Hammelburg

Bruckner-Orchester in Musikakademie: Masse mit Klasse

80 Musiker aus ganz Deutschland gaben als Bruckner-Orchester in der Hammelburger Musikakademie ein Konzert. Die Zuhörer erlebten gewaltige Dynamik und einen, den sie vielleicht noch von früher kennen.
Die 80 Musiker des sinfonischen Bruckner-Orchesters Coburg brauchten mehr als die Hälfte der Raumfläche in der Musikakademie. Foto: Gerd Schaar
Die 80 Musiker des sinfonischen Bruckner-Orchesters Coburg brauchten mehr als die Hälfte der Raumfläche in der Musikakademie. Foto: Gerd Schaar
Der Große Saal der Musikakademie hätte am Samstag beim Neujahrskonzert noch größer sein dürfen. Rund 80 Musiker des sinfonischen Bruckner-Orchesters Coburg brauchten mehr als die Hälfte der Raumfläche. Für die Zuhörer wurde es eng. Aber es lohnte sich zuzuhören.
Wer die gewaltige Dynamik eines voll besetzten Sinfonie-Orchesters erleben wollte, der war auch mit einem Stehplatz zufrieden. Die Kompositionen "Kossuth" von Béla Bartók und "Le Sacre du Printemps" von Igor Strawinsky gaben den Musikern unter der Leitung von Dirigent Helmuth Reichel Silva reichlich Gelegenheit, ihr Können zu zeigen.
Dass es sich dabei um Laienmusiker handelt, kann man angesichts des hohen Niveaus kaum glauben. Eine Woche lang hatten sich die aus ganz Deutschland und einigen Nachbarländern angereisten Musiker in der Musikakademie auf das Konzert vorbereitet.


Für ihn macht's die Mischung

Darunter war auch Schlagzeuger Stefan Emmerling. Der gebürtige Obereschenbacher ist nach Düsseldorf übergesiedelt. Dort spielt er seit drei Jahren im Ausbildungs-Musikkorps der Bundeswehr. "Seit fünf Jahren bin ich im Bruckner-Orchester dabei", sagt er. Zum großen Teil kenne man sich über die Jahre hinweg. "Aber es kommen immer wieder auch Neue hinzu." Einerseits Blasmusik bei der Bundeswehr und andererseits klassische Musik im Sinfonie-Orchester - Emmerling betont: "Für mich ist das eine willkommene Abwechslung."
Nur durch einen Zufall kam Emmerling vor fünf Jahren zum Bruckner-Orchester. "Ich habe einen Flyer gesehen und wurde darauf aufmerksam", sagt er. Damals hätten sogar 120 Musiker in diesem Orchester gespielt. Jeder, der sich das zutraut, könne in diesem Laienorchester mitspielen. "Freilich wird ein gewisses Maß an Können vorausgesetzt." Die Dirigenten hätten in den vergangenen Jahren öfter gewechselt. Jetzt schwang der Chilene Helmuth Reichel Silva den Taktstock. Der 33-Jährige gilt als einer der herausragenden südamerikanischen Dirigenten aus der jüngeren Generation. Reichel Silva gewann im vergangenen Jahr den 2. Preis beim 6. Deutschen Hochschul-Wettbewerb zum Orchester-Dirigieren in Stuttgart.
Das Bruckner-Orchester gibt es seit 2002. "Doch nicht nur der Orchestername ist Programm", so die offizielle Beschreibung. Neben vielen Sinfonien von Anton Bruckner lagen schon Werke von Gustav Mahler, Gustav Holst, Dimitri Schostakowitsch, und Richard Strauss auf den Notenpulten. Mit Strawinsky und Bartók begab sich das Bruckner-Orchester jetzt auf ein neues Terrain. Zahlreiche Crescendos, rhythmische Muster und kontrastierende Klangblöcke forderten Spieler und Instrumente.

Weitere Artikel

Schlagworte

  • Hammelburg
Lädt

Schlagwort zu
„Meine Themen“

hinzufügen

Sie haben bereits
/ 15 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits

entfernen

Um "Meine Themen" nutzen zu können müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen

zustimmen
0 0
Kommentar schreiben

Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!