Obereschenbach

Durch Weinberge, Wiesen und Wälder

Der neue Wanderweg "Kalk und KulTOUR - Erleben in der Natur" wurde am Wochenende eröffnet. Unterwegs durch die herrliche Landschaft bekommen die Wanderer Einblick in die alte Kunst des Kalkbrennens.
Stellvertretender Landra Gotthard Schlereth  (links) und Hammelburgs Bürgermeister Armin Warmuth gaben den neuen Wanderweg 'Kalk und KulTOUR - Erleben in der Natur'  in Obereschenbach offiziell frei, indem sie ein rotes Band durchschnitten. Foto: Hilmar Ruppert       -  Stellvertretender Landra Gotthard Schlereth  (links) und Hammelburgs Bürgermeister Armin Warmuth gaben den neuen Wanderweg 'Kalk und KulTOUR - Erleben in der Natur'  in Obereschenbach offiziell frei, indem sie ein rotes Band durchschnitten. Foto: Hilmar Ruppert
| Stellvertretender Landra Gotthard Schlereth (links) und Hammelburgs Bürgermeister Armin Warmuth gaben den neuen Wanderweg "Kalk und KulTOUR - Erleben in der Natur" in Obereschenbach offiziell frei, indem sie ein ...

Vom Startpunkt Mühlenweg bietet sich die Möglichkeit sowohl die kurze als auch eine etwas längere Route des neuen Wanderweges "Kalk und KulTOUR - Erleben in der Natur" zu begehen. Die Wege sind zwischen fünf und acht Kilometer lang und führen an Weinbergen und alten Weinbergmauern vorbei, über Wiesen und durch Wälder. Am Wochenende wurde der Weg offiziell eröffnet und gesegnet.

Stellvertretender Landrat Gotthard Schlereth begrüßte rund 60 Gäste, über alle Generationen hinweg, zur Teilnahme an der Wanderung. "Mit solchen Wanderwegen wird die Sensibilität für die Natur geschärft", sagte Schlereth. Er sprach sowohl die Vernetzung von Land- und Forstwirtschaft , als auch die Biodiversität und den Klimawandel an und bedankte sich bei den Obereschenbachern für die geleisteten Vorbereitungen. Ortsbeauftragter Thomas Reuter hatte geplant, die Eröffnung mit einem Weißwurstfrühstück zu verbinden und etwas feierlicher zu gestalten, Corona habe dies aber nicht zugelassen.

"Das Projekt verbindet Identität, Heimat und Kultur und stärkt die Attraktivität der Region", meinte Bürgermeister Armin Warmuth . Die Helferinnen und Helfer hätten viel Herzblut speziell in die Renovierung des Kalkofens gelegt. Vor einigen Jahren habe der Obst- und Gartenbauverein beschlossen den Ofen wieder herzurichten, berichtete Vorsitzender Edgar Reuter. Beim ersten Brand habe man den Ofen mit über drei Kubikmeter Kalkstein gefüllt und drei Tage und Nächte lang im Schichtbetrieb befeuert. Aufgrund der etwas versteckten Lage des Ofens, habe man sich dann um den Wanderweg bemüht.

Bei leichtem Nieselregen führte der Weg der Wanderer vorbei an der Station Bandelkreuz und auch am Eselspfad. Aufgrund mangelnder Wasserversorgung des Schloss Saalecks wurden in den vergangenen Jahrhunderten Esel mit wassergefüllten Fässern von Obereschenbach zum Schloss geschickt. Dieser Pfad wird noch heute als "Eselspfad" bezeichnet. Nächste Station war dann auch schon der Kalkbrennofen, der extra befeuert war.

Das Herzstück: Der Kalkofen

Herzstück des Wanderweges ist der Kalkofen, er gibt den Besuchern einen Einblick in die alte Kunst des Kalkbrennens. Im Ofen wurde früher bei Temperaturen von bis zu 1200 Grad Muschelkalk gebrannt. Daraus entstand Branntkalk, ein vielseitiger Baustoff , der heute noch das Gesicht vieler Ortschaften in der Region prägt. Auch entlang des Wanderweges hat das alte Handwerk seine Spuren hinterlassen. So können die Besucher unter anderen Trockenmauern aus Kalksteinen bestaunen, die wiederum Pflanzen und Tieren wie der Zauneidechse einen Lebensraum bieten.

Zu Eröffnung der Wanderung zerschnitten Schlereth und Warmuth ein Band und Pastoralreferent Markus Waite sprach den Segen über den Wanderweg. "Eine Straße stehe oft für Schnelligkeit, aber dieser Wanderweg lade ein zum gemütlichen Gehen und zur Erholung", so Waite.

Wieder zurück an der Eschenbachhalle warteten die Obereschenbacher Musikanten und auch Alphornbläser mit einigen Stücken auf.

Geplant und realisiert wurden die Wanderwege vom Landratsamt Bad Kissingen in Zusammenarbeit mit Vereinen, Stadt und Gemeinde. Die Wanderwege sind Teil des Projekts "Grüngitter", das der Landkreis zusammen mit den kommunalen Allianzen sowie Vereinen und Verbänden ins Leben gerufen hat. Ziel ist es, die natürliche und historisch entstandene Kulturlandschaft im Landkreis Bad Kissingen im Sinne der Biodiversität zu erhalten und weiterzuentwickeln.

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