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Das Rhön-Klinikum in Bad Neustadt ist auf den Corona-Herbst vorbereitet

Zuletzt sind im Landkreis Rhön-Grabfeld die Fälle von stationären Corona-Patienten gestiegen. Wie man am Campus damit umgeht und was man aus der Situation im Frühjahr gelernt hat.
Blickten zurück und voraus in Bezug auf die Corona-Lage am Rhön-Klinikum Campus. Im Bild (vordere Reihe) Dr. Hassan Soda, Chefarzt Klinik für Akutneurologie und Intensivmedizin, und Stefanie Straub (Kaufmännische Direktorin), (mittlere Reihe) Lothar Kesselring (Pflegedienstleitung) und Dr. Michael Schneider, Chefarzt Zentrale Notaufnahme, sowie (hinten) Prof. Dr. Bernd Griewing, Vorstand Rhön-Klinikum AG, und Dr. Michael Dinkel, Chefarzt Anästhesie und Intensivmedizin. Foto: Rhön-Klinikum Cam...       -  Blickten zurück und voraus in Bezug auf die Corona-Lage am Rhön-Klinikum Campus. Im Bild (vordere Reihe) Dr. Hassan Soda, Chefarzt Klinik für Akutneurologie und Intensivmedizin, und Stefanie Straub (Kaufmännische Direktorin), (mittlere Reihe) Lothar Kesselring (Pflegedienstleitung) und Dr. Michael Schneider, Chefarzt Zentrale Notaufnahme, sowie (hinten) Prof. Dr. Bernd Griewing, Vorstand Rhön-Klinikum AG, und Dr. Michael Dinkel, Chefarzt Anästhesie und Intensivmedizin. Foto: Rhön-Klinikum Campus / Nina Knauer
| Blickten zurück und voraus in Bezug auf die Corona-Lage am Rhön-Klinikum Campus. Im Bild (vordere Reihe) Dr. Hassan Soda, Chefarzt Klinik für Akutneurologie und Intensivmedizin, und Stefanie Straub (Kaufmännische ...

Es ist fast ein halbes Jahr her, da zogen die Verantwortlichen des Rhön-Klinikum Campus in Bad Neustadt eine erste vorsichtige "Corona-Bilanz". Damals, im Mai, waren die eigens eingerichteten Corona-Stationen am Campus nach dem Lockdown und der bundesweiten ersten Welle mit stark gestiegenen Infektionszahlen - auch im Landkreis Rhön-Grabfeld - erstmals seit mehreren Wochen wieder leer.

Nun, nach dem größeren Ausbruchsgeschehen im Raum Bad Königshofen und Mellrichstadt, hat auch am Rhön-Klinikum die Coronathematik wieder stärker Einzug gehalten, als sie es ohnehin schon ist. Die Zahl der Corona-Patienten, die im Landkreis stationär behandelt werden müssen, ist zuletzt wieder gestiegen. So lagen am Dienstag vergangener Woche sieben Corona-Patienten am Campus, zwei von ihnen befanden sich in intensivmedizinischer Behandlung.

Man sei in einer permanenten Bereitschaft, sagt Dr. Hassan Soda, Chefarzt der Klinik für Akutneurologie und Intensivmedizin , dazu. "Unser im Frühjahr entwickeltes Stufenkonzept gibt uns die Möglichkeit, jederzeit und tagesaktuell auf den Behandlungsbedarf adäquat zu reagieren", spricht er die standardisierten Abläufe an. Neben dem großen Organisationsaufwand betreffe die zusätzliche Belastung bei der Betreuung von Covid-Patienten nicht nur medizinisches Personal , sondern alle Berufsgruppen am Campus. Also beispielsweise die Mitarbeiter an der Rezeption, in der Küche, Materialwirtschaft und Reinigungskräfte und die gesamte Infrastruktur. Je nach Verlaufsform würden, so Soda, die Patienten auf der entsprechenden Covid-Normal-, Überwachungs- oder Intensivstation behandelt.

Keine einheitliche Therapie

Für den Fall, dass die Covid-Patientenzahlen am Campus eklatant steigen, könne man laut der Kaufmännischen Direktorin, Stefanie Straub, jederzeit ein Notfallkonzept umsetzen, das sich in der Schublade befinde. "Da können wir auch von unseren Erfahrungen aus dem März/April profitieren", ergänzt sie. Die entsprechende Einsatzgruppe, die sich seit März ohne Unterbrechung wöchentlich trifft, bewertet die aktuelle Lage und hat beispielsweise nach dem zuletzt gestiegenen Infektionsgeschehen im Landkreis die Besucherregelung auf einen Besucher pro Patient und Tag beschränkt. Das gilt aber nicht für Patienten , die im Sterben oder auf der Palliativstation liegen.

Was man am Rhön-Klinikum über das Coronavirus seit Ausbruch der Pandemie gelernt hat, weiß Dr. Michael Schneider , Chefarzt der Zentralen Notaufnahme . Jeder Fall sei anders. "Die Herausforderung ist, dass es keine einheitliche Therapie gibt, sondern immer individuell auf den einzelnen Patienten ausgerichtet behandelt wird", sagt der Mediziner. Dennoch habe man seit dem Frühjahr viel über das Virus gelernt und diese Erfahrungen würden in der jetzigen Behandlung helfen. "Von medizinischer Seite wissen wir, wie wir mit den Patienten umgehen müssen", so Schneider.

Dieser weist gleichzeitig erneut darauf hin, dass Patienten bei akuten Symptomen für einen möglichen Herzinfarkt, Schlaganfall oder andere lebensbedrohliche Erkrankungen in die Notaufnahme kommen und keine wertvolle Zeit verlieren sollen. Zwingend sei laut Michael Schneider allerdings, sich vor einer Behandlung zu melden, wenn man grippeähnliche Symptome aufweise. "So können wir bereits im Vorfeld reagieren". Das ist laut Stefanie Straub auch bei einzelnen Campus-Mitarbeitern passiert, die von einer Corona-Infektion betroffen waren.

"Den hausinternen Vorgaben folgend meldeten sie sich vor Dienstantritt aufgrund von Covid-Symptomen von zuhause bei unserer Hotline. Und begaben sich sofort in Quarantäne ", so Straub. So konnten laut Straub weitere Infektionsketten schnell ausgeschlossen werden.

Impfempfehlung

Eine Schwierigkeit kommt nun auch auf den Campus in der kühleren Herbstzeit zu. "Klinisch ist es zunächst sehr schwierig zu unterscheiden, ob jemand an Covid oder an Grippe erkrankt ist", beschreibt es Michael Schneider . Für den Ablauf und die Hygienemaßnahmen habe dies aber keine Auswirkungen. "Die sind in den ersten Schritten immer gleich. Erst nach der Diagnostik entscheidet sich, welchen Weg wir in der Therapie einschlagen."

Wenn es um das Thema Grippeschutz mit einer entsprechenden Impfung geht, haben der Chefarzt der Notaufnahme und seine Kollegen eine klare Meinung. "Da schließen wir uns der Empfehlung der ,Ständigen Impfkommission' des Robert-Koch-Institutes (RKI) an. Gerade für Angehörige der Risikogruppen ist sie zu empfehlen."

Auf der Homepage des RKI hieß es Anfang September, dass wegen der Covid-Pandemie eine Impfung in diesem Herbst/Winter für Risikogruppen, also ältere Menschen ab 60 Jahren, hochaltrige Menschen und diejenigen, die an Grunderkrankungen leiden, besonders wichtig sei. In der Grippewelle sollen durch eine gesteigerte Impfquote so schwere Influenza-Verläufe verhindert und Engpässe in Krankenhäusern vermieden werden. Die Zielvorgaben der Europäischen Union, wonach eine Impfquote von 75 Prozent bei älteren Menschen vorgesehen ist, würden in Deutschland laut RKI nicht annähernd erreicht werden. Christian Hüther

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