Diebach

Bayern blüht auch im Landkreis auf

Die bayernweite Schleppertour des Bayerischen Bauernverbands "Bayern blüht auf" machte auch im Landkreis Halt. Und der BBV konnte feststellen, dass die Landwirte hier schon viel zum Artenschutz beitragen.
Der BBV-Schlepper hielt auf seiner Tour auch   auf den Feldern von Joachim Leitschuh an. Foto: Gerd Schaar
Der BBV-Schlepper hielt auf seiner Tour auch auf den Feldern von Joachim Leitschuh an. Foto: Gerd Schaar

Klimawechsel, Insektensterben , bedrohte Artenvielfalt - die bayerischen Landwirte schauen nicht einfach so zu, sondern sie sind längst gegen solch drohende Missstände mit gezielten Maßnahmen aktiv geworden. Sichtbar wird dieses Bemühen durch die bayernweite Schleppertour des Bayerischen Bauernverbands (BBV) mit dem Motto "Bayern blüht auf". Jetzt machte diese Tour mit bayernweit 150 Stationen unter anderem auch in Diebach und Neuwirtshaus Halt.

Geplant gewesen sei diese Aktion ursprünglich schon für das vergangene Jahr, in dem die 100-jährige Verfassung des Freistaates Bayern gefeiert wurde, bestätigte BBV-Bezirksgeschäftsführer Eugen Köhler.

"Wie kommt unser Betrieb zu solchen Blühflächen?", ging Sturmius-Landwirt Walter Zeitz auf das Interesse der neugierigen Besucher ein. Diese Blühfläche ist ein optisch reizvoller Geländestreifen zwischen seinem Maisfeld und dem Radweg am Ortseingang von Diebach . Schon vor Jahren habe er Umweltschutzgedanken im Kopf gehabt, verriet Zeitz. Im April seien die jetzt blühenden Blumen ausgesät worden. Unterstützt werde diese Aktion durch so genannte Blühpatenschaften von Nichtlandwirten, die sich mit ihren finanziellen Beiträgen in die Maßnahme einbrachten. Umweltfreundlich seien auch seine Maßnahmen gegen den Schädling Maiszünsler, den Zeitz auf biologischer Basis mit Schlupfwespen bekämpft.

Egal, ob es um Bienen und Insekten, um bedrohte Tierarten wie Lerchen, Wiesenweihe oder Feldhamster, um die Haltung alter Haus- und Nutztierrassen, um den Anbau alter Obst- und Gemüsesorten geht: Bayerns Landwirte nehmen den Artenschutz ernst. Und dabei fließt offensichtlich viel Herzblut. Das wurde zum Beispiel auf der Streuobstwiese des Genussbrenners Andreas Lutz in Windheim sichtbar.

Qualität und Artenvielfalt seien die Grundvoraussetzungen für edle Brände, sagte Lutz. Auf seinen gepflegten Flächen lege er großen Wert auf natürlichen Pflanzenschutz statt chemischer Keule. Dazu gehöre zum Beispiel ein gesunder Untergrund der Obstbäume. Ein Problem sei die extreme Trockenheit seit dem vergangenen Jahr. Trotzdem schafften es diverse Kräuter zu blühen: Löwenzahn, Distel, Gelbklee und weitere Kleearten. Die Kräuter bieten den herbeigesehnten Bestäubungs-Insekten eine Heimat, können aber auch im speziellen Gin von Lutz landen.

Der BBV-Schlepper fuhr weiter nach Neuwirtshaus, um die Hühnerhaltung im Freiland des Betriebes von Karlheinz Vogler zu besuchen. Mit schnell wachsenden Gehölzen wie Pappeln oder Weiden genießen die Freilandhühner Schutz vor den Greifvögeln. "Auch der Fuchs will sich an die Hühner machen", verriet Vogler und hofft, dass der Zaun dicht bleibt. Möglich wurde die Freilandhaltung für rund 20 000 Hühner durch einen Flächentausch, denn die ursprünglich geplante Fläche wurde verworfen. "Vier Quadratmeter Auslauffläche pro Huhn", bestätigte Vogler den vorhandenen Platz. "Man weiß, woher diese Eier kommen - also keinesfalls aus einem anonymen Tetrapack", sagte Ehefrau Paula Vogler , denn auf die Kennzeichnung von Voglers Produkten werde großer Wert gelegt.

Den nächsten Stopp für den BBV-Schlepper gab es auf den Feldern vom stellvertretenden Ortsobmann von Schwärzelbach Joachim Leitschuh. In der Brache neben dem Anbau von Kartoffeln und Gemüse sowie Hafer und Buchweizen blüht es kräftig. Rehwild, Hase und Rebhuhn finden hier Nahrung und Schutz.

Apfel und Birne aus verschiedenen einheimischen Sorten der Streuobstwiese: Auf die Reife der Früchte komme es bei den sortenreinen Obstbränden an, bestätigten Ingrid und Lothar Bold, Brenner aus Neuwirtshaus. Dann besitze die Frucht von der Streuobstwiese auch genügend Oechslegehalt. Edle Brände und leckere Fruchtaufstriche sind das schmackhafte Ergebnis. Geerntet werde von etwa 150 eigene Bäumen und zusätzlichen aus dem Gemeindebereich Wartmannsroth, sagte Lothar Bold, der Vorsitzende des Vereins Brennerweg. Hinzu kämen noch viele weitere Früchte, Beeren und Kräuter , die in der Verarbeitung landen. Sortenvielfalt und Qualität sind Trumpf. Auch ein Insektenhotel ist auf Bolds Streuobstwiese anzutreffen. Das nicht gewendete Heu dient naturbelassen der Wildfütterung im Winter.

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