Haselbach in der Rhön

Ein dankbarer Rückblick mit dem Segen Gottes

Seit zehn Jahren leiten Anke und Stefan Schroth die "Christlichen Gästehäuser Hohe Rhön". Sie engagieren sich mit Leidenschaft, Herzblut und Begeisterung für die missionarische Arbeit.
Die Kapelle ist einer der liebsten Orte von Anke und Stefan Schroth auf  dem Gelände des Tagungs-und Erholungszentrums. Foto: Marion Eckert
Die Kapelle ist einer der liebsten Orte von Anke und Stefan Schroth auf dem Gelände des Tagungs-und Erholungszentrums. Foto: Marion Eckert

Vor zehn Jahren haben Anke und Stefan Schroth in der Nachfolge von Fritz Schroth die "Christlichen Gästehäuser Hohe Rhön" übernommen. Das Jubiläum lässt sie dankbar zurückblicken, auf eine nicht immer einfache Zeit. "Wir wussten uns in allen Problemen und Herausforderungen von Gott gesendet, getragen, ermutigt, bestärkt, geführt und gesegnet", betonen sie beide. Dass sie die Nachfolge antreten haben, sei nicht selbstverständlich gewesen und aufgrund der Familie vorgegeben.

Die Gästehäuser gehören nicht Familie Schroth, sie gehören dem Trägerverein " CVJM Christliche Tagungsstätte Hohe Rhön e.V", der Wirtschaftsbetrieb ist zudem in einer GmbH organisiert. Anke und Stefan Schroth sind Angestellte und nicht Inhaber. Doch die Leitung der Gästehäuser ist für sie mehr als nur ein "Job". Sie engagieren sich mit Leidenschaft, Herzblut und Begeisterung für die missionarische Arbeit, die er eigentlich Kern ihrer Aufgabe ist.

Einige Jahre gebetet und gerungen

Vor der eigentlichen Geschäftsübergabe vor zehn Jahren haben sie einige Jahre gebetet und gerungen, wohin ihr Weg sie führen wird. Anke Schroth träumte von einem Leben in Afrika. "Wir suchten unseren Auftrag. Uns war wichtig, von Gott einen Auftrag zu bekommen und klare Zeichen für unsere Aufgaben." Diese Zeichen bekamen sie, unvermutet, unverhofft, aber in aller Deutlichkeit und Eindringlichkeit, so dass für beide klar war, dass war die Antwort auf ihre Gebete. Pfingsten 2009 fand die offizielle Übergabe statt, die unter dem dem Berufungsvers: "Ich will Dich segnen und Du sollst ein Segen sein" stand. Diese Zusage Gottes hat das Ehepaar Schroth seitdem begleitet und sich immer wieder bewahrheitet. "Dieser Vers steht über unsere Arbeit und über allen Herausforderungen."

Herausforderungen gab es für Schroths in den ersten Jahren genug. Die Belegung war rückläufig, da die Attraktivität des Freizeitsheims nicht mehr den Anforderungen der Zeit entsprach. Dusche und WC auf der Etage sowie Vierbett-Zimmer, das schreckte die Gäste ab. "Wir haben gemerkt, dass wir etwas verändern müssen. Wir haben einen wertvollen Inhalt, da darf es auch eine gute Verpackung sein", erinnert sich Stefan Schroth an die damalige Zeit. So wurde entschieden, das Freizeitheim neu zu bauen. Ein Kraftakt, der von der baulichen Seite innerhalb eines halben Jahres während des laufenden Betriebs zu meisten war. Aber auch die finanzielle Herausforderung war enorm. "Wir konnten nur darauf vertrauen, dass unsere Arbeit gesegnet ist, Gott uns durch die Schwierigkeiten trägt und die Lösungen weiß." Diese Lösungen kamen, oft von ungeahnter, ja unbekannter Seite - und stets zur rechten Zeit.

