Poppenroth

Was man sich in Poppenroth fragt: Wird es für Feste nicht zu eng, wenn der Dorfplatz aufgehübscht ist?

Eigentlich wollte die Stadt 2022 nur die Begrünung am Dorfplatz in Poppenroth erneuern. Doch nun steht eine Umgestaltung des Platzes an. Was dahinter steckt.
So sieht der überarbeitete Plan für die Neugestaltung des Dorfplatzes im Stadtteil Poppenroth aus.
Foto: Landschaftsarchitekten Dietz und Partner | So sieht der überarbeitete Plan für die Neugestaltung des Dorfplatzes im Stadtteil Poppenroth aus.

Eigentlich hatte man vonseiten der Stadt am Dorfmittelpunkt des Ortes heuer schon den überalterten Bewuchs durch neue Pflanzen und Bäume austauschen wollen. Im städtischen Etat 2022 waren dafür 30 000 Euro eingeplant. Doch dann eröffnete sich die Möglichkeit, über Fördermittel des Amts für Ländliche Entwicklung (ALE, Würzburg) den Platz sozusagen ganz neu zu überplanen und sogar Ausstattungselemente mit einzubeziehen, hieß es im Bauausschuss am Mittwoch. Erwartet wird eine Förderung von 60 bis 80 Prozent.

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Allerdings musste hierzu zunächst eine Bürgerbeteiligung erfolgen – und das recht zügig, denn der Antrag ans ALE muss am 13. Mai 2022 eingereicht sein. Die Bürgerinnen und Bürger konnten bis 9. Mai bei der Stadt kundtun, was sie sich von dem neuen Platz versprechen.

Gewünscht: ein Ort zum Entspannen

Die Umgestaltung werde von der Ortsbevölkerung generell begrüßt, sagte Peter Borst vom Servicemanagement in der Sitzung zum Ergebnis dieser Bürgerbefragung. Die einen wünschen sich beispielsweise ein Kneipp-Becken für die Füße, die anderen Spielgelegenheiten für die Kinder. Wieder andere gaben an, dass sie einen "Ort zum Entspannen und Ausruhen" brauchen. Und natürlich wünschen sich viele, dass dort genug Platz ist, um mal ein Dorffest zu feiern - wenn’s geht zusammen mit der Musikkapelle.

Bald soll er wieder plätschern: der Brunnen am Dorfplatz, gegenüber der Kirche St. Ulrich.
Foto: Isolde Krapf | Bald soll er wieder plätschern: der Brunnen am Dorfplatz, gegenüber der Kirche St. Ulrich.

Was bei Festen wichtig ist: Es muss Strom und Wasser da sein. Doch ganz so weit reichen die Möglichkeiten im Rahmen der ALE-Förderung leider nicht, machte Oberbürgermeister Dirk Vogel klar. Zwar ist bei Projekten der "Kleinen Infrastruktur", im Rahmen derer die Stadt nun Fördermittel beantragen wird, die "dorfgerechte Gestaltung von Plätzen und Freiflächen inklusive Ausstattungselementen" zuwendungsfähig, war in der Sitzung zu hören.

Geplant: die Biodiversität zu fördern

Doch eine zentrale Versorgungsstelle für Strom und Wasser sei nicht inbegriffen. Auch eine von den Bürgerinnen und Bürgern gewünschte Ladestation für E-Bikes ist in diesem Projekt leider nicht realisierbar, sagte Vogel. Und mit der von der Einwohnerschaft angeregten Überdachung des Platzes ist das so eine Sache, denn eine solche kann offenbar nur über statischen Sitzgelegenheiten angebracht werden.

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Nach Angaben von Peter Borst wurde der Vorentwurf der Landschaftsarchitekten Dietz und Partner (Elfershausen) zur Neugestaltung des Platzes jetzt noch einmal überarbeitet. Zum Beispiel soll die Fläche um die Linde in der Mitte größer werden, weil die umliegenden Bänke etwas nach außen versetzt werden sollen. Zudem soll aus dem Brunnen wieder Wasser sprudeln. Die Pflanzfläche hinter dem Brunnen wird geöffnet und man will die Bepflanzung entnehmen.

