegte bürgerliche Koalition zur Gegendemonstration gegen eine rechtsextreme Kundgebung am Theaterplatz zusammen.
| Vor dem Landratsamt in Bad Kissingen kam eine breit angelegte bürgerliche Koalition zur Gegendemonstration gegen eine rechtsextreme Kundgebung am Theaterplatz zusammen.
Bad Kissingen hat dem Versuch einer rechtsextremen Initiative, sich in Bad Kissingen Gehör zu verschaffen, eine deutliche Absage erteilt.
An der Demonstration der von der Polizei als rechtsextrem eingestuften Gruppe „Schweinfurt wehrt sich“ auf dem Theaterplatz nahmen zwar gut 40 Personen teil. Doch die Reden bei der Aktion der Initiative um David Köckert und Monique Schober waren kaum über die Absperrungen der Polizei hinaus zu hören.
Dafür sorgten am Theaterplatz Mitglieder der Antifaschistischen Aktion und weitere Gegner mit lauten Störrufen. Nach Schätzungen der Polizei wuchs dieser Ring von Gegnern der Rechtsextremen auf bis zu 200 Personen an.
Die bürgerliche Gegendemonstration gegen den Auftritt der Rechten, die sich bewusst entfernt vom Theaterplatz vor dem Landratsamt versammelte, kam nach Schätzungen der Polizei auf weitere 250 bis 300 Teilnehmer. Bei dieser Kundgebung trat ein breites Bündnis unter dem Titel Bad Kissingen ist bunt an. Vertreten waren praktisch das gesamte Parteienspektrum von der CSU bis zur Linkspartei sowie von Institutionen wie den Gewerkschaften, dem Frauenring, dem Hammelburger Freundeskreis für Flüchtlinge und dem Kissinger Integrationsbeirat.
Ihre Absicht: Von Anfang alles zu tun, um ein Erstarken von rechten Gruppen zu verhindern. Tobias Eichelbrönner von den Grünen, einer der Organisatoren der Gegendemo, zeigte sich nach Abschluss der Kundgebung denn auch sehr zufrieden: „Wir haben ein Signal gesetzt.“ Das Motto der rechten Initiative lautete: „Wir lieben Bad Kissingen.“ Das wiederum bezeichnete Gerhard Klamet vom DGB bei der Gegendemonstration als doppelte Zweckentfremdung. Zunächst einmal kämen die Teilnehmer der rechten Demo nicht aus Kissingen. Zum anderen spiele das Verb „lieben“ ansonsten im rechten Sprachgebrauch eher eine untergeordnete Rolle.
In der Tat brauchte man zum Abzählen der Kissinger Gesichter in der Demo am Theaterplatz keine ganze Hand. Allerdings hatten die Initiatoren nicht nur Unterstützung aus Thüringen, Mittel- und Oberfranken. Auch Ralf Mynter, der NPD-Bezirksvorsitzende, war auf dem Theaterplatz. Zudem zeigte ein Mann die Fahne der europäischen Aktion. Diese gilt als international tätige rechtsextreme Organisation. Die Polizei war nach dem Ende von Demo und Gegendemo zufrieden mit dem Ablauf der beiden Veranstaltungen. „Es gab keine nennenswerten Vorfälle“, bilanzierte Stefan Haschke, der Leiter der Polizeiinspektion Bad Kissingen unmittelbar nachdem sich die Demo am Theaterplatz aufgelöst hatte.
Aus Haschkes Sicht war das unter anderem auf die starke Präsenz der Polizei zurückzuführen. Die Gesetzeshüter hielten sich auf dem Theaterplatz stets zwischen den Reihen der Rechten und ihren deutlich zahlreicheren Gegnern. Offiziell beendet waren die beiden Veranstaltungen bereits kurz nach 16 Uhr und damit jeweils deutlich früher als erwartet. Ein Grund dafür dürften der Regen und die niedrigen Temperaturen am Samstagnachmittag gewesen sein.
Gegen 15 Uhr, als die rechte Demo eigentlich offiziell beginnen sollte, mutmaßten übrigens viele Beobachter, die katholische Kirche mische sich aktiv unter die Gegner des rechten Auftritts. Da erklangen laut und vernehmlich die Glocken der nahe gelegenen Stadtpfarrkirche. Allerdings ging es dabei nicht um Protest. Die beiden großen Kirchen vor Ort hatten sich abgesprochen, auf dieser Ebene nichts zu unternehmen. Nach Angaben aus der Pfarrei handelte es sich lediglich um das übliche Sonntagseinläuten.
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