Bad Kissingen

Bad Kissingens neuer Oberbürgermeister Dr. Dirk Vogel: "Die Stadt steht an Ihrer Seite"

Bad Kissingens neuer Oberbürgermeister ist derzeit noch in Rüsselsheim zur Bewältigung der Corona-Krise eingebunden, will aber bald schon dort seine Zelte abbrechen.
Dr. Dirk Vogel ist ab 1. Mai für die Geschicke der Stadt verantwortlich. Jan Hemmerich       -  Dr. Dirk Vogel ist ab 1. Mai für die Geschicke der Stadt verantwortlich. Jan Hemmerich
| Dr. Dirk Vogel ist ab 1. Mai für die Geschicke der Stadt verantwortlich. Jan Hemmerich

Es ist gerade einmal eineinhalb Wochen her, dass Dirk Vogel ( SPD ) zum neuen Oberbürgermeister von Bad Kissingen gewählt worden ist. Die sich überschlagenden Nachrichten über die Corona-Pandemie haben fast schon in den Hintergrund rücken lassen, dass Bad Kissingen ab 1. Mai von einem neuen Mann regiert wird. Dieser Zeitung hat er jetzt sein erstes Interview nach seinem spektakulärem Sieg gegeben.

Herr Dr. Vogel, wie fühlen Sie sich so kurz nach der Wahl?

Dr. Dirk Vogel: Sehr gut, vielen Dank. Bei einem Wahlkampf um ein Amt ist es ein bisschen wie im Sport: Entweder gewinnt man, oder man verliert. Dazwischen gibt es wenig. Da steigt schon mal der Puls. Aber der ist wieder unten und weicht einer Dankbarkeit für das entgegengebrachte Vertrauen.

Hätten Sie vorher geglaubt, dass Sie Ihren Gegenkandidaten Gerhard Schneider quasi von links überholen können, noch dazu gleich im ersten Wahlgang?

Ich habe immer an meine Möglichkeit geglaubt, diese Wahl gewinnen zu können. Ansonsten wäre ich nicht angetreten. Den Rückhalt für meine Themen und meine Person habe ich gespürt. Wie sich das am Ende auswirkt bei einer Wahl, das weiß man bis zum Schluss nicht.

Was haben Sie besser gemacht als er?

Das müssen Sie die Kissinger fragen. Ich kann nur sagen, was ich gemacht habe und weiterhin machen werde: Ich verspreche nicht das Blaue vom Himmel. Stattdessen analysiere ich Probleme und arbeite Lösungen heraus. Außerdem bin ich ein umgänglicher Typ mit Kissinger Wurzeln. Ich denke, das war kein Nachteil.

Sie haben ja ziemlich viel mit Facebook gearbeitet...

Das Medium war nicht entscheidend. Entscheidend war, was ich gesagt habe.

Wenn Herr Schneider sein Stadtratsmandat nicht annimmt und Geschäftsleitender Beamter bleibt, wovon auszugehen ist, müssen Sie eng mit ihrem ehemaligen Gegenkandidaten zusammenarbeiten. Meinen Sie, das klappt reibungslos?

Das weiß ich nicht. Wir haben auf der persönlichen Ebene einen fairen Wahlkampf geführt. Von daher sind die Voraussetzungen gut. Aber jetzt ist der Wahlkampf zu Ende. Als Leiter der Verwaltung begegnen wir uns in anderen Rollen. Wir werden in Ruhe und gegenseitiger Wertschätzung miteinander ins Gespräch kommen.

Wann brechen Sie Ihre Zelte in Rüsselsheim ab?

Das kann ich noch nicht genau sagen. Durch die aktuelle Corona-Krise bin ich auch im Verwaltungsstab der Stadt zur Bewältigung der Krise eingebunden. Von daher konnte ich den Zeitpunkt meines Weggangs noch nicht abstimmen. Das wird diese Woche passieren.

Wenn Sie Ihr Amt am 1. Mai in Bad Kissingen antreten, ist der Spuk mit dem Corona-Virus hoffentlich vorbei. Aber die Stadt wird noch erheblich mit den Folgen zu kämpfen haben. Machen Sie schon Pläne, was dann für Sie als Stadtoberhaupt zu tun ist?

Ich werde aller Voraussicht nach leider noch damit beschäftigt sein. Selbstverständlich mache ich mir Gedanken. Drei Ziele sind aus meiner Sicht entscheidend: Erstens müssen wir die Krise gesundheitlich gut überstehen. Das heißt weniger Ansteckungen und bestmögliche Versorgung der Infizierten. Zweitens müssen wir die zivilgesellschaftlichen Hilfen bündeln und koordinieren. Drittens müssen wir den wirtschaftlichen Schaden minimieren. Die Sorgen der Kissinger Unternehmen und Arbeitnehmer sind auch meine.

Kay Blankenburg und die Stadt haben nun die erste Maßnahme zur Förderung der Liquidität der Unternehmen initiiert, als sie die Gewährungen von Stundungen für Unternehmen erleichtert hat. Weitere staatliche Förderungen müssen und werden folgen. Mir ist eine Botschaft wichtig: Die Stadt steht an ihrer Seite. Bad Kissingen steht zusammen.

Wie wollen Sie im Stadtrat Mehrheiten hinter sich bringen? Die SPD allein hat ja keine Mehrheit. Mit wem könnten Sie sich eine Zusammenarbeit vorstellen?

Das ist ganz normal. Die Gesellschaft wird bunter, also werden auch deren Vertreter vielfältiger. Das heißt mehr Diskussion, Kommunikation und Verhandlung.

Das Interview führteHeike Paulus

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