Sulzthal

Erdkabel zum geplanten Windpark Sulzthal

Die Firma "Enercon" will sich mit dem Sulzthaler Windpark im September an einer neuen Ausschreibung beteiligen, um höhere Einspeisevergütungen zu erzielen. Zuleitung und Fundamente werden trotzdem bereits gebaut.
Bohrmeister Bernd Behrendt begutachtet eine der Gruben für das Spülbohrverfahren: Unter Straßen und Abwasserkanälen hindurch wird die Zuleitung zum Windpark ohne Graben verlegt. Foto: Ralf Ruppert       -  Bohrmeister Bernd Behrendt begutachtet eine der Gruben für das Spülbohrverfahren: Unter Straßen und Abwasserkanälen hindurch wird die Zuleitung zum Windpark ohne Graben verlegt. Foto: Ralf Ruppert
Bohrmeister Bernd Behrendt begutachtet eine der Gruben für das Spülbohrverfahren: Unter Straßen und Abwasserkanälen hindurch wird die Zuleitung zum Windpark ohne Graben verlegt. Foto: Ralf Ruppert

Der Windpark zwischen Sulzthal und Wasserlosen verzögert sich weiter: "Alle Arbeiten am Standort wurden im Oktober 2019 gestoppt, um die erneute Teilnahme am Ausschreibungsverfahren im September 2020 abzuwarten", teilte eine Unternehmenssprecherin des Windrad-Herstellers "Enercon" auf Nachfrage mit. Trotzdem wird aktuell die 9,2 Kilometer lange Anbindung des Windparks ans Umspannwerk Fuchsstadt gebaut. Auch die Fundamente sollen ab April betoniert werden, denn: "Enercon plant, das Projekt nach der erneuten Beteiligung an einer Ausschreibung zu realisieren", stellt die Sprecherin klar. Die Gemeinde war über die Veränderungen bisher nicht informiert.

Vier geplant, drei werden gebaut

Bereits seit 2013 plant Enercon im Waldgebiet "Bühnholz" südlich von Sulzthal die Errichtung von Windenergieanlagen aus eigener Fertigung. Ursprünglich waren vier Windräder mit 149 Metern Nabenhöhe und 68 Meter langen Rotorblättern vorgesehen, aus Naturschutzgründen wurde auf einen Standort verzichtet. Die erneute Ausschreibung ändere aber nichts an der Höhe der Anlagen: "Enercon plant unverändert, drei Anlagen des Typs E-115 EP2 zu errichten", heißt es vom Unternehmen aus Aurich.

Jede Anlage hat eine Leistung von bis zu drei Megawatt. Enercon hatte 2017 von der Bundesnetzagentur den Zuschlag für den Windpark erhalten - "zu wenig attraktiven Rahmenbedingungen", wie Enercon aus heutiger Sicht mitteilt. Damals wurden nur zwei Projekte in Bayern genehmigt: die Windparks in Sulzthal und Fuchsstadt. Die durchschnittliche Einspeise-Vergütung betrug damals 4,73 Cent je Kilowattstunde. Laut Enercon hat sich "aufgrund der geringen Anzahl an Neugenehmigungen zum Bau von Windparks " bei Ausschreibungen der Bundesnetzagentur "die Zuschlagshöhe positiv auf die Vergütungssituation ausgewirkt". Sprich: Enercon hofft auf eine höhere Einspeisevergütung für Onshore-Anlagen und damit eine bessere Wirtschaftlichkeit. Zