Hammelburg

Die Hammelburger Tafel steckt in einem Dilemma

Es gibt keine Lebensmittel mehr zum Verteilen, die betagten Helfer müssen überwiegend zu Hause bleiben. Man behilft sich mit Gutscheinen, aber auch da wird das Geld knapp.
Leere Kisten und Regale symbolisieren die prekäre Situation in der Tafel, wie Vorsitzender Patrick Bindrum und seine Stellvertreterin Luise Smolik zeigen. Winfried Ehling       -  Leere Kisten und Regale symbolisieren die prekäre Situation in der Tafel, wie Vorsitzender Patrick Bindrum und seine Stellvertreterin Luise Smolik zeigen. Winfried Ehling
Leere Kisten und Regale symbolisieren die prekäre Situation in der Tafel, wie Vorsitzender Patrick Bindrum und seine Stellvertreterin Luise Smolik zeigen. Winfried Ehling

Leere Transportkisten, unbestückte Lagerregale, zu wenig Personal. Bei der Hammelburger Tafel ist zwar keine Hoffnungslosigkeit, aber doch zunehmende Ratlosigkeit eingekehrt. An allen Ecken und Enden fehlen die sonst sprudelnden Spenden der Märkte und Geschäfte, die Schwierigkeiten mit den Lieferungen haben und Lebensmittel für alle vorhalten müssen. Daraus folgt: Keine Lebensmittelspenden für die Tafel.

Am vergangenen Donnerstag schloss Tafel-Vorsitzender, Patrick Bindrum , die Nahrungsmittelausgabe im Vereinsdomizil, der ehemaligen Bahnmeisterei. Statt Nahrungsmittel werden jetzt Gutscheine verteilt, mit denen die Bezieher im Aldi-Markt einkaufen können. "Mit Ausgabe der Gutscheine brauchen wir unsere Rücklagen restlos auf. Doch ich handle im Einverständnis mit dem Tafel-Vorstand", unterstreicht Bindrum.

Wer einen Blick in den sonst gut gefüllten Innenraum wirft, erschrickt. Kein Brot , kein Gemüse , weder Obst noch Konserven. "Was soll ich den Menschen geben", fragt der Vorsitzende, der auf den wenigen Resten sitzt, die nur wenig gebraucht werden: 80 Tabasco-Flaschen, Knoblauchpulver, Salatessig, zwei Kartons Waldhimbeeren-Marmelade, mehrere Pakete "Krümeltorte" und einige ähnliche Artikel.

Beim Öffnen des Kühlschranks finden sich noch rund 100 Packungen Hartkäse, was aber wenig Sinn macht, wenn die Scheibe Brot darunter fehlt. Zu den "wertigen Lebensmitteln" zählen auch 13 Dosen Tomatensuppe - das war es dann.

"Drei Wochen können wir mit den Gutscheinen durchhalten, dann sind auch die Geldreserven aufgebraucht. Ich weiß nicht, wie wir in den darauffolgenden Wochen durchkommen. Wir sind aber darauf vorbereitet, dass wir wieder mit Lebensmittel- oder vielleicht Geldspenden rechnen können", hofft der Vorsitzende.

Zur jüngsten Entwicklung der Krise, den Ausgangsbeschränkungen, sagt er, "dass wir als Lebensmittelstelle eingestuft werden, die zur Deckung des Grundbedarfs ja zugänglich ist". Doch da stellt sich schon das nächste Problem: Die meisten Helfer sind Senioren, die sich selbst und andere schützen wollen. Es gibt derzeit also auch zu wenige Helfer.

Gutscheine haben zwar den Vorteil, dass sie auf Distanz zu überreichen sind, aber auch sie müssen ausgehändigt werden, wobei zuweilen Erklärungsbedarf besteht. Helfer sind vor allem nach der Krisenzeit gefragt "denn da brauchen mit Sicherheit Unterstützung", vermutet Bindrum.

Die drei im Kreis ansässigen Tafeln arbeiteten sich bisher untereinander zu. Doch geht es den anderen beiden Tafeln ähnlich, wie der hammelburger Einrichtung. Es gibt keine Warenspenden, die man tauschen kann.

Deshalb gilt für alle im Landkreis bestehenden Tafeln: Sie brauchen dringend Unterstützung. Sowohl brauchbare Lebensmittel wie Geldzuwendungen . Der Vorstandssprecher erwähnt in diesem Zusammenhang die schon erhaltenen, großzügigen Spenden der Raiffeisenbank und der Sparkasse. Auch private Zuwendungen können helfen. Wer Willens und in der Lage ist, einen Beitrag zu leisten, kann einen Spende auf das Konto DE 40 793 510 10 003 137 12 97 bei der Sparkasse Bad Kissingen überweisen.

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