Oberthulba

Bürgermeister Schlereth ist bis zum letzten Tag im Oberthulbaer Rathaus

Nach 20 Jahren im Amt übergibt Bürgermeister Gotthard Schlereth an seinen Nachfolger Mario Götz.
Der neue Brunnen auf dem neuen Dorfplatz in Oberthulba war eines der letzten Groß-Projekte in der Amtszeit des scheidenden Oberthulbaer Bürgermeisters Gotthard Schlereth.  Foto: Ralf Ruppert       -  Der neue Brunnen auf dem neuen Dorfplatz in Oberthulba war eines der letzten Groß-Projekte in der Amtszeit des scheidenden Oberthulbaer Bürgermeisters Gotthard Schlereth.  Foto: Ralf Ruppert
Der neue Brunnen auf dem neuen Dorfplatz in Oberthulba war eines der letzten Groß-Projekte in der Amtszeit des scheidenden Oberthulbaer Bürgermeisters Gotthard Schlereth. Foto: Ralf Ruppert

Eigentlich hätte Bürgermeister Gotthard Schlereth noch jede Menge alten Urlaub, trotzdem kommt er auch an seinen letzten offiziellen Arbeitstagen noch ins Rathaus: Hier ein Notar-Termin, dort noch eine Sitzung der Forstbetriebsgemeinschaft (FBG), selbst der Gemeinderat kam trotz Corona vollzählig zur letzten Sitzung, um ihn zu verabschieden. Möglichst viel will Schlereth noch regeln, auch wenn der 65-Jährige eine alte Rhöner Weisheit kennt: "Du übergibst nie einen komplett aufgeräumten Hof."

Schlereth ist stolz auf seine 20 Jahre als Bürgermeister und die Erfolge für die Gemeinde: " Oberthulba steht als selbstbewusstes Grund-Zentrum zwischen Hammelburg und dem Oberzentrum Bad Kissingen-Bad Neustadt gut da." Der 65-Jährige hatte sich früh festgelegt, dass er keine vierte Amtszeit anstrebt. "Die 20 Jahre waren sehr erfüllend, ich war immer mit Motivation und Herzblut dabei, das habe ich auch oft gespiegelt bekommen", sagt er rückblickend, und: "Es war nicht immer einfach, sich der öffentlichen Diskussion zu stellen." Bürgernähe und Transparenz seien ihm wichtig gewesen: "Das Gremium war immer gut informiert", betont Schlereth. Deshalb seien die Sitzungen alle zwei Wochen auch meist sehr harmonisch gewesen. Seinem Nachfolger, dem bisherigen 3. Bürgermeister Mario Götz, wünscht Schlereth alles Gute: "Ich bin sicher, er wird zusammen mit dem neuen Gemeinderat die Herausforderungen gut meistern." Leider habe die Corona-Krise einige Unwägbarkeiten etwa bei den Gewerbesteuer-Einnahmen gebracht: "Ich bedauere, dass ich meinem Nachfolger das Amt mit so vielen Unsicherheiten übergeben muss."

Viele große Projekte

In seinen 20 Jahren als Bürgermeister hat Schlereth ganz viel auf den Weg gebracht: Für 3,1 Millionen Euro wurde von 2007 bis 2011 die Thulbatal-Schule grundlegend saniert. Von der dreizügigen 1. Klasse bis zu jeweils einzügigen Mittelschul-Klassen wird dort unterrichtet. Das letzte große Projekt, die Kita Thulba für 3,3 Millionen Euro, steht kurz vor dem Abschluss. Das Hassenbacher Gemeindehaus, die Alte Schule Wittershausen, der Dorfplatz Oberthulba , mehrere Baugebiete und vieles mehr wurden in Schlereths Amtszeit gebaut. "Es hat mir schon immer Spaß gemacht, Dinge zu organisieren", beschreibt er seine Motivation.

Gemeinde gut aufgestellt

Die Marktgemeinde sei mit drei Haus- und zwei Zahnärzten, Apotheke und Supermärkten gut aufgestellt. Kurz vor Ende der Amtszeit fädelte Schlereth noch den Kauf des Lebensmittel-Marktes direkt neben dem Dorfplatz ein. Eine mögliche Mieterin gebe es schon. Außerdem habe er sich "corona-gerecht" von den rund 45 Mitarbeitern verabschiedet. Bei der FBG, beim Bayerischen Gemeindetag und in anderen Gremien stehen aber noch jede Menge Verabschiedungen aus.Privat Gotthard Schlereth wurde 1954 in Waldfenster geboren, 1979 heiratete er seine Frau Theresia und zog nach Oberthulba . Das Ehepaar hat zwei erwachsene Töchter und zwei Enkelsöhne.

Beruf Nach dem Abitur 1975 am Bad Kissinger Gymnasium verpflichtete sich Gotthard Schlereth zwei Jahre bei der Bundeswehr . Bis 1986 arbeitete er als Industriekaufmann bei der Fuchsstädter Krawattenfabrik Halbritter, danach wechselte er zur Sparkasse. Politik Schlereth wurde 1996 in den Marktgemeinderat gewählt. Als Bürgermeister Gerhard Adam im Jahr 2000 nach drei Amtsperioden ausschied, kandidierte Schlereth für die Freie Wählergemeinschaft Oberthulba und setzte sich gegen den damaligen Mitbewerber, den 2. Bürgermeister Reiner Werner von der CSU , mit knapp 60 Prozent durch. In Oberthulba wurde ab 1982 der Bürgermeister versetzt zum Gemeinderat gewählt, weil damals Bürgermeister Herbert Neder in den Landtag einzog. 2006 wurde Schlereth mit 99 Prozent im Amt bestätigt, 2012 wurde er mit 97 Prozent gleich für acht Jahre gewählt, damit die Bürgermeister-Wahl 2020 wieder zusammen mit dem Gemeinderat stattfindet.

Ehrenamt Schlereth ist unter anderem seit zwölf Jahren, also seit Gründung der Forstbetriebsgemeinschaft Rhön-Saale, deren Vorsitzender und seit sechs Jahren Kreisvorsitzender im Bayerischen Gemeindetag.rr

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