Bad Kissingen

Dank Kurzarbeit robust

Die Arbeitslosenquote blieb im Pandemiejahr 2020 relativ stabil. Vor allem im Frühjahr und im Schlussquartal kam der Arbeitsmarkt unter Druck.
Das verarbeitende Gewerbe verzeichnete 2020 einen Beschäftigungsrückgang von 2120 Personen (3,6 Prozent). Im Gegenzug gab es Beschäftigungszuwächse im Gesundheits- und Sozialwesen mit 607 Personen (2,0 Prozent),Symbolfoto: Heike Beudert       -  Das verarbeitende Gewerbe verzeichnete 2020 einen Beschäftigungsrückgang von 2120 Personen (3,6 Prozent). Im Gegenzug gab es Beschäftigungszuwächse im Gesundheits- und Sozialwesen mit 607 Personen (2,0 Prozent),Symbolfoto: Heike Beudert
| Das verarbeitende Gewerbe verzeichnete 2020 einen Beschäftigungsrückgang von 2120 Personen (3,6 Prozent). Im Gegenzug gab es Beschäftigungszuwächse im Gesundheits- und Sozialwesen mit 607 Personen (2,0 ...

Der Arbeitsmarkt in der Region Main-Rhön war infolge der Corona-Pandemie im Frühjahr stark eingebrochen. Die Arbeitslosenquote blieb im Jahresverlauf relativ stabil. Dies ist dem Einsatz des Arbeitsmarktinstrumentes Kurzarbeit zu verdanken, teilt die Agentur für Arbeit in Schweinfurt mit. Der bisherige Höhepunkt wurde im April und Mai erreicht. Nach einer kurzen Phase der Stabilisierung kam im Schlussquartal der Arbeitsmarkt angesichts der zweiten Infektionswelle erneut unter Druck.

Ein Einbruch wie im Frühjahr zeichnete sich allerdings zu diesem Zeitpunkt noch nicht ab. Vor allem in Teilen der Industrie zeige sich aktuell eine positive Entwicklung der Auftragslage.

Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung war erstmalig seit elf Jahren rückläufig. Die Zahl der Arbeitslosen stieg leicht an und die Kurzarbeit bewegte sich auf einem historischen Hoch.

Arbeitslosenquote bei 3,6 Prozent

Im Jahresdurchschnitt waren 8963 Menschen arbeitslos gemeldet. Es wurden 1507 Personen bzw. 20,2 Prozent mehr im Vergleich zum Vorjahr gezählt. Die durchschnittliche Arbeitslosenquote lag mit 3,6 Prozent weiterhin auf einem niedrigen Wert und erhöhte sich in 2020 um 0,6 Prozentpunkte.

Vom Anstieg der Arbeitslosigkeit waren die Kunden von der Arbeitsagentur und der Jobcenter unterschiedlich betroffen. In der Agentur für Arbeit Schweinfurt (im Bereich der Arbeitslosenversicherung ) waren es 5575 Menschen und damit eine Zunahme von 1140 Personen (plus 25,7 Prozent). Die Zahl der arbeitslosen Menschen in den Jobcentern (umgangssprachlich Hartz IV ) mit 3389 Personen entsprach einem Zugang von 378 Personen (plus 12,2 Prozent). Auffällig war, dass es für die Arbeitslosen schwieriger war, in Folge der Krise, neue Arbeit zu finden. Aus diesem Grund ist auch die Anzahl der Langzeitarbeitslosen (Menschen, die ein Jahr und länger arbeitslos gemeldet waren) im Vergleich zum Vorjahr um 312 Personen (um 18,2 Prozent) angestiegen.

Kurzarbeit in über 4000 Betrieben

Seit Jahresbeginn 2020 wurde von insgesamt 4143 Betrieben für 55 850 Arbeitnehmer Kurzarbeit angezeigt. Aktuelle Hochrechnungen der amtlichen Statistik zur tatsächlich realisierten Kurzarbeit der regionalen Unternehmen liegen der Agentur für Arbeit nach eigenen Angaben bis zum Monat August vor.

Der Höchststand der Anzahl der Betriebe bei der realisierten Kurzarbeit lag im Monat April bei 3254 und die Höchstzahl der betroffenen Arbeitnehmer im Monat Mai bei 38 013. Dies bedeutet, dass praktisch 29,7 Prozent der Betriebe und 21,6 Prozent der sozialversicherten Beschäftigten tatsächlich auch in Kurzarbeit gehen mussten. Im Frühjahr lag der durchschnittliche Arbeitsausfall rein rechnerisch für jeden kurzarbeitenden Mitarbeiter bei rund einem Drittel. Damit wurde beim Höchststand der Kurzarbeit, bei mathematischer Betrachtung, die Arbeitslosigkeit für fast 10 000 Beschäftigte verhindert.

Aufgrund des erneuten Lockdowns sei davon auszugehen, dass sich im Dezember 2020 wieder ein knappes Fünftel aller Beschäftigten in Kurzarbeit befand. "Auffällig war, dass nach Betriebsgröße die Kleinstbetriebe (bis 19 Beschäftigte ) mit rund 80 Prozent am stärksten von Kurzarbeit betroffen waren. Damit hilft das Instrument Kurzarbeit während der Corona-Pandemie insbesondere dem Mittelstand den Auftragsmangel zu überbrücken. Erwartet wird, dass dieser vorübergehend ist und mittelfristig in Vollbeschäftigung der Mitarbeiter zurückgekehrt werden kann. Erneut bewährt sich das Instrument der Kurzarbeit in einer Krise", bewertet Thomas Stelzer, der Leiter der Agentur für Arbeit , die aktuelle Lage.

Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten nahm erstmalig seit elf Jahren ab. Es wurde in 2020 ein Stand von 176 110 (177 795 in 2019) sozialversicherungspflichtig Beschäftigten verzeichnet. Welches einer Abnahme von 1685 Personen (minus 1,0 Prozent) entsprach. "Dies lag nicht an der Zahl der Entlassungen, sondern eher am Verzicht der Unternehmen neues Personal einzustellen", so Stelzer. Das verarbeitende Gewerbe verzeichnete einen Beschäftigungsrückgang von 2120 Personen (3,6 Prozent). Im Gegenzug gab es Beschäftigungszuwächse im Gesundheits- und Sozialwesen mit 607 Personen (2,0 Prozent), gefolgt vom Bereich der öffentlichen Verwaltung mit 210 Personen (2,5 Prozent) sowie dem Baugewerbe mit einem Plus von 177 Personen (1,0 Prozent).

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