Bad Kissingen

Der Frauenversteher: Der Hahn unter den Walkern

Der Frauenversteher: Der Hahn unter den Walkern       -  Über Nordic Walking lässt sich trefflich dabattieren. Im Mittelpunkt stand dabei gerne die Frage: Hat diese Art der Fortbewegung tatsächlich etwas mit Sport zu tun? Vor allem aber: Warum sieht man fast nur Frauen mit den Klack-Klack-Klack-Stöcken durch die Landschaft marschieren?  Der oft unversöhnlich ausgetragene Streit (Pro: „Gut für die Gesundheit!“ – Contra: „Traurig, so jung und schon an Krücken!“) landet dann gerne beim Frauenversteher. Und der darf sich nun wieder gehörig in die Nesseln setzen. . . Zum ersten Teil der Frage: Nordic Walking ist, ja, also, zunächst mal Bewegung und somit im weitesten Sinne wohl auch Sport. Es wäre allerdings voreilig, sich hier festzulegen. Dass bei Nordic Walking die Frauen das Sagen haben, beweist der Blick in die Statistik: Gut drei Viertel aller Gehstelzen-Gläubigen sind weiblich. Diese zahlenmäßige Überlegenheit lässt sich leicht erklären: Wenn es um Sport geht, wollen Männer schwer atmen und stolz ihr nasses Schweißband auf dem Kopf zeigen können. Und sie geben nicht eher auf, bis sie mindestens 50 Kilometer auf dem Bike gestrampelt haben – natürlich querfeldein und unter permanenter Missachtung der sicheren Radwege. Hier gilt es Nachsicht zu üben, weil Männer nicht aus ihrer Haut können: Sie müssen nun einmal immer und überall Leistung zeigen und sich auf 2,10 Meter aufblasen, sonst fühlen sie sich nicht als wahre Kerle. Vor allem aber wollen Männer beim Sport nicht quatschen. Nordic Walking aber ist ein kommunikativer Sport. Da man entspannt in Gruppen geht, wäre Schweigen geradezu unhöflich. Weshalb so manche Walking-Strecke von den Gehstock-Gegnern verächtlich in „Schnatterpfad“ umgetauft wurde. Aber das muss die walkenden Frauen nicht weiter stören – Hauptsache, sie haben wenigstens einmal am Tag ihre Ruhe. Die Frauen sollten sich allerdings darauf einstellen, dass die Evolution gerade einen neuen Typ Mann hervorbringt. Der Hahn im Korb hat ausgedient, dafür kann das verbleibende Viertel walkende Männer für sich beanspruchen, so etwas wie der Hahn auf der Walkingstange zu sein.
| Über Nordic Walking lässt sich trefflich dabattieren. Im Mittelpunkt stand dabei gerne die Frage: Hat diese Art der Fortbewegung tatsächlich etwas mit Sport zu tun?

Über Nordic Walking lässt sich trefflich dabattieren. Im Mittelpunkt stand dabei gerne die Frage: Hat diese Art der Fortbewegung tatsächlich etwas mit Sport zu tun? Vor allem aber: Warum sieht man fast nur Frauen mit den Klack-Klack-Klack-Stöcken durch die Landschaft marschieren?

Der oft unversöhnlich ausgetragene Streit (Pro: „Gut für die Gesundheit!“ – Contra: „Traurig, so jung und schon an Krücken!“) landet dann gerne beim Frauenversteher. Und der darf sich nun wieder gehörig in die Nesseln setzen. . . Zum ersten Teil der Frage: Nordic Walking ist, ja, also, zunächst mal Bewegung und somit im weitesten Sinne wohl auch Sport. Es wäre allerdings voreilig, sich hier festzulegen.

Dass bei Nordic Walking die Frauen das Sagen haben, beweist der Blick in die Statistik: Gut drei Viertel aller Gehstelzen-Gläubigen sind weiblich.

Diese zahlenmäßige Überlegenheit lässt sich leicht erklären: Wenn es um Sport geht, wollen Männer schwer atmen und stolz ihr nasses Schweißband auf dem Kopf zeigen können. Und sie geben nicht eher auf, bis sie mindestens 50 Kilometer auf dem Bike gestrampelt haben – natürlich querfeldein und unter permanenter Missachtung der sicheren Radwege.

Hier gilt es Nachsicht zu üben, weil Männer nicht aus ihrer Haut können: Sie müssen nun einmal immer und überall Leistung zeigen und sich auf 2,10 Meter aufblasen, sonst fühlen sie sich nicht als wahre Kerle.

Vor allem aber wollen Männer beim Sport nicht quatschen. Nordic Walking aber ist ein kommunikativer Sport. Da man entspannt in Gruppen geht, wäre Schweigen geradezu unhöflich. Weshalb so manche Walking-Strecke von den Gehstock-Gegnern verächtlich in „Schnatterpfad“ umgetauft wurde.

Aber das muss die walkenden Frauen nicht weiter stören – Hauptsache, sie haben wenigstens einmal am Tag ihre Ruhe.

Die Frauen sollten sich allerdings darauf einstellen, dass die Evolution gerade einen neuen Typ Mann hervorbringt. Der Hahn im Korb hat ausgedient, dafür kann das verbleibende Viertel walkende Männer für sich beanspruchen, so etwas wie der Hahn auf der Walkingstange zu sein.

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