Diebach

Besuch bei den Fledermäusen in der Diebacher Wehrkirche

Eine Abendexkursion veranstaltete der BUND Naturschutz zu den Fledermäusen in der Diebacher Wehrkirche.
Ulf Zeidler und Dieter Fünfstück berichten von der Lebensweise der 18 im Landkreis vorkommenden Fledermausarten.  Foto: E. Assmann       -  Ulf Zeidler und Dieter Fünfstück berichten von der Lebensweise der 18 im Landkreis vorkommenden Fledermausarten.  Foto: E. Assmann
| Ulf Zeidler und Dieter Fünfstück berichten von der Lebensweise der 18 im Landkreis vorkommenden Fledermausarten. Foto: E. Assmann

Der BUND Naturschutz veranstaltete eine Abendexkursion zu den Fledermäusen in der Diebacher Wehrkirche . Ulf Zeidler und Dieter Fünfstück gaben Informationen über deren Lebensweise.

In der Wehrkirche findet sich eine Mausohrkolonie mit etwa 700 Tieren . Doch der Weg dahin ist eng und steil. Eine schmale Treppe führt zum Dachboden der alten Wehrkirche hinauf zur Wochenstube der Fledermauskolonie des Grauen Mausohrs (Myotis myotis). Je nach Temperatur hängen die Tiere weiter oben oder weiter unten an den Dachsparren. Anders als bei den geräuschlosen Nachtflügen mit Echoortung ist ein emsiges Fiepen zu hören: In der Wochenstube, die nur aus Weibchen und dem Nachwuchs besteht, kommunizieren die Fledermäuse so miteinander. Viele Schauergeschichten ranken sich um Fledermäuse, die einzigen Säugetiere , die den Luftraum erobert haben. Vor allem in lauen Sommernächten lassen sich im Garten diese lautlosen Flieger beobachten. Die Faszination für diese nachtaktiven Tiere , die tagsüber kopfüber in Wandspalten, an Dachbalken und Dachziegeln hängen, ist groß.

Abendlicher Beuteflug

Am Abend beginnt auch der Beuteflug nach Insekten. Hier weist Zeidler auch darauf hin, dass es für Vögel und Fledermäuse wichtig ist, an den Gebäuden auch Öffnungen zu lassen, die die Tiere nutzen können. Die Kirchengebäude an sich sind oft ein artenreicher Lebensraum. So nisten Schleiereulen und Mauersegler im Kirchturm in angebrachten Nistkästen. Auch ein Ringeltaubennest ist zu sehen. Naturnahe, artenreiche Gärten ohne Chemieeinsatz, Hecken und Wälder versorgen die Fledermäuse mit ausreichend Nahrung.

Auch in anderen Kirchen wie etwa Machtilshausen und Feuerthal finden sich solche Wochenstuben mit dem Großen Mausohr. Zweimal im Jahr werden die Sommer- und Winterquartiere der Fledermäuse im Landkreis von der Koordinationsstelle für Fledermausschutz in Erlangen kontrolliert und die Tiere gezählt und Veränderungen der Populationen aufmerksam beobachtet. So kann eine Restaurierung alter Dachböden oder auch der Einzug einer Schleiereule, die Jagd auf Fledermäuse macht, die Populationsgröße empfindlich verringern. Vor allem der Verlust von Jagdlebensräumen, die Anreicherung von Giften in Insekten gefährdet die Flattertiere.

Im Dachboden der Wehrkirche leben die Fledermäuse nur im Sommer. Hier ziehen sie ihre Jungen groß. Mitte August verlassen sie ihr Sommerlager. Viele Arten überwintern vereinzelt in Höhlen von alten Bäumen, andere Arten halten ihren Winterschlaf in Gruppen in Kellergewölben.

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