BURKARDROTH

Burkardroth ist dabei: Energie regional erzeugen und verbrauchen

Deutschland für Blackout schlecht gerüstet       -  Energie regional erzeugen und vermarkten ist das Ziel eines Regionalwerks im Landkreis Bad Kissingen.
Foto: Julian Stratenschulte, dpa | Energie regional erzeugen und vermarkten ist das Ziel eines Regionalwerks im Landkreis Bad Kissingen.

Energie regional erzeugen und verbrauchen. Ein Stückchen Unabhängigkeit von den unberechenbaren Schwankungen des globalen Energiemarktes bekommen – das ist eines der Ziele, das sich der Landkreis, die Städte und Gemeinden sowie die Stadt- und Gemeindewerke gestellt haben. Klar ist, dass es nur gemeinsam gehen wird und nicht von heute auf morgen.

Burkardroths Bürgermeister Daniel Wehner (CSU) stellte das Vorhaben im Gemeinderat vor. Der Grundsatzbeschluss, das Projekt zu unterstützen und sich aktiv zu beteiligen, wurde vom Gremium einstimmig gefällt.

Ziel der gemeinsamen Bestrebungen sei es, einen möglichst großen Teil der Wertschöpfung über alle Stufen der Energieerzeugung und Energieversorgung in der Region zu halten. Das könne neben der Sicherung der Energieversorgung Arbeitsplätze schaffen und erhalten.

Den Bürgerinnen und Bürgern soll die Möglichkeit geboten werden, sich aktiv an der Umsetzung von Projekten zu beteiligen, beispielsweise in Form von Bürgerenergiegenossenschaften.

Die Vision laute: Die Energiewende mit Experten, Institutionen und Kapital aus der Region selbst in die Hand nehmen. Die Energieversorgung im Landkreis Bad Kissingen für Mobilität, Wärme und Elektrizität wird aus der Region für die Region erzeugt – natürlich unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit.

Der Landkreis Bad Kissingen biete mit einer Fläche von 1137 Quadratkilometern und einer Bevölkerung von rund 103.000 Einwohnern ideale Bedingungen, um Anlagen für erneuerbare Energie so zu installieren, dass sie zu den Bedürfnissen und dem Landschaftsbild passen. Vorgesehen sei ein landkreisweiter Zusammenschluss in Form einer Organisation oder Gesellschaft, die zu 100 Prozent im Eigentum der Kommunen beziehungsweise des Landkreises selbst stehe.

In den nächsten Schritten gelte es, diese Organisationsform zu erarbeiten sowie Beteiligungsmöglichkeiten, Gesellschafter und Finanzierung. Eine externe Beratung sei notwendig, um die vielen Handlungsfelder zu erarbeiten und zu bündeln. Da gehe es um Flächensicherung, die Planung von Anlagen, um regenerative Energie zu erzeugen, um Finanzierungsfragen, den technischen und wirtschaftlichen Betrieb solcher Anlagen sowie die Vermarktung der produzierten elektrischen Energie.

Unabhängigkeit ist das Ziel

„Das Vorhaben ist absolut sinnvoll und notwendig. Es ist sinnvoll, es über den gesamten Landkreis aufzustellen. Wir als Gemeinde allein sind viel zu klein“, fasste die Gemeinderätin Marion Zehe (Stangenroth) zusammen. Kathrin Kupka-Hahn (Burkardroth) befürwortete den Ansatz, der eine gewisse Unabhängigkeit von großen Versorgern ermöglichen könne. „Wir können mitgestalten“, hob sie als positiven Aspekt hervor.

Johannes Schlereth (Zahlbach) möchte sichergestellt haben, dass auch private Projekte und Investoren berücksichtigt werden, dies gehöre zwingend in den Grundsatzbeschluss, kritisierte er die formulierte Zielsetzung.

Zudem verlangte er eine zügige Umsetzung. „Damit das Konzept kein Feigenblatt wird. Ich befürchte, dass es sich lang hinziehen wird, je nachdem wie viele Gemeinden beteiligt sind.“

Auf der Suche nach Flächen

Fragen zu den Kosten konnte Bürgermeister Wehner zum jetzigen Zeitpunkt nicht beantworten. Er geht davon aus, dass ein Grundbeitrag erforderlich und je nach Beteiligung an Projekten Kosten fällig werden.

Vorgeschlagen wurde das Thema rund um Energiewende und Energieversorgung in der anstehenden Klausurtagung des Marktgemeinderates auf die Tagesordnung zu nehmen, um beispielsweise infrage kommende gemeindliche Gebäude und Flächen aufzunehmen.

Eine Nachfrage beim Landratsamt ergab, dass sich laut Zeitplan im Januar noch möglichst alle Bürgermeisterinnen und Bürgermeister äußern sollen, ob ihre Kommunen Interesse an einer Mitgliedschaft beziehungsweise Gesellschafter an einer noch zu gründenden Gesellschaft haben. „Anschließend finden unmittelbar danach weitere Gespräche statt, und die nächsten Schritte werden angegangen“, heißt es in der Pressemitteilung.

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