Bad Kissingen

Die Wacht über den Pegel

Durch den Klimawandel sinken die Pegel in den Rhöner Bächen und Flüssen - Julia Lemmer vom Wasserwirtschaftsamt kämpft nun dagegen an.
Julia Lemmer vom Wasserwirtschaftsamt Bad Kissingen erarbeitet seit einigen Wochen gemeinsam mit dem Wasserwirtschaftsamt Aschaffenburg und der Regierung Unterfranken einen Niedrigwasser-Management Plan. Foto: Johannes Schlereth       -  Julia Lemmer vom Wasserwirtschaftsamt Bad Kissingen erarbeitet seit einigen Wochen gemeinsam mit dem Wasserwirtschaftsamt Aschaffenburg und der Regierung Unterfranken einen Niedrigwasser-Management Plan. Foto: Johannes Schlereth
| Julia Lemmer vom Wasserwirtschaftsamt Bad Kissingen erarbeitet seit einigen Wochen gemeinsam mit dem Wasserwirtschaftsamt Aschaffenburg und der Regierung Unterfranken einen Niedrigwasser-Management Plan.

Der vergangene Sommer hat es wieder gezeigt - das Wasser in den unterfränkischen Bächen und Flüssen wird weniger. Vor einigen Wochen hat das Wasserwirtschaftsamt Bad Kissingen eine Biologin eingestellt. Deren Aufgabe ist es, ein Konzept zu entwickeln, wie mit der Situation in den unterfränksichen Gewässern umzugehen ist.

"Es ist als Behörde unsere Aufgabe, Strategien auszuarbeiten, mit denen wir die Situation verbessern oder aber eine Verschlechterung verhindern", betont Uwe Seidl, der stellvertretende Leiter des Bad Kissinger Wasserwirtschaftsamts . Große Verantwortung trägt hierbei Julia Lemmer. Die 25-jährige Hessin hat ihren Masterabschluss in Biologie an der Georg-August-Universität Göttingen abgelegt. Schwerpunkte ihres Studiums waren die Pflanzenökologie und der Klimawandel. Ihre Aufgabe bei der Bad Kissinger Behörde : Gemeinsam mit der Regierung von Unterfranken und dem Wasserwirtschaftsamt Aschaffenburg erarbeitet sie einen Niedrigwasser-Management Plan für die Region.

Dabei soll ein Leitfaden für Behörden entstehen, die sich in ihrem Alltag beispielsweise mit der Wasserentnahme oder -Nutzung beschäftigen. "Das ist allerdings kein Rechtsintrumentarium, sondern hat den Charakter einer Handlungsempfehlung", betont Seidl. Um die Entscheidungshilfe auszuarbeiten haben die Beteiligten vier Jahre Zeit. Welche konkreten Schritte der Plan beinhaltet, ist deshalb ebenfalls noch nicht klar.

Derzeit steht das Vorhaben noch ganz am Anfang. Momentan sichtet die 25-Jährige unter anderem bereits existierende Niedrigwasser-Management Pläne. Gemeinsam mit den Beauftragten der Regierung von Unterfranken und dem Wasserwirtschaftsamt Aschaffenburg soll so zunächst eine gleiche Ausgangsbasis für die folgenden Schritte geschaffen werden. Aus dem gesammelten Wissen entsteht dann ein eigenes Konzept.

"Der Plan soll dann an exemplarischen Gewässern umgesetzt werden", sagt Lemmer. Das heißt, dass die Behörden sich Flüsse oder Bäche aussuchen, die repräsentativ für bayerische Gewässer sind. Das soll bis März 2021 geschehen. Große Chancen schreibt Seidl der fränkische Saale zu. An dem ausgewählten Fluss sollen dann zwei Bestandsaufnahmen stattfinden. Die Behörden planen, zwei Abschnitte miteinander zu vergleichen. Im Fokus sind dabei je ein stark und weniger stark genutzter Flussabschnitt. "Wir wollen herausfinden, wie die Nutzung sich auf die Gewässerökologie auswirkt", erklärt Seidl. Das Niedrigwasser habe verschiedene Auswirkungen auf die Tierwelt, die Gewässerqualität oder die -Zusammensetzung. Die Ergebnisse sollen dann in der Handlungsempfehlung für die Behörden münden.

Als Kapitulation vor den niedrigen Pegeln in Bächen und Flüssen sieht Seidl das Projekt nicht. "Fakt ist, dass das Niedrigwasser ein Problem darstellt. Seit zehn bis 12 Jahren haben wir unterdurchschnittliche Niederschläge." Die Ursache ist für den Mann vom Wasserwirtschaftsamt klar: "Das ist der Klimawandel. Wir sollten akzeptieren, dass man das Wasser nun buchstäblich nicht mehr aus dem Vollen schöpfen kann, sondern die knapper werdende Ressource effektiv bewirtschaften muss. Wir müssen mit der aktuellen Situation leben und dementsprechend handeln. Der Niedrigwasser-Management Plan soll hier eine Hilfe sein."

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