SCHMALWASSER

Emma bringt Naturdenkmal zu Fall

Abschied von einem Naturdenkmal: Die „Sieben-Schwestern-Buche“ im Salzforst zwischen Schmalwasser und Steinach fiel dem Sturmtief Emma zum Opfer.
200 Jahre stand die „Sieben-Schwestern-Buche“ im Salzforst. Die imposante Rotbuche mit den sieben Stämmen, die 1951 als Naturdenkmal ausgewiesen wurde, fiel dem Sturmtief Emma zum Opfer.
Foto: FOTO Hippeli | 200 Jahre stand die „Sieben-Schwestern-Buche“ im Salzforst. Die imposante Rotbuche mit den sieben Stämmen, die 1951 als Naturdenkmal ausgewiesen wurde, fiel dem Sturmtief Emma zum Opfer.

1951 wurde die Rotbuche als Naturdenkmal ausgewiesen und markiert. Der rund 200 Jahre alte und 30 Meter hohe Baum zeichnete sich nicht nur durch seine stattliche Größe sondern auch durch sein besonderes Aussehen aus: Er bestand aus sieben Stämmen mit einem Umfang von 5,50 Metern und einem Durchmesser von 1,75 Meter.

Ursprünglich wuchs die Buche wohl als ganz normaler Baum mit einem Stamm auf, der sich in jungen Jahren aber verzweigt hat, erklärt Dorothee Klose, die an der Unteren Naturschutzbehörde die Naturdenkmale verwaltet. Wie sie informiert, habe die Rotbuche durch ihren besonderen Wuchs die Kriterien als Naturdenkmal erfüllt. Die Buche wurde freigestellt. Das heißt, dass der Bereich in ihrer Umgebung regelmäßig ausgelichtet wurde, damit sie genügend Licht bekam und sich auch gut entwickeln konnte. In den Unterlagen der Naturschutzbehörde wird der Baum als „Sieben-Schwestern-Buche“ bezeichnet. Im Volksmund, bei den Waldarbeitern und unter den älteren Schmalwasserern, war er als „siebenarmige Buche“ ein Begriff. Er hatte seinen Standort im Waldgebiet im Eisbachtal, das dem Freistaat Bayern gehört und vom Forstbetrieb Bad Brückenau verwaltet wird. Wie Dorothee Klose informiert, werden als Naturdenkmal verzeichnete Bäume zweimal im Jahr von der Naturschutzbehörde kontrolliert – einmal im Sommer wenn sie ihr Blätterkleid tragen und einmal unbelaubt im Winter. Bei der letzten Begutachtung im Herbst 2007 habe man bis auf einen Stamm, der morsch war, keine größeren Schäden festgestellt.

Eine Baumpflege war deswegen vorgesehen: Der kaputte Arm sollte demnächst entfernt werden – „dann wäre sie nur noch eine Sechs-Schwestern-Buche gewesen.“ Dass das Wurzelwerk insgesamt so stark vermorscht war, dass der jüngste Sturm nun den ganzen Baum zu Fall brachte, habe man nicht erkennen können: „Man kann in einen Baum nicht hineinsehen.“

Die Naturschutzbehörde wird sich nun mit den bayerischen Staatsforsten in Bad Brückenau in Verbindung setzen und besprechen, ob der Baum aufgeräumt und verwertet wird oder als Totholz und Besichtigungsobjekt liegen bleibt. Als formaler Verwaltungsakt wird die Verordnung über das Naturdenkmal aufgehoben.

Wie in den Unterlagen der Naturschutzbehörde vermerkt ist, soll es angeblich über die siebenarmige Buche auch eine Sage geben. Auf Nachfrage der MAIN-POST lagen aber weder Günter Metz, dem Ortschronisten von Schmalwasser, noch Kreisheimatpfleger Reinhold Albert in Sternberg Informationen über eine solche Sage vor.

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