Hammelburg

Einsatz für die Umwelt

Der Bund Naturschutz zog bei seiner Jahreshauptversammlung Bilanz seiner vielfältigen Aktionen.
Vorstand und Mitarbeiter des BN freuen sich über die gelungene Veranstaltung (von links): Ingo Queck, Theo Hein, Elisabeth Assmann, Oswald Türbl, Referentin Dr. Christine Margraf, Franz Zang, Hannelore Rundell, Karl Schwarz und Dr. Simone Hepp.  Foto: Walter Hartmann       -  Vorstand und Mitarbeiter des BN freuen sich über die gelungene Veranstaltung (von links): Ingo Queck, Theo Hein, Elisabeth Assmann, Oswald Türbl, Referentin Dr. Christine Margraf, Franz Zang, Hannelore Rundell, Karl Schwarz und Dr. Simone Hepp.  Foto: Walter Hartmann
| Vorstand und Mitarbeiter des BN freuen sich über die gelungene Veranstaltung (von links): Ingo Queck, Theo Hein, Elisabeth Assmann, Oswald Türbl, Referentin Dr.

Der Kreisgruppenvorsitzende des Bundes Naturschutz (BN) Franz Zang begrüßte die 70 Anwesenden zur Jahreshauptversammlung in Fuchsstadt mit einem Einblick in die Arbeit der BN-Aktiven vor Ort. "Für uns ist Artenschutz, immer konkret zu werden wie zum Beispiel aktuell beim Aufstellen und Kontrollieren der Amphibienschutzzäune, dem Austausch mit Vorreitern in Sachen Umweltschutz oder der Pflege von Streuobstflächen. Aber wir sind nicht erst seit dem Volksbegehren ,Rettet die Bienen‘ politisch aktiv. Schon vor Jahren hatten wir unter anderem mit den Professoren Dr. Heiko Paeth und Dr. Hartmut Grassl Großveranstaltungen zum Thema Klimaschutz ." Auch international könnte Deutschland mehr bewegen. Hier nannte Zang das Mercosur-Abkommen als ein Beispiel für deutsch-europäische Inkonsequenz. 2020 steht zu diesem Thema eine Veranstaltung mit der Leiterin von Misereor in Bayern, Barbara Schmidt, im BN-Jahresprogramm. "Wir müssen aber auch am eigenen Lebensstil viel ändern, sei es beim Konsum von Billigfleisch oder dem Urlaub mit dem Billigflieger", appellierte Zang an jeden Einzelnen.

Der stellvertretende Vorsitzende Ingo Queck gab einen Überblick über die mehr als 70 Exkursionen 2019, die zahlreichen Infostände wie etwa am Allianztag in Oberthulba und dankte für Einzelspenden, die notwendig sind, um so intensive Umweltschutzarbeit leisten zu können.

Gebietsbetreuerin Dr. Simone Hepp berichtete von ihren zahlreichen Aktionen mit Kindergruppen und der Bekämpfung der Lupine in den Schwarzen Bergen und wies auf Projekte zum Erhalt des Braunkehlchens und der Vermehrung des Teufelsabbisses hin. Weiterhin soll die Ausbreitung von Herbstzeitlose und Lupinen eingedämmt werden. Als Nächstes findet am 27. März eine Abwassertagung in Bad Brückenau statt.

Momentan fördert das bayerische Umweltministerium der BN-Kreisgruppe zwei Umweltbildungsprojekte: "Macht die Dächer voll", um mehr Solaranlagen auf die Dächer zu bekommen und "Unser Essen unser Klima - Das interessiert mich echt die Bohne". Theo Hein vom BN-Arbeitskreis Energie wies auf die überaus erfolgreiche Ausbildung von rund 20 ehrenamtlichen Solarbotschaftern und die Aktion von rund 40 Elektromobilisten am ADAC-Platz in Hammelburg hin. Bei dem Projekt "Das interessiert mich echt die Bohne" wird der Austausch mit Verbraucher und Landwirtschaft weitergeführt. Neben der Ansaat von klimaangepassten Bohnen und Erbsen in Gärten und auf Äckern sollen Leguminosen mit kreativen Kochkursen schmackhaft gemacht werden, um den klimaschädlichen Fleischkonsum zu minimieren. Unterstützt wird Projektleiterin Elisabeth Assmann von Naturlandberater Werner Vogt-Kaute und engagierten Landwirten und Köchen. Kassenprüfer Hans-Jörg Blank konnte einen einwandfreie Buchführung bestätigen. Die Mitglieder entlasteten einstimmig den Vorstand. Franz Zang verabschiedete Hannelore Rundell aus beruflichen Gründen als Beisitzerin des BN-Vorstandes und dankte ihr im Namen der BN-Kreisgruppe. Im BN-Jahresprogramm 2020 sind wieder 70 Veranstaltungen, darunter Vorträge, Exkursionen, Referate. Die Infos zum BN-Jahresprogramm finden sich ab sofort im Internet auf www.bad-kissingen.bund-naturschutz.de.

