Burkardroth

Burkardroth: Mit Mut zum ersten Buch

Schreiben und Lesen sind für Louisa Metz Möglichkeiten, um abzuschalten. Die Jungautorin veröffentlichte 2018 ihr erstes Buch und wünscht sich, dass mehr Jugendliche ein Buch in die Hand nehmen würden.
Louisa Metz aus Burkardroth hat 2018 ihr erstes Buch veröffentlicht.  Ihr Wunsch: Die Jugend solle wieder mehr in die Welt der Bücher eintauchen. Foto: Johannes Schlereth       -  Louisa Metz aus Burkardroth hat 2018 ihr erstes Buch veröffentlicht.  Ihr Wunsch: Die Jugend solle wieder mehr in die Welt der Bücher eintauchen. Foto: Johannes Schlereth
| Louisa Metz aus Burkardroth hat 2018 ihr erstes Buch veröffentlicht. Ihr Wunsch: Die Jugend solle wieder mehr in die Welt der Bücher eintauchen. Foto: Johannes Schlereth

Louisa Metz aus Burkardroth liebt das Lesen . Die 22-Jährige verfasste und veröffentlichte 2018 ihr erstes eigenes Jugend-Buch: Konfettiregen. Der Inhalt: Liebe, Freundschaft und das Finden zu sich selbst. Die Geschichte hinter der Entstehung ist ungewöhnlich und geprägt von Mut und dem Sprung über den eigenen Schatten.

Jungautorin Louisa Metz: "Ich muss auch anfangen."

"Eigentlich war das eher Zufall, dass ich angefangen habe zu schreiben", sagt die junge Frau. Geprägt wurde sie zunächst durch ihr Umfeld. Ihre Mutter liest gern und viel und arbeitet in der Burkardrother Bibliothek . "Ich war dann an manchem Wochenende mit dabei und habe einige Bücher verschlungen", sagt die junge Frau. In den Sommerferien 2011 nahm sie an einem Programm des Fraunhofer Instituts teil. "Das war im Bereich der Architektur - was ich ja mittlerweile auch studiere - es gab aber auch einen schriftstellerischen Bereich." Am Ende des zweiwöchigen Seminars stellten die Teilnehmer sich gegenseitig ihre Ergebnisse vor. "Als ich zuhause war, hatte ich nur einen Gedanken: Ich muss auch anfangen."

Autodidaktisches Schreiben

Anfangs sammelte sie erste Stichpunkte. "Im Lauf der Zeit ist das dann zu einer gewissen Größe herangewachsen", sagt sie rückblickend. "Ich habe mich dann immer gefragt, was ich damit denn eigentlich machen soll." Anfangs fanden sich autobiografische Aspekte in der Geschichte. "Das Schreiben hat mir geholfen abzuschalten und sich abzulenken", meint die Architekturstudentin. Geschrieben hat die Burkardrotherin meistens in den Sommerferien - und das ohne Schreibkurs oder ähnliches. Die 22-Jährige arbeitete sich autodidaktisch voran, bis wenige Jahre später ein Manuskript mit 160 Seiten Text fertig war. Das war etwa zeitgleich mit dem Abitur im Jahr 2015. "Zu dem Zeitpunkt war für mich persönlich ein Kapitel meines Lebens abgeschlossen und auch das Buch ", sagt sie. Allerdings: "Dass es jemand liest, war bis dahin auch noch nicht geplant."

Mut ist notwendig

Eine gedruckte Version gab es dennoch. "Die war für mich. Es war spannend, die Geschichte dann in der Hand zu halten - eben ganz anders, als sie nur am Computer zu sehen." Bis zur Veröffentlichung sollte es jedoch noch dauern. "Es waren ja autobiografische Passagen dabei. Ich hatte da etwas Bedenken." Zwar gab es massig positives Feedback aus dem Umfeld auf Leseproben, aber dennoch habe es im Kopf genagt: "Es hat Mut gebraucht. Man hat dann darüber nachgedacht, was ist, wenn der Verlag ablehnt?"

Im September 2017 rang sich die junge Frau schließlich doch durch. "Ich habe für mich das Projekt zu dem Zeitpunkt abgeschlossen und einen Verlag für Jung- und Neuautoren entdeckt und dachte, mehr als ein "Nein" können sie nicht sagen." Dann ging alles ganz schnell.

"Nach etwa zwei Wochen kam ein großes Kuvert von dem Verlag ." Der Inhalt: Infobroschüren und der Hinweis, dass von Seiten des Verlags Interesse besteht. Nur wenig später unterzeichnete Metz ihren Vertrag. Bis ihr Buch veröffentlicht werden sollte, gab es jedoch noch einiges zu tun. Der Titel und das Cover waren zu bestimmen, gemeinsam mit dem Lektorat feilte sie an mancher Textpassage, zudem verfasste Metz ihre Autorenbiographie. "Das Gute war, dass es dabei immer wieder Kommunikation mit dem Verlag gab, was geholfen hat." Für die Schützenhilfe vom Verlag musste sie - unterstützt von ihren Eltern - jedoch zum Vertragsabschluss einen Unkostenbeitrag an den Verlag überweisen. "Die haben ja dabei immer ein gewisses Risiko."

Hürden beim Vertrieb

"Reich damit zu werden, ist aktuell schwierig", sagt sie. Das hänge mit dem Vetrieb der Bücher zusammen. Erst, wenn Leser das Buch über den Verlag kaufen, kommt Geld bei der Jung-Autorin an. Erhältlich ist das Buch auf gängigen Online-Plattformen oder etwa in den Buchläden.

Im Gedächtnis geblieben ist Metz vor allem der Veröffentlichungstag."Den habe ich tatsächlich verpasst", sagt die 22-Jährige. Der Grund dafür: Es erging vom Verlag keine Information zum genauen Datum an die Burkardrotherin. Sie stöberte durch einen Onlineversandhandel und entdeckte dort per Zufall ihr Buch . "Ich war echt geschockt. Es wäre schön gewesen, wenn der Verlag mich informiert hätte."

Wenige Tage später hatte Metz dann ihren persönlichen Veröffentlichungstermin. "Da kam das Paket vom Verlag mit Büchern bei mir an. Das war ein starkes Gefühl. Ich bin mit dem Ergebnis mehr als zufrieden. Vor allem hat es mich bestätigt, dass das, was ich mache, gut ist."

Das sei ihr auch durch Rezensionen ihres Buchs deutlich geworden. "Eine viellesende Bloggerin fand das Buch toll. Es war schön, auch mal von Fremden zu erfahren, dass die Arbeit gut ist." Rezensionen auf Blogs und in den sozialen Medien findet sie gerade in der heutigen Zeit wichtig, hat Metz doch das Gefühl, dass viele junge Menschen nicht mehr in die Welt der Bücher eintauchen. "Dabei ist das eine super Sache, um abzuschalten." Derzeit arbeitet sie am zweiten Teil von Konfettiregen. "Aber es dauert noch eine Zeit, bis das fertig ist."

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