Obererthal

Eine 18-Jährige ist jetzt Ortsbeauftragte von Obererthal

Maria Pfaff ist die einzige aus Obererthal, die in den Hammelburger Stadtrat gewählt wurde. Damit ist sie automatisch auch Ortsbeauftragte. Jetzt muss sie Abitur und die Kommunalpolitik unter einen Hut bringen.
Nachfolgerin von Ortsprecher Hans Schönau (links) ist  Maria Pfaff,  die auch zur Stadträtin gewählt wurde.  Winfried Ehling       -  Nachfolgerin von Ortsprecher Hans Schönau (links) ist  Maria Pfaff,  die auch zur Stadträtin gewählt wurde.  Winfried Ehling
Nachfolgerin von Ortsprecher Hans Schönau (links) ist Maria Pfaff, die auch zur Stadträtin gewählt wurde. Winfried Ehling

Die neu gewählten Mandatsträger in den Kommunal-Parlamenten stehen in den Startlöchern. Am 1. Mai beginnt ihre Amtszeit. Wann die konstituierenden Sitzungen stattfinden können, bleibt offen. Aber in einigen Gremien gibt es erhebliche Veränderungen. Neue Gesichter, neue Ideen, neue Wege?

Zu den neugewählten Stadträten in Hammelburg gehört auch die junge Obererthalerin Maria Pfaff. Mit gerade mal 18 Jahren ist sie die einzige gewählte Rätin aus dem Stadtteil und - nach Gemeindeordnung von 1952 - auch Ortsbeauftragte, die jüngste in der Nachkriegsgeschichte der Saalestadt. Die Schülerin am Frobenius-Gymnasium tritt damit die Nachfolge vom Hans Schönau an, der nicht mehr für das Amt des Ortssprechers kandidierte.

Als gebürtige Obererthalerin ist Maria Pfaff verwurzelt in ihrer Heimatgemeinde und aktives Mitglied in der Freiwilligen Feuerwehr und der Obererthaler Dorfmusik. Den "Job" als Ortsbeauftragte muss sie zwingend übernehmen, da kein weiterer Amtsträger aus dem Stadtteil gewählt wurde. Schlägt sie diese Berufung aus, verliert sie laut Gemeindeordnung ihr Ratsmandat.

Im nächsten Jahr will sie ihr Abitur ablegen. Danach schwebt ihr eine Ausbildung als Bauzeichnerin vor, und sie möchte Architektur studieren. Die Aufgaben als Ortsbeauftragte will sie in dieser Zeit jedoch ebenfalls wahrnehmen. Zwar ist sich die junge Frau noch nicht sicher, wie man Schulabschluss , das Studium und die kommunalpolitische Verantwortung für einen Stadtteil zusammenführt, allerdings kann sie auf ihren Vorgänger, Hans Schönau, zählen, der sie dabei unterstützt.

"Ich übernehme sozusagen die Patenschaft für Maria, will aber im Hintergrund bleiben", bestätigt dieser beim Gespräch in der Alten Schule. "Die Vorarbeiten sind erledigt, das Vereinsleben im Dorf funktioniert gut und die Großprojekte - wie die Erneuerung der Thulba-Brücke oder das Feuerwehrgerätehaus - sind abgeschlossen oder entschieden", erklärt er und fügt hinzu: "Die Zusammenarbeit mit der Dorfgemeinschaft hat immer bestens geklappt. Das soll bei Maria nicht anders sein. Ich nehme sie gerne zu mir in die Lehre", verspricht er.

Woher kommt eigentlich das Interesse der jungen Obererthalerin an der Kommunalpolitik ? Hier kommt Christian Fenn ins Spiel, der Fraktions-Vorsitzende der "Jungen Liste" im Hammelburger Stadtrat . Er hat Maria Pfaff erste Kenntnisse über die Stadtpolitik vermittelt. Beide vertreten im neuen Stadtrat die Fraktion. Maria legt allerdings Wert darauf, dass "sie nach eigener Meinung entscheiden möchte".

"Ich brauche jedoch etwas Zeit, um in die Materie reinzukommen", fügt sie an. Den Kontakt während der Schulzeit , der Ausbildung und dem Studium, kann sie sich in Form einer monatlichen Bürgersprechstunde und bei Bedarf auch im persönlichen Gespräch vorstellen. Schönau und Fenn als Mentoren und Informanten , das ist natürlich gut.

Die Frage, ob sie, später einmal, ihre politischen Ambitionen auf eine breitere Basis stellen will - etwa ein Mandat im Kreistag oder mehr anstrebt - will und kann Maria Pfaff jetzt noch nicht sagen. "Nach der ersten Legislaturperiode, in sechs Jahren, kann ich darauf vielleicht eine Antwort geben", vermutet sie.

Abschließend überreichte Schönau seiner Nachfolgerin die "Insignien" des Ortsprechers, die "Dorfschelle" und den weiß-blauen Wimpel, der in der Kirche ausgehängt wird, falls nach dem Gottesdienst Wichtiges mitzuteilen ist.

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