Bad Kissingen

Der Frauenversteher: Männliche Antarktis

Der Frauenversteher: Überraschung beim Frühstück       -  So Männer, heute mal für Euch was. Ein Tipp, der Euer Leben grundlegend verändert. Euch zum unangefochtenen Helden und mindestens einen Kopf größer macht. Es ist ja so: Viele Frauen halten die Männer für alltagsuntauglich. Die Jungs werden mitleidig belächelt, weil sie gerne mal keine Ahnung von nichts haben. Bei den Mädels-Treffen fängt deshalb jeder zweite Läster-Satz so an: „Stellt euch vor: Meiner hat sich wieder was geleistet . . . „ Die andere Hälfte der Sätze ist auch nicht viel besser und wird mit einer Frage eingeleitet: „Ich habe meinen neulich zum Milchholen geschickt – und wisst ihr, was dann passiert ist?“ Dann lästern sie und kichern herum, die Mädels. Weshalb es für Männer nicht die schlechteste Strategie ist, wenn sie sich ein wenig Fachwissen zum Angeben bereit legen. Um selbst in den unmöglichsten Situationen mitreden und mithalten zu können.  Beispielsweise nach dem Frühstück. Da reicht es eben nicht, den Tisch mit abzuräumen und öfter eine Tasse fallen zu lassen. Vielmehr gilt es, die Liebste mit geballter Sachinformation zu überraschen. Ein in den Raum geworfenes „Mausi, weißt Du eigentlich, wie Brötchen länger frisch bleiben?“ lässt sie aufhorchen.  Der Männer-Moment.  Jetzt nachlegen. Beeindrucken. Erzählen, dass sich Brötchen in Steingutgefäßen gut halten, weil sie dort nicht austrocknen. Und weiter: Beiläufig erwähnen, dass man den alten Kaffeesatz noch als Blumendünger oder Bodypeeling nutzen kann – und dass sich mit ihm unangenehme Gerüche beseitigen und sogar – ja, Allgemeinbildung hat man oder eben nicht – Ameisen abschrecken lassen.  Wichtig ist: Locker erzählen. Als sei es das Normalste von der Welt. Das Wort „Aaaaameisen“ dehnen. „Aaaaa-meisen“. Dabei auf keinen Fall besserwisserisch wirken. So einfach kann's sein.  Wenn das nämlich gelingt, steht fest, wer beim nächsten Mädels-Treff statt Milchholer der aaaaallergroße Aaaaanhimmel-Held ist.
| So Männer, heute mal für Euch was. Ein Tipp, der Euer Leben grundlegend verändert. Euch zum unangefochtenen Helden und mindestens einen Kopf größer macht.

Innerhalb unserer kleinen Rubrik „Männer können sooo unglaublich gefühllos sein“, wartet heute ein besonders schlimmer Beitrag auf Sie. Das folgende Beispiel zeigt: Ein einziges Exemplar des starken Geschlechts – es wurde an dieser Stelle gar oft beklagt – kann ja so gefühlskalt sein wie die gesamte Antarktis zusammen.

Die Szene spielt in einem Nobelrestaurant. Ein Ehepaar feiert seinen Hochzeitstag. Sagen wir mal: den 15. Eine nicht ganz einfache Zahl. Frauen wissen das. Weil man zwar aus dem Gröbsten heraus ist und diverse Scheidungsgründe wie das verflixte siebte Jahr erfolgreich hinter sich gelassen hat.

Gleichzeitig ist da aber diese weibliche Ahnung, dass das Schlimmste noch bevorstehen könnte.

Gerade als das Paar bestellt hat, lässt die Frau den Blick schweifen und entdeckt an einem in der Nähe stehenden Tisch einen sinnlos betrunkenen Mann. Ihr Ehemann wird nach einer Weile unruhig: „Wieso beobachtest Du den Typ da drüber? Kennst Du den etwa?“

„Ja“, antwortet sie. Und nach einer kurzen Kunstpause, um die Spannung zu erhöhen: „Das ist mein Exmann. Der trinkt so viel, seit ich ihn vor 16 Jahren verlassen habe!“ – „Das ist wirklich unglaublich!“, entgegnet der Ehemann. Und nachdem auch er sich eine kurze Kunstpause gegönnt hat: „Ich hätte nicht gedacht, dass jemand so lange feiern kann!“

Tja, meine Damen, Sie sehen: Die Welt braucht noch viel, viel mehr Frauenversteher. Auch wenn Herr L. aus B. dies ganz anders sieht. In einem Leserbrief lässt er sich lang und breit darüber aus, dass Frauenversteher längst out seien und verweist auf einen ganz neuen Trend: der metrosexuelle Mann sei jetzt angesagt. Kann also gut sein, dass aus dem Frauenversteher künftig „Der Metrosexuelle“ wird.

Was aber absolut in Ordnung wäre und den Frauenversteher keinesfalls in eine Sinnkrise stürzen würde. Weil jede Hilfe gebraucht wird – im nie enden wollenden Kampf gegen die männliche Antarktis.

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