Viele gute Freunde und Wertschätzung der Menschen

Ermutigung erfuhren Schroths durch viele gute Freunde und Menschen, die ihre Arbeit schätzen und ganz praktisch durch private Darlehn unterstützten sowie durch viele Zeichen, die ihnen Kraft und Ermutigung gaben: Ein Regenbogen über dem Haus vertrieb alle Zweifel und Ängste, ein Kuvert von einem unbekannten Absender mit 6000 Euro Bargeld machte Mut, ein gutes Wort bestätigte ihre Arbeit. "Es waren fünf schwere Jahre, in denen Gott handelte und ermutigte",sind sie sich einig, denn all diese Zeichen werten sie als Zeichen Gottes und seines Segens. Es gab aber auch kurioses, wie ein Bankberater , der ihnen riet, mit Beten aufzuhören, damit zahlungskräftige Kunden angelockt werden. "Wenn wir mit Beten aufhören, können wir gleich zuschließen", lehnten Anke und Stefan Schroth dieses Angebot ab. Doch letztlich bekamen sie stets die passenden Partner an die Seite, sei es über die Bank oder Firmen, die mit ihnen auch durch Durststrecken gingen. Auch wenn der Kernauftrag, missionarisch tätig zu sein über all die Jahre unverändert blieb, gab es doch einen Prozess der Entwicklung und Schärfung des Profils. So nennen sich die "Christlichen Gästehäuser" heute offiziell "Hohe Rhön - Tagungs- und Erholungszentrum".

Christlich nicht mehr im Titel

Warum wurde "Christlich" aus dem Titel genommen, wo sie doch gerade das Gebet als elementaren Bestandteil ihrer Arbeit sehen? "Es hat Menschen abgehalten, zu uns zu kommen", erklärten sie. "Manch einer hielt sich nicht für christlich genug, um in ein christliches Haus zu gehen. Nun kann jeder zu uns kommen, wir haben eine Hemmschwelle genommen. Jeder ist willkommen." Außerdem ist für die Schroths nicht der Titel wichtig, sondern wie authentisch sie leben und Gastfreundschaft üben. Die Schroths fühlen sich von Gott beschenkt. So haben sie auch neue Projekte ins Leben gerufen. Eine neue "Corporate Identity" und eine neue Belegungssoftware zählen zum organisatorischen Teil.

Das Missio-Camp wurde fortgeführt, allerdings auf zehn Tage verkürzt und unterm Jahr ergänzt durch die Zeiträume-Veranstaltungen. Frauenfrühstück und Oasentage sind Angebote für die Region, die gut besucht und angenommen werden. "Unsere inhaltliche Arbeit ging immer weiter, wir konnten, alles was wir geplant hatten, umsetzen." Nicht vergessen werden darf die Unterstützung durch das Team, das derzeit aus 28 Personen besteht, und viele ehrenamtliche Kräfte, die sich bei Großveranstaltungen wie dem Missio-Camp aber auch bei Arbeiten im Haus und der Außenanlage einbringen.  So sehen sich Schroths in ihrer Arbeit geführt, getragen, ermutigt, beschenkt, bewahrt und gesegnet.

Warten auf die Versicherung

Nach dem Brand ist Bewahrung ist ein weiterer Begriff, mit dem Anke und Stefan Schroth ihre Arbeit umschreiben. Vor zwei Jahren brannte die Werkstatt nieder. "Wir sind dankbar, dass kein Mensch verletzt wurde und der Betrieb weiter geführt werden konnte", blickt Anke Schroth heute zurück. Kein Nachbarhaus war betroffen, und auch die Missio-Camp-Infrastruktur bleib unversehrt. "Ein Zeichen, dass wir unsere missionarische Arbeit weiter machen sollen", fasst es Stefan Schroth zusammen. Viel Hilfe haben Schroths von ganz unterschiedlichen Seiten in diesen zwei Jahren erfahren. Über 60.000 Euro an Spenden gab es nach dem Brand, die zum Teil für Material, neues Werkzeug und Maschinen verwendet wurden. "Wir waren vom Zuspruch aus der Region total überrascht. Das hat uns viel Kraft gegeben." Im Augenblick laufen noch die Verhandlungen mit der Versicherung, die zum Ende des Jahres aber abgeschlossen werden sollen. Schroths planen die Werkstatt am gleichen Standort neu aufzubauen, dies können sie aber erst beginnen, wenn klar sein wird, wieviel sie von der Versicherung bekommen. "Wir brauchen eine Werkstatt, eine Schlosserei und Schreinerei für alle die Arbeiten, die bei uns anfallen", erklärte Stefan Schroth. Im Moment sei die Werkstatt in zwei Containern untergebracht, was doch recht umständlich sei.

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