Kothen

Ein besonderes Geschenk

Das 500-jährige Jubiläum der Wallfahrtskirche Maria Ehrenberg fällt ausgerechnet in die Corona-Zeit. Umso mehr freute es Pfarrer und Gläubige, dass der Wallfahrtsort - unter Auflagen - pünktlich zum Beginn der Wallfahrtssaison geöffnet wurde.
Gebet an der Figur Mit Diakon Kim Sell beteten die zum Maria Ehrenberg gekommenen  Wallfahrer. Foto: Marion Eckert       -  Gebet an der Figur Mit Diakon Kim Sell beteten die zum Maria Ehrenberg gekommenen  Wallfahrer. Foto: Marion Eckert
| Gebet an der Figur Mit Diakon Kim Sell beteten die zum Maria Ehrenberg gekommenen Wallfahrer. Foto: Marion Eckert

"Endlich wieder zum Maria Ehrenberg", eine Frau zündete eine Kerze vor der Muttergottes an und strahlte. "Ich bin sehr froh, dass wir hier wieder her kommen dürfen." Dass die Wallfahrtskirche Maria Ehrenberg über die Wintermonate geschlossen ist, ist normal. Keineswegs selbstverständlich war es, dass sie nun in Zeiten der Pandemie rechtzeitig zu Beginn der Wallfahrtssaison am 1. Mai geöffnet werden konnte.

Im vorigen Jahr war aus diesem Grund die Zufahrt zur Kirche und Feier der Gottesdienste lange nicht möglich. Um so herzlicher dankte Bad Brückenaus Pfarrer Hans Thurn dem Truppenübungsplatzkommandeur Oberstleutnant Kai Schulze für das Entgegenkommen und die Möglichkeit zumindest an Sonn- und Feiertagen Gottesdienst unter Auflagen zu feiern. Gerade in diesem Jahr, in dem das 500-jährige Jubiläum zu feiern ist, sei es ein besonders Geschenk. 

So gesehen war die Wallfahrtskirche voll besetzt, natürlich mussten die Teilnehmer die notwendigen Abstände einhalten, so dass in der Summe nicht so viele Menschen in der Kirche Platz fanden, wie in normalen Jahren, zudem sind auf dem gesamten Gelände FFP2-Masken zu tragen.

Dass der Maria Ehrenberg trotz Corona-Pandemie wieder zugänglich ist, das sei auch den über 50 ehrenamtlichen Helfern zu verdanken, die vielfältige Dienste übernehmen. Das bezieht sich nicht nur auf das Mähen und Instandhalten der Anlage. Vor allem in diesem Jahr fallen verstärkt Ordnerdienste an, sei es zur Kontrolle an der Einfahrt, den Parkplätzen oder vor und in der Kirche selbst.

Einzeln die Himmelsleiter hoch

Diakon Kim Sell war von Motten aus zu Fuß zum Maria Ehrenberg gekommen und lud am Fuße der Treppenanlage zu einer privaten Prozession ein, der sich nach und nach weitere Ehrenberg-Besucher anschlossen, wobei es aber nur möglich war, einzeln die "Himmelsleiter" hoch zu gehen.

Mit dem Satz "Zum Glück dürfen wir wieder zu unserem geliebten Wallfahrtsort Maria Ehrenberg", sprach er vielen aus dem Herzen.  "Suchst Du Trost in bangen Stunden. Geh zum heil`gen Berg hinauf. Wo so viele Trost gefunden", lautet die Inschrift der Statue am Fuße der Treppenanlage. Gerade in der Zeit der Corona-Pandemie spreche diese Inschrift in die heutige Zeit, was im Gebet für alle, deren Alltag derzeit massiv belastet ist, für alle Erkrankten, Leidenden, Pflegekräfte, Ärzte, Forscher und Wissenschaftler, alle Politikern und allen, die die Sicherheit im Land aufrecht erhalten sowie die Menschen, die um ihre materielle Existenz bangen müssen, zum Ausdruck kam. "Sehnsuchtsvoll bitten wir um eine weltweite Eindämmung der Krankheit."

Pfarrer Thurn griff in seiner Predigt die Ehren- und Hoheitstitel der Gottesmutter Maria auf. Königin, Herrscherin , Herzogin , Patronin des Landes Bayern, - diese Titel seien zeitbedingt und bedürfen heute längerer Erklärung, warum man sie noch immer hoch schätze.

1638 wurde vor der neuen Residenz in München, weithin sichtbar, eine Marienstatue errichtet und zwar als Dank für die Errettung von München und Landshut vor den Plagen des Krieges. Damals galt der Titel dem klassischen Altbayern, ohne Schwaben und Franken. Erst 1916 wurde der Titel "Patrona Bavariae" ganz Bayern geschenkt, also auch den fränkischen Diözesen. Pest, Cholera, Typhus, Tuberkolose aber auch Hunger, Armut, dazu Krieg und Glaubensspaltung waren einst Beweggründe um sich an Maria zu wenden, um Hilfe, Schutz und Fürsprache zu bitten.

"Wie zerbrechlich und bedroht dieses Leben damals war, so wie Leben im Grunde immer zerbrechlich und bedroht sein wird, zu jeder Zeit, zu jeder Generation", befand Thurn. Scharen von Betenden suchen Orte auf, an denen sie Hilfe erwartet.

Auch der Maria Ehrenberg sei so ein Ort, wo Not und Elend vor Gott, vor Maria gebracht werde, stets in der Hoffnung "auf dem Ozean der Hoffnungslosigkeit nicht alleingelassen" zu sein. Als eine Brücke zum heute, bezeichnete Pfarrer Thurn diese Titel der Königin, Herzogin und Schutzfrau.  Wer auf seinem Lebensweg aufmerksam, forschend und gläubig Ausschau halte, der finde Gottes Spuren und Spuren Mariens. Ihr fürbittendes: Sie haben keinen Wein mehr, erklinge heute noch - vielmehr denn je. Und so lud Pfarrer Thurn alle, die zum Maria Ehrenberg gekommen waren ein, in den jahrhundertealten Chor derer einzustimmen, die Maria einen Ehrenplatz in ihrem Leben schenken.

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Info Wallfahrt :

Besuch: Für den Besuch des Wallfahrtortes Maria Ehrenberg gilt bis Ende Juli folgende Regelung:  Sonntags wird um 10.30 Uhr Eucharistie gefeiert, allerdings ohne Beichtgelegenheit. Es werden keine Andachten angeboten. Die Zufahrt ist nur über das Westtor bei Kothen möglich. Es müssen sich alle Besucher des Wallfahrtsortes vorher anmelden.  Kontakt: Pfarramt Kothen Tel.: 09748/208 oder Pfarramt Bad Brückenau Tel.: 09741/2333 jeweils bis freitags 11.30 Uhr.

Regeln: Es gelten die in Bayern gültigen kirchlichen und staatlichen Regelungen, das heißt es müssen währen des gesamten Gottesdienst FFP2-Masken getragen werden. Die geltenden Abstands- und Hygieneregeln sind zu beachten. Während des Gottesdienstes darf nicht gesungen werden. Zu beachten sind die markierten Laufrichtungen in der Kirche , das heißt der Eingang erfolgt nur über das Hauptportal, die Ausgänge sind rechts und links beziehungsweise im Seitenschiff. Eine Bewirtschaftung ist derzeit nicht erlaubt.

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