"Endlich anfangen"

Im Anschluss an die Jahreshauptversammlung des Bundes Naturschutz (BN), Kreisgruppe Bad Kissingen, referierte Dr. Christine Margraf, stellvertretende Landesbeauftragte des BN, zum Thema " Klimaschutz in Bayern - Anspruch und Realität". "Die Klimakrise macht sich gerade in Unterfranken immer deutlicher bemerkbar. Den Kommunen kommt eine zentrale Rolle beim Klimaschutz zu", begann Margraf ihren mit Anregungen dicht gepackten Vortrag. Unter dem Motto global denken, lokal handeln, führte Margraf die Herausforderungen und vor allem die Möglichkeiten der Kommunen aus, das Lenkrad bei der Klimaerwärmung noch herumzureißen. Die aktuellen Rahmenbedingungen durch das neue Klimaschutzgesetz seien in Bezug auf Klimaschutz eher dürftig.

Dass sofort gehandelt werden müsse, sei klar. Prominente Klimaforscher wie etwa Professor Dr. Paeth aus Würzburg stellen die dramatischen Folgen der Klimaerwärmung für Landwirtschaft , Wirtschaft und Mitmenschen seit Jahrzehnten dar. Margraf appellierte, endlich anzufangen. "Wir brauchen eine Vollbremsung des -Ausstoßes, da wir die letzten Jahrzehnte nichts erreicht haben." Der Verkehr spiele hier neben Landwirtschaft , Strom und Wärme eine entscheidende Rolle. Mit den bisher gesetzten Zielen der Bundesregierung sei schon jetzt klar, dass das Ziel, die Erwärmung zu stoppen, nie erreicht werde. 100 Prozent erneuerbare Energien, Energieeffizienz, Energiesparen, aber auch das Überdenken eines auf immer mehr Wachstum ausgelegten Lebensstils seien dringend geboten. Hier forderte die BN-Landesbeauftragte bis 2040 das Halbieren der Energieverbräuche und den Aufbau von 100 Prozent erneuerbare Energien. Dazu müssten in den Kommunen vor Ort kommunale Bedarfspläne, Energienutzungspläne, ein integriertes Klimaschutzkonzept erstellt werden. Unabhängige Energieberatung, ein Klimabeirat, jährliche Klimaberichte helfen, die -Reduktion voranzubringen, so die Referentin. Der Beschluss des Klimanotstands im Gemeinderat verdeutliche jedem, dass etwas getan werden muss. " Klimaschutz muss kommunaler Schwerpunkt werden. Die Energieversorgung der Zukunft ist in kommunaler und Bürgerhand. Arbeitsplätze und Wertschöpfung bleiben in der Region", fordert Margraf die Kommunen zu mehr Einsatz und Zivilcourage auf.

Als Beispiel führte Margraf die 1700-Seelen-Gemeinde Fuchstal-Leeder (Landkreis Landsberg/Lech) an, die zur Bioenergie-Kommune 2019 ernannt wurde und eine der "modellhaften Zukunftskommunen" für nachhaltige Entwicklung ist. Bei der Mobilitätswende und beim Flächenschutz seien die Kommunen auch gefordert. Mit regionalen Produkten entstehe weniger Verkehr.

Nichts mehr verpassen: Abonnieren Sie den Newsletter für die Region Bad Kissingen und erhalten Sie zweimal in der Woche die wichtigsten Nachrichten aus Ihrer Region per E-Mail.
Themen & Autoren
Hammelburg
Alternative Energien
Energieeffizienz und Energieeinsparung
Klimaschutz
Klimaschutzgesetze
Klimatologen
Klimaveränderung
Landwirtschaft
Nachhaltige Entwicklung
Umweltschutz
Wirtschaftsbranche Energieerzeugung und -Versorgung
Lädt

Damit Sie Schlagwörter zu "Meine Themen" hinzufügen können, müssen Sie sich anmelden.

Anmelden

Das folgende Schlagwort zu „Meine Themen“ hinzufügen:

Sie haben bereits
/ 15 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits.

entfernen

Um "Meine Themen" nutzen zu können müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen

zustimmen
Kommentare (0)
Aktuellste Älteste Top

Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!