Bad Kissingen

Bad Kissingen: Bewegung in und nach der Rehabilitation

Den Boxberger-Preis bekamen die beiden Sportwissenschaftler Judith Wais und Wolfgang Geidl für ihre Studie zu Bewegungstherapien in der medizinischen Rehabilitation.
Die Preisverleihung fand mit gebührenden Abstand statt. Foto: Klaus Werner       -  Die Preisverleihung fand mit gebührenden Abstand statt. Foto: Klaus Werner
| Die Preisverleihung fand mit gebührenden Abstand statt. Foto: Klaus Werner

Vielleicht eröffnet der Boxberger-Preis 2020 für Bad Kissingen ein neues Aktionsfeld. Wenn es nach Dr. Klaus-Henning Kraft geht, dann wird die Saalestadt mit der Auszeichnung für die Studie " Bewegungstherapie in der medizinischen Rehabilitation : eine Bestandsaufnahme auf Einrichtungs- und Akteursebene" der zentrale Ort für den Austausch von Bewegungstherapeuten, um den Ansatz der Studie weiterzuführen.

Im Rossini-Saal begrüßte Oberbürgermeister Dr. Dirk Vogel neben den beiden Preisträgern Dr. des. Judith Wais und Dr. Wolfgang Geidl auch den Laudator Prof . Dr. Michael Linden als Vorsitzenden des Kuratoriums und Dr. Klaus-Henning Kraft als Vorsitzenden des Vorstandes der Boxberger-Stiftung Bad Kissingen . " Bad Kissingen steht seit 200 Jahre für Gesundheit" und deshalb freue er sich, dass vor Ort alle zwei Jahre der Boxberger-Preis für gesundheits-medizinische Arbeiten verliehen werde. In Nicht-Coronazeiten habe man 1,6 Millionen Übernachtungen und davon die Hälfte in Reha-Einrichtungen und gerade "der Übergang nach der Reha-Maßnahme in den Alltag ist Bad Kissingens Kernkompetenz", sagte das Stadtoberhaupt.

In seiner Laudatio bekannte Linden, dass man sich angesichts der Qualität der fünf Bewerbungen schwergetan habe. Aber letztlich sich die Studie zur Bewegungstherapie von Wais und Geidl "gegen ernstzunehmende Konkurrenz" durch, an der sich 700 Reha-Einrichtungen beteiligten und die von der Deutschen Rentenversicherung gefördert worden ist. Erkannt wurde, dass Bewegungstherapie die am häufigsten verordnete Therapieform im Rahmen der medizinischen Rehabilitation ist und dass sie durchschnittlich elf Stunden pro Woche angewandt wird - was 60 Prozent der Therapiezeit entspricht. Trotzdem fehlten bisher systematische Erkenntnisse über die konkrete praktische Umsetzung der Bewegungstherapie im Sinne einer nachhaltigen Bewegungsförderung. Diesen eklatanten Mangel behob das Forschungsprojekt "BewegtheReha", das in Kooperation der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg und der Eberhard-Karls-Universität Tübingen durchgeführt wurde. Die nationale Bestandsaufnahme liefert die Basis für eine systematische Verbesserung der Konzepte und Abläufe in der Bewegungstherapie auf der Ebene der Reha-Einrichtungen und der Therapeuten . Doch nicht nur der Status quo werde erfasst, vielmehr werden durch die Projektergebnisse konkrete Handlungsempfehlungen formuliert, die Optimierungspotentiale anregen sowie eine Qualitätsentwicklung in den Bereichen Personal- und Organisationsentwicklung zum Ziel haben.

Als Vertreter des Vorstandes der Boxberger-Stiftung Bad Kissingen überreichten Kraft und Vogel symbolisch die Urkunden an die Preisträger Judith Wais und Wolfgang Geidl - und dies im gebührenden Abstand. Dotiert ist die Auszeichnung mit einer monetären Wertschätzung in Höhe von 10 000 Euro. Beide bedankten sich nicht nur bei der Boxberger-Stiftung Bad Kissingen , sondern allen, die zum Gelingen der umfangreichen Studie beigetragen haben.

Die Preisträger

Dr. Judith Wais (35) und Dr. Wolfgang Geidl (44) sind beide begeisterte Sportler mit unterschiedlichem Equipment: einerseits das Pferd beim Voltigieren, andererseits das Fahrrad als tägliches Fortbewegungsmittel. Als ehemalige Bewegungstherapeuten und mittlerweile Sportwissenschaftler der Universitäten in Tübingen bzw. Nürnberg-Erlangen haben sie sich über das gemeinsame Interesse gefunden, "Menschen auf ihrem Weg in ein aktiveres Leben zu unterstützen". Aus ihrer bewegungstherapeutischen Praxis wissen sie, dass es Menschen sehr schwerfällt, die im Rahmen einer Reha-Maßnahme erlernten Bewegungseinheiten in den Alltag einzubauen und damit langfristig aktiv zu bleiben. Neue Ansätze, zum Beispiel körperliches Training mit positiven Bewegungserlebnissen und Patientenschulungselementen zu verbinden, können ihrer Ansicht nach erfolgreich der Behäbigkeit des Alltags entgegenwirken. Daraus ergab sich für Wais und Geidl der Ausgangspunkt ihrer Forschungsarbeit , denn sie wollten erkennen, wie verbreitet diese neuen biopsychosozialen Konzepte in der medizinischen Rehabilitation sind und welche Einstellung die Bewegungstherapeuten dazu haben.

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