Thundorf

Die Rolle der Frau ist noch komplexer geworden

Wichtig war die Frau im Dorfleben immer. Doch was früher als normal galt, scheint heute schier unglaublich. In Thundorf wurde eine Ausstellung eröffnet.
Eröffnung der Ausstellung durch Karin Renner (Mitte). Links: Bürgermeister Egon Klöffel und die Vorsitzende der Dorfgemeinschaft, Sigrid Hotaling.Philipp Bauernschubert
Eröffnung der Ausstellung durch Karin Renner (Mitte). Links: Bürgermeister Egon Klöffel und die Vorsitzende der Dorfgemeinschaft, Sigrid Hotaling.Philipp Bauernschubert

In Verbindung mit einem Federweißenabend und der musikalischen Unterhaltung der urigen Blaskapelle "Drüm-Rüm" präsentierte die Dorfgemeinschaft Thundorf ihre 4. Wanderausstellung in der Festhalle. In diesem Jahr war es die Wanderausstellung "Frau im Dorf", die vom Bezirk Unterfranken und der Direktion für ländliche Entwicklung Würzburg zur Verfügung gestellt wurde. Die Ausstellung versucht den Wandel der Frau im Dorf darzustellen. Die alten, neuen aber auch gleich gebliebenen Aufgaben der Frau in Familie, Haushalt und Hof, ihre Aktivitäten im Dorf, sowie die veränderte, komplexe Rolle einer modern eingestellten Frau.

Die Schwarzweiß-Fotografien stammen von der Bildberichterstatterin Erika Groth-Schmachtenberger (1906 - 1992). Aus ihrem umfangreichen Fotobestand wurden repräsentative Aufnahmen ausgewählt. Sie dokumentieren das Leben der Frau in den 30er bis 60er Jahren. Diesem historischen Teil wurden Farbfotos von 1997 gegenübergestellt, die den Wandel der weiblichen Lebenswelt deutlich sichtbar machen. Hinzu hat die Dorfgemeinschaft zusätzlich einige Schautafeln mit Fotos und Presseartikel aus Thundorf zur Besichtigung zusammen gestellt. "Soch emol, kennst Du die aufn Bild do", oder "Dann hob ich noch guat gekennt" hörte man des öfteren von Besuchern, wenn gerätselt wurde, wer die Personen auf den Bildern sind.

Schnappschüsse von anno dazumal

Unter der Federführung des Vorstandes der Dorfgemeinschaft hat man sich seit Monaten auf diese Ausstellung vorbereitet. Das Team sichtete, sammelte und ordnete zusammen mit Helfern die Thundorfer Fotos. Der Schwerpunkt lag diesmal entsprechend beim Thema auf der "Frau" und auch bei den Vereinen vor Ort. Natürlich durften auch Schnappschüsse aus längst vergangenen Tagen nicht fehlen.

Die Ausstellung wurde in Vertretung des Bezirkstagspräsidenten Erwin Dotzel , von Bezirksrätin Karin Renner eröffnet. "Die Dorfgemeinschaft Thundorf hat sich mit der Ausstellung einem Thema angenommen, das sich mit der Hälfte der Bevölkerung beschäftigt, nämlich der Frau", sagt sie zur Eröffnung. Dies ist eine gewaltige Zahl! Trotzdem hat sich die andere Bevölkerungshälfte, also die Männer, - zumindest früher - kaum um die Leistungen und Sorgen der Frauen im Ort Gedanken gemacht. Die Bezirksrätin weiter: "Die Ausstellung 'Frau im Dorf' zeigt Frauen in ihrer ländlichen Lebenswelt". Oft zeigen die Bilder ein romantisches und idyllisches Landleben . Aber lassen wir uns nicht täuschen. Frauen auf dem Land waren damals ganz selbstverständlich auf ihre Funktion und Rolle festgelegt. Renner weiter: "Frauen wurden in ihre traditionelle Rolle hineingeboren und somit auf einen vorgezeichneten Lebensweg geschickt". Eine Berufsausbildung war bis 1958 nur mit Zustimmung des Ehemannes möglich.

Bürgermeister Egon Klöffel stieß in die gleiche Kerbe. Er erinnerte sich noch an seine Kindheit sehr gut, als Frauen im Gemeindebrauhaus keinen Zutritt hatten, als Mädchen vom Altardienst ausgeschlossen waren usw. Für die heutige Generation schier undenkbar. Doch die Ausstellung macht auch deutlich, dass die Frauen schon immer im Dorf unentbehrlich waren und das werden sie in Zukunft auch bleiben.

Der kurzweilige Abend wurde von den zahlreichen Besuchern zu ein paar gemütlichen und informativen Stunden genutzt. "Die Ausstellung ist sicher eine gute Gelegenheit, sich mit alten Bekannten zu treffen", so Bauernschubert. Auch für die jüngeren Besucher war es interessant zu sehen, wie die Eltern, speziell die Mütter, Frauen und Großeltern gelebt und ausgesehen haben.

Interessierte können die Ausstellung noch am Samstag, 22. September, und Sonntag, 23. September in der Festhalle Thundorf besuchen.

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