Maßbach

Ein Museum über das jüdische Leben in der Gemeinde

Bei der Bürgerversammlung in Maßbach ging es über den Kauf der alten Synagoge, Einrichtung der Tagespflege bis zur Bevölkerungsentwicklung. Bauen, Breitband und Natur wurden ebenso thematisiert.
Die alte Maßbacher Synagoge wurde von der Marktgemeinde gekauft. Hier soll  ein Museum eingerichtet werden, das an das frühere jüdische Leben in der  Gemeinde erinnert. Klaus Bub hat schon eine Reihe von Stücken beieinander,  darunter diese Thorarolle. Foto: Dieter Britz
Die alte Maßbacher Synagoge wurde von der Marktgemeinde gekauft. Hier soll ein Museum eingerichtet werden, das an das frühere jüdische Leben in der Gemeinde erinnert. Klaus Bub hat schon eine Reihe von Stücken beieinander, darunter diese Thorarolle. Foto: Dieter Britz

Viel getan hat sich im zu Ende gehenden Jahr 2019 im Ortsteil Maßbach der Marktgemeinde, und entsprechend viel hatte Bürgermeister Matthias Klement in der Bürgerversammlung in den Theaterstuben zu berichten. Die Themen reichten vom Kauf der alten Synagoge über die Einrichtung der Tagespflege bis zur Bevölkerungsentwicklung . Klement freute sich darüber, dass dieses Mal mehr Besucher als früher, es waren etwa 60, gekommen waren.

Die Marktgemeinde investiert in Maßbach viel, erläuterte der Bürgermeister. Er nannte unter anderem die Mittelschule, deren Blechdach durch ein Foliendach mit einer Kieselauflage ersetzt wurde. Diese Maßnahme kostete allein 30.000 Euro. Ein Teil der Fenster wurde erneuert, die Alarmanlage ist neu, und der westliche Eingangsbereich wurde neu gestaltet. Die Zahl der Mittelschüler hat sich von 91 auf jetzt 100 erhöht. Matthias Klements Kommentar dazu: "Es ist erfreulich, dass wieder so viele den Weg in die Mittelschule gefunden haben. Die kommen alle unter."

30 Jahre besteht die Partnerschaft mit der Region Cingal. Das wurde dieses Jahr in Frankreich gebührend gefeiert und dort neue Partnerschaftsurkunden unterzeichnet. Nächstes Jahr wird das in der Marktgemeinde wiederholt. Drei Jahre gibt es nun den Jugendaustausch. 2019 war eine französische Gruppe in Maßbach . Bürgermeister Klement dankte der Partnerschaftsbeauftragten Vera Büdicker für ihr Engagement.

Immer wieder Klagen übers Breitband

Immer wieder gibt es Klagen mit der Breitband-Versorgung in der Gemeinde durch das Unternehmen Pyur, das auch Münnerstadt versorgt. Wenn vertraglich eine Geschwindigkeit von 120 Mbit/s vereinbart seien und nur 20 ankämen, sei das nicht in Ordnung, betonte Matthias Klement , und "das Callcenter ist nicht ideal, ich kann nicht nachvollziehen, wie man so mit den Kunden umspringt". Er konnte aber immerhin darauf hinweisen, dass das Unternehmen inzwischen eine Homepage speziell für diese Gemeinden eingerichtet hat, auf der die Telefonnummern für Beratung und Störungsannahme zu finden sind.

Weiter berichtete der Bürgermeister, dass im ersten Quartal 2020 vermutlich die Entscheidung über die Südlink-Tresse fallen wird. Zu 90 Prozent werde sie entlang der A 71 laufen, und zwar auf der ganzen Strecke unter der Erde. In der Planung ist auch eine Wechselstrom-Trasse (P43), die den Landkreis Bad Kissingen betrifft und nur sehr begrenzt unter der Erde verlegt werden kann. Dagegen regt sich Protest in den betroffenen Gemeinden.

Wald in bedenklichem Zustand

Der Bürgermeister freute sich über "hervorragende Ergebnisse bei der Nitratbelastung des Trinkwassers" und dankte in diesem Zusammenhang den Landwirten. Dramatisch ist die Lage im Gemeindewald. Fichten, Kiefer sogar Buchen haben unter Trockenheit, Hitze und Käferbefall gelitten - "Bäume mussten raus, die wir gerne noch hätten lange, lange wachsen lassen". Inzwischen müsse die Gemeinde in ihren Wald Geld für Pflanzen und Zäune investieren, "eine schwarze Null ist nicht zu erreichen". Am 7. Dezember veranstaltet die Gemeinde für engagierte Bürger und für interessierte Waldbesitzer eine Pflanzaktion im Gemeindewald.

Erfreulich dagegen war die Erschließung des Baugebietes Centleite: "Das ist sehr geräuschlos gelaufen, einige Grundstücke sind verkauft, einige Häuser sind im Bau oder stehen schon", berichtete Klement. Weitaus größte Baustelle in der Marktgemeinde war die Hangsicherung in der Straße Parksiedlung, die 1,5 Millionen Euro kostete. "Es hat gut geklappt und zeitlich prima hingehauen", so der Bürgermeister. Die Bauabnahme sei am Tag der Bürgerversammlung gewesen.

Kauf der alten Synagoge

Der Kauf der alten Synagoge stand schon längere Zeit auf der Tagesordnung der Marktgemeinde. Zuerst war geplant gewesen, dass die Gemeinde nur den hinteren Teil erwirbt und den vorderen Teil ein Investor bekommt. Der Denkmalschutz hat hier allerdings ein Wort mitzureden. Auf Anraten der Bezirksregierung kaufte die Gemeinde den ganzen Gebäudekomplex zwischen der Poppenlauerer Straße und der Wirthsgasse. Gebäudeteile sollen abgerissen werden, um den Teil freizustellen, in dem die Synagoge war. Klaus Bub hat hier schon provisorisch ein Museum eingerichtet, das das jüdische Leben in der Gemeinde dokumentiert. Hier werden viele schöne Stücke präsentiert. "Das Museum ist wichtiger denn je, wenn man sich in Deutschland so umschaut", sagte dazu Matthias Klement .

In der Diskussionsrunde wurde nach einem Ärztehaus gefragt. "Der Gemeinderat macht sich Gedanken darüber", antwortete der Bürgermeister. In Stadtlauringen habe die Gemeinde auch nur ein Grundstück zur Verfügung gestellt, Initiator und Bauherr sei ein Arzt gewesen, und ein Apotheker habe mitgemacht". Momentan gebe es noch Ärzte in der Gemeinde. Diethard Dittmar sagte dazu "in Ortsmitte ebenerdig, eine Praxis, dazu oben sechs Wohnungen, mehr sag' ich nicht".

Ein Bürger kritisierte, dass seit 20 Jahren im Gewerbegebiet nichts passiert sei. Matthias Klement wollte das so nicht stehen lassen: Ein Investor sei wieder abgesprungen, sechs Hektar seien verkauft, momentan werde mit einem Investor verhandelt, der kaufen und vermarkten wolle. Im Dorf gebe es jede Menge alte Häuser , die leer stehen. Die Gemeinde solle sie aufkaufen, sanieren und weiterverkaufen, forderte ein Bürger . Das sei sehr schwierig, wenn die Eigentümer auf dem Standpunkt stehen "was will ich denn mit dem Geld?".

Maßbach in Zahlen

Mit 1827 Einwohnern mit Haupt- und 233 mit Nebenwohnsitz ist Maßbach der größte der vier Ortsteile, dicht gefolgt von Poppenlauer (1814 mit Haupt- und 142 mit Nebenwohnsitz). Die Einwohnerzahl von Maßbach hat leicht - um sieben Personen - abgenommen. Der Wanderungsgewinn von vier Personen (118 Zu- und 114 Wegzüge) wurde durch den "Sterbeüberschuss" von elf Personen (28 Sterbefälle, aber nur 17 Geburten) wieder mehr als wettgemacht. Sechs Heiraten gab es im letzten Jahr, halb so viele wie in Poppenlauer.

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