Bad Kissingen

Bildhauer und Goldschmied zeigten tragbare Kunst

Bereits im vergangenen Sommer hatten Malte Meinck und das Ehepaar Metz ihre Zusammenarbeit begonnen. Was daraus geworden ist, gab es nun in einer Ausstellung in Langenleiten zu sehen.
Der Bad Kissinger Goldschmied Malte Meinck (rechts) und das Bildhauerpaar Klaus und Heike Metz zeigten in Langenleiten sowohl die Skulpturen in Originalgröße als auch stark verkleinert als Schmuckskulptur. Foto: Sigismund von Dobschütz       -  Der Bad Kissinger Goldschmied Malte Meinck (rechts) und das Bildhauerpaar Klaus und Heike Metz zeigten in Langenleiten sowohl die Skulpturen in Originalgröße als auch stark verkleinert als Schmuckskulptur. Foto: Sigismund von Dobschütz
Der Bad Kissinger Goldschmied Malte Meinck (rechts) und das Bildhauerpaar Klaus und Heike Metz zeigten in Langenleiten sowohl die Skulpturen in Originalgröße als auch stark verkleinert als Schmuckskulptur. Foto: Sigismund von Dobschütz

Fast 250 Skulpturen aus Bronze, Stein und Holz aus der Bildhauerwerkstatt von Klaus und Heike Metz waren am Wochenende in der Gemeinschaftsausstellung "Tragbare Kunst" in deren Atelier in Langenleiten zu bewundern. Als Gastaussteller zeigte der Bad Kissinger Goldschmied Malte Meinck ebenfalls einige davon, allerdings stark verkleinert zu Schmuckskulpturen in Edelmetall .

"Ich setze die Werke der beiden Bildhauer in eine andere Dimension um", beschreibt Malte Meinck (56) seine Arbeit mit dem Künstlerpaar Metz. "Ich transportiere ihre Skulpturen in eine neue Dimension und mache ihre Kunstwerke am Körper tragbar."

Begonnen hatte die Zusammenarbeit im vergangenen Sommer, nachdem Meinck bei einem Werkstattbesuch in Langenleiten die Miniaturen von Heike Metz (50) entdeckt hatte. "Ihre Miniaturplastiken sind fast schon Schmuck." Hier sieht sich der Goldschmied eher in einer "dienenden Funktion", da er diese Miniaturen nur noch in Edelmetall umzusetzen und, ergänzt mit Kette und Perlen oder Edelsteinen, "schmückende Arrangements" zu schaffen braucht.

Der 3D-Drucker kam zum Einsatz

Schwieriger ist es bei den oft lebensgroßen Skulpturen von Klaus Metz (52). Skeptisch hatte sich der erfahrene Goldschmied anfangs gefragt, ob die Qualität des Originals bei der Umsetzung zu Schmuck erhalten bleibt. Doch Meincks Versuche waren erfolgreich. Mit Einsatz eines 3D-Scanners und eines 3D-Druckers gelingt in mehreren Schritten die Schaffung eines maßstabsgerechten Modells. Nach Abschluss der computergestützten Vorarbeit beginnt dann das klassische Goldschmiede-Handwerk.

So konnten die Besucher der Ausstellung sowohl Meincks verkleinerten Schmuckskulpturen als auch die Originale von Klaus und Heike Metz miteinander vergleichen.

Ungewöhliche Zusammenarbeit

"Wir haben dieselbe professionelle Einstellung zu unserem Beruf und denselben Qualitätsanspruch", sieht Klaus Metz als Basis dieser ungewöhnlichen Zusammenarbeit. "Der Goldschmied arbeitet wie ein Bildhauer . Meincks Schmuckstücke sind gleichsam eine Essenz meiner Skulpturen ." Diese Originale sind in Atelier und Werkstatt des seit 1996 in Langenleiten freischaffenden und mehrfach preisgekrönten Künstlers in grenzenloser Vielfalt zu finden. "Ich lege mich nicht fest, sondern setze interessante Eindrücke um."

Die Bandbreite reicht vom beeindruckenden Bergmassiv bis zum Totenkopf, von einem sitzenden Tier bis zum Frauenakt. "Nicht jedes meiner Werke muss einen Sinn haben. Es passiert einfach." Seine Arbeiten sind zwar gegenständlich, aber "stark auf das Wesentliche reduziert", wobei die Form des jeweiligen Kunstwerks immer auch abhängig ist von der vorgegebenen Form des eingesetzten Materials.

Angefangen hat Metz als Holzbildhauer in der Werkstatt seines Vaters Günter Metz. Doch längst arbeitet er mit unterschiedlichsten Materialien von Stein über Bronze bis Kunstharz. "Da bin ich völlig offen und ich lasse mir auch Raum für Experimente."

ÜberUmwege zur Bildhauerei

Viele Versuche dürften auch bei Ehefrau Heike Metz am Beginn ihrer Bildhauer-Karriere gestanden haben. Schließlich war sie zunächst als Erzieherin tätig und hatte sich dann als Sprachpädagogin weitergebildet. Durch Ehemann Klaus ist sie später zwar zur Bildhauerei gekommen, doch arbeitet sie seit 2001 völlig eigenständig und mit eigenem Atelier. Ihr bevorzugtes Thema ist die "abstrahierte Architektur".

Bekannt ist Bildhauerin Heike Metz aber durch Auftragsarbeiten für realistische Dorf- und Stadtmodelle. Dies erfordert eine besondere Kunstfertigkeit, denn nicht selten stehen ihr nur alte Kupferstiche oder historische Luftaufnahmen als zweidimensionale Vorlagen zur Verfügung. "Ich schaffe daraus dreidimensionale Porträts von Orten."

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