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Der Trumpf ist die Biosphäre

RhönLink sieht sich als Klammer des Protests. In der Jahreshauptversammlung neun Monate nach der Gründung der Initiative haben die Verantwortlichen den Eindruck, dass vor allem der Energiedialog die Überlegungen beeinflusst hat.
Nach den ersten neun Monaten seines Wirkens zieht der Verein RhönLink eine positive Bilanz. Er bündelt den Protest der bayerischen und hessischen Rhön gegen die Südlink-Trasse. "Wir zeigen, dass die Region zusammensteht, und wir haben viel erreicht", sagte der Vorsitzende, Mottens Bürgermeister Jochen Vogel (CSU).
Vogel berichtete in der ersten Versammlung des Vereins nach der Gründung, bei dem Bayerischen Energiedialog in München sei aufmerksam registriert worden, wie sich der Widerstand in der Rhön formiere. In der Abwehr gegen die Pläne des Netzbetreibers Tennet seien die politischen Kräfte im Bundes- und in den Landtagen sowie in Kreis- und Gemeindepolitik, aber auch zahlreiche Bürgerinitiativen vereint.
Vogel warf dem Unternehmen Tennet vor, es habe im vergangenen Herbst Alternativtrassen vor allem mit dem Ziel in seine Karten eingezeichnet, um die Region zu spalten. "Das ist aber weder im Kreis Bad Kissingen noch im Kreis Fulda gelungen. Die Region steht zusammen - und sie wird in ihrem Widerstand nicht müde", erklärte Vogel. Ein Ergebnis des Energiedialogs sei es gewesen, dass Bayern auch ohne Südlink sicher mit Energie versorgt werden könne. "Ich glaube, am Ende werden wir Erfolg haben", rief Vogel.
Von ihren Aktivitäten berichteten auch die Vertreter der drei Bürgerinitiativen aus Elfershausen (Markus Stockmann), Bad Brückenau (Gerhard Schumm) und Schondra (Rainer Morshäuser). Die Aktivitäten reichten von Info-Veranstaltungen und Demonstrationen bis zur Teilnahme an Faschingsumzügen.

Mehr Klugheit angemahnt

"Die Energiewende hätte klüger, umsichtiger und langsamer ablaufen müssen. Aber der Druck der Öffentlichkeit nach Fukushima war groß", erklärte die Bundestagsabgeordnete Dorothee Bär (CSU).Sie berichtete, dass die Bundesnetzagentur über die oberflächliche Planung und schlechte Kommunikation durch Tennet sehr verärgert sei. Sie merke bei ihren Diskussionen in Berlin und München, dass sich bei dem Südlink-Thema etwas bewege. "Wir müssen dran bleiben und zugleich Ministerpräsident Horst Seehofer in seiner südlink-kritischen Haltung bestärken", sagte sie. Die Parlamentarische Staatssekretärin berichtete, dass es Mitte April auf ihre Vermittlung im Wirtschaftsministerium ein Treffen von Trassenkritikern aus Unterfranken mit Staatssekretär Rainer Baake geben werde.
Landtagsabgeordneter Sandro Kirchner (CSU) berichtete, für den Energiedialog habe es von allen Beteiligten Lob gegeben. "Es war gut, dass wir alle Fragen einmal offen diskutiert haben", sagte er. Baden-Württemberg wolle Ähnliches auf die Beine stellen. Die Grundsatzentscheidung, ob Suedlink gebaut wird oder nicht, werde aber auf Bundesebene getroffen.

Grafenrheinfeld nicht zwingend

"Ich bin stolz auf die Geschlossenheit der Region und unsere extrem sachliche Argumentation. Das zeigt Wirkung", erklärte Landrat Thomas Bold (CSU). Der Kreis Bad Kissingen würde, falls die Stromtrasse gebaut würde, wegen seiner großen Abhängigkeit von Kur und Tourismus besonders hart getroffen. Das Biosphärenreservat Rhön sei auf den 800 Kilometern Trassenlänge das einzige Biosphärenreservat. Deshalb verdiene es, verschont zu werden. Der Energiedialog habe auch gezeigt, dass die Trasse nicht über Grafenrheinfeld als Endpunkt laufen müsse. Das gebe Flexibilität beim Trassenverlauf.
Gotthard Schlereth (Freie Wähler), Bürgermeister von Oberthulba, Vorsitzender des Kreisverbands des Bayerischen Gemeindetags und RhönLink-Schatzmeister, sagte, das Biosphärenreservat sei der größte Trumpf in der Debatte. Zwei Vertreter der Bundesnetzagentur hätten sich den Bereich von Motten bis Elfershausen angesehen und seien von der Schönheit der Natur beeindruckt gewesen.
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