Bad Kissingen

Die katholische Regionalstelle ist zurück in Bad Kissingen

Die Regionalstelle für kirchliche Jugendarbeit arbeitet seit eineinhalb Jahren wieder von Bad Kissingen aus. Die Mitarbeiter hoffen auf mehr Kontakte und Vernetzung.
Nicole Marx (von rechts) vom Pfarrgemeinderat in Gauaschach holte bei Jugendbildungsreferentin Johanna Mahr und Regionaljugendseelsorger Roland Pietryga Material fürs Pfarrfest ab. Foto: Ralf Ruppert
Nicole Marx (von rechts) vom Pfarrgemeinderat in Gauaschach holte bei Jugendbildungsreferentin Johanna Mahr und Regionaljugendseelsorger Roland Pietryga Material fürs Pfarrfest ab. Foto: Ralf Ruppert

Nicole Marx findet das Angebot der Regionalstelle für kirchliche Jugendarbeit in Bad Kissingen "einfach super": Im Auftrag des Pfarrgemeinderates Gauaschach hatte sie Spiele für das Pfarrfest ausgeliehen. "Unsere Ministranten haben eine Spielstraße gemacht, das kam sehr gut an", berichtet sie. Das sei nur möglich gewesen, weil die Regionalstelle alles kostenlos und unkompliziert zur Verfügung stellte. Wichtig sei auch die zentrale Lage in der Bad Kissinger Kapellenstraße: "Der Volkersberg wäre mir zu weit gewesen", sagt Nicole Marx zum früheren Sitz der Regionalstelle.

"Wir wollen ja in die Region hinein wirken", sagt Regionaljugendseelsorger Roland Pietryga. Auf dem Volkersberg gebe es zwar eine sehr gute Bildungsarbeit, aber es sei eben nicht das Seelsorge-Zentrum für die beiden Dekanate Bad Kissingen und Hammelburg. Die Jugendbildungsstätte besuchen zwar viele tausend Jugendliche jedes Jahr, aber: "Erstens kommen viele von außerhalb des Landkreises und zweitens machen sie dort ihr eigenes Ding." Deshalb habe es in der Zeit auf dem Volkersberg weniger Kontakte als von Bad Kissingen aus gegeben.

Deshalb zogen Jugendbildungsreferentin Johanna Mahr und Regionaljugendseelsorger Roland Pietryga im Mai 2018 wieder zurück in die Kreisstadt: In der Kapellenstraße 9 sind sie mit dem Diözesanbüro unter einem Dach: Im Diözesanbüro werden die Notfall-Seelsorger eingeteilt, Seniorenausflüge organisiert oder Aktionen über einzelne Gemeinden hinweg organisiert. Die Büro-Gemeinschaft erleichtere der Regionalstelle die Verwaltung und ermögliche mehr Vernetzung: Bei der 72-Stunden-Aktion arbeiteten Mahr und Pietryga zum Beispiel mit der Integrationslotsin der Caritas zusammen, bei der Nacht der offenen Kirchen machten sie die Bürgerspitalkirche einmal ganz anders erlebbar.

Viele Vakanzen und Wechsel

"Die kirchliche Jugendarbeit hat's nicht unbedingt leicht", fasst Pietryga die aktuelle Lage zusammen. Zum einen gebe es immer mehr Freizeitmöglichkeiten: Früher sei das Ministranten-Zeltlager etwas besonderes gewesen, heute veranstalte jeder Verein Freizeiten. Zum anderen ist die personelle Besetzung der Regionalstelle stark schwankend: "Meine Stelle war mindestens zwei Jahre vakant", berichtet Pietryga. Der 33-Jährige stammt aus Würzburg, ist Diplom-Theologe und Pastoralreferent. 2012 kam er als Pastoralassistent nach Salz: "Ich kannte die Rhön vorher nicht, aber mit hat's von Anfang an gefallen." 2016 wechselte er dann an die Regionalstelle Bad Kissingen , zudem ist er geistlicher Leiter im Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ).

Viele Wechsel gab es auch auf der Stelle der Jugendbildung: "Das ist jetzt das erste Mal seit langem, dass jemand länger als ein Jahr am Stück da ist", berichtet Johanna Mahr. Die 27-jährige Sozialpädagogin aus Fulda hat in Würzburg Soziale Arbeit studiert. Nach der Betreuung einer Flüchtlingsgruppe begann sie im Dezember 2017 bei der Regio, als Elternzeit-Vertretung bis Oktober 2020.

"Wir sind aktuell dabei, neue Kontakte aufzubauen", berichtet Mahr. In Zusammenarbeit mit Ministrantengruppen und Vereinen biete die Regionalstelle etwa Gruppenleiter-Schulungen an, darin gehe es von der Aufsichtspflicht bis zum Sprechen vor Gruppen. Eine große Rolle bei allen kirchlichen Seminaren spiele die Prävention gegen sexualisierte Gewalt.

Wichtigstes Standbein der kirchlichen Jugendarbeit seien aktuell die Ministranten, aber: "Die Minis sind leider nicht mehr so lange dabei wie früher", nennt Roland Pietryga als ein Problem. Zudem brauche es heute eine andere Ansprache als früher: "Es geht nur mit den Jugendlichen zusammen. Von oben etwas bestimmen: Die Zeiten sind vorbei."

Eine weitere Kontakt-Möglichkeit ist die Firmung. Auf der anderen Seite gebe es aktuell keinen festen Kreis an Jugendlichen, die sich dauerhaft an einer Jugend-Liturgie beteiligen. Jugendarbeit bedeutet vor allem Einzel-Aktionen wie Zeltlager, Schul-Gottesdienste, die Rom-Wallfahrt der Ministranten oder den Jugend-Gottesdienst am 25. Oktober (siehe Info-Kasten). "Die Jugendlichen kommen nicht regelmäßig wieder", sagt Johanna Mahr. Allerdings gebe es auch positive Ansätze wie das Interesse am Newsletter oder am Whatsapp-Broadcast der Regionalstelle. "Wir müssen versuchen, mit dem wenigen, was da ist, zu arbeiten", lässt sich Regionaljugendseelsorger Roland Pietryga nicht entmutigen.

Termine Ein Jugendgottesdienst mit dem Titel "1 UP Pray&Sing" findet am Freitag, 25. Oktober, um 19 Uhr in der Johanneskirche Bad Bocklet statt. Die jährliche Jugendseelsorgertagung "Juseta" der Kirchlichen Jugendarbeit der Diözese ist für 18. und 19. November auf dem Volkersberg geplant. Am 11. Januar steigt ein Ministranten-Fußballturnier in der Bad Kissinger Bayernhalle. Vom 7. bis 10. Mai 2020 ist eine Fahrt zu den Passionsspielen in Oberammergau geplant und die jährliche Farnsberg-Freizeit für Kinder und Jugendliche von 8 bis 14 Jahren findet vom 2. bis 8. August 2020 statt.

Info Weitere Infos zur Regionalstelle gibt es auf www.kja-regio-kg.de oder per Mail an info@kja-regio-kg.de.rr

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