Es habe Bäume auf dem Platz gegeben, die den Anwohnern Probleme bereitet hätten, sagte Borst, wie zum Beispiel die Rotbuche im südlichen Teil des Platzes. Diese soll entfernt werden. Zudem sollen die beiden Kugelahorn-Bäume durch sogenannte "Zukunftsbäume" ersetzt werden. Das heißt, man will Blühbäume pflanzen, die zur Biodiversität beitragen und Insekten anlocken. Denn eine Bedingung für die Förderung bestehe darin, dass der Antragsteller im Rahmen der Maßnahme einen Beitrag zum Klimaschutz leisten soll, hieß es am Mittwoch.

Interessantes Projekt: Die Stadt Bad Kissingen will 2023 den Dorfmittelpunkt im Stadtteil neu gestalten.
Foto: Isolde Krapf | Interessantes Projekt: Die Stadt Bad Kissingen will 2023 den Dorfmittelpunkt im Stadtteil neu gestalten.

Erhofft: die Kommunikation der Gäste zu fördern

Der als Denkmal eingetragene Bildstock des Heiligen Joseph wird gereinigt und, ebenso wie der Gedenkstein zur Flurbereinigung, an leicht geändertem Standort der Bedeutung gemäß ins rechte Licht gerückt, erläuterte Borst. Auch die Infotafel soll versetzt werden, während der Standort des Maibaums und die Fahnenmasten bleiben, wo sie sind.

Man soll sich an diesem Platz treffen und gegenseitig austauschen, hieß es in der Sitzung. Das soziale Leben soll dort stattfinden und die Musik soll dort spielen können, sagte der OB.

Richard Fix (Grüne/BfU/ÖDP) wollte unter anderem wissen, ob die Rundbank an der Linde bestehen bleibt, denn im Konzept der Stadt hieß es, diese Bänke um die Linde seien "in ihrer Anordnung nicht kommunikativ". Borst führte aus, dass sich künftig eine Winkelbank und weitere mobile Bänke im Halbrund gegenüberliegen und so die Kommunikation zwischen Gästen dort in Gang kommen kann.

Die Figur des heiligen Joseph soll gereinigt und etwas versetzt werden.
Foto: Isolde Krapf | Die Figur des heiligen Joseph soll gereinigt und etwas versetzt werden.

Geschätzt: Projektkosten von 130 000 Euro

Bauamtsleiterin Christine Schwind war es ein Anliegen, sich zu entschuldigen, weil die Bürgerbeteiligung wegen der Antragsfrist beim ALE am 13. Mai so kurzfristig erfolgte. Aber dafür könne man den Dorfplatz nun "ökologisch fit machen für die Zukunft" und das dörfliche Leben in Poppenroth unterstützen. Die Projektkosten, die man im Etat 2023 veranschlagen muss, liegen laut Schwind bei 130 000 Euro.

Und wie hat man das städtische Vorhaben in Poppenroth aufgenommen? Der Zeitraum für die Bürgerbeteiligung sei knapp gewesen, die Vereine hätten nicht viel Zeit gehabt sich zu äußern, sagt zum Beispiel Michael Wimmel, Vorsitzender der Poppenrother Schützengilde. Die E-Mail der Stadt habe ihn am 3. Mai erreicht. Er habe sich aber in einem Gespräch mit OB Vogel über das Projekt ausgetauscht, so Wimmel im Gespräch mit dieser Redaktion. "Wir stehen dahinter", äußert er sich positiv. Vogel habe angekündigt, dass er demnächst zusammen mit Stadträten nach Poppenroth kommen und die Planung besprechen will.

Vereinbart: ein Treffen mit OB und Stadträten

"Der Dorfplatz muss gemacht werden, weil die Bepflanzung zu dick ist", unterstreicht Wimmel die Pläne der Stadt. Und wenn der Brunnen wieder fließen würde, wäre das prima, sagt er. Wichtig für die aktuell rund 860 Einwohner des Orts sei der Platz insofern, als dort unter anderem das Maifest, der Fronleichnamstag oder sogar verschiedentlich Hochzeiten gefeiert würden.

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Den vom OB angekündigten Ortstermin findet Wimmel auch deshalb wichtig, weil man dann auf dem Platz realisieren kann, wo genau Bänke und Bäume im Zug der Neugestaltung angesiedelt werden sollen. Denn laut Wimmel treibt die Einwohnerschaft, aber auch die anderen Vereine wie den FC, die Musikanten und die Feuerwehr, die Sorge um, dass der Platz künftig für Feste zu klein ausfallen könnte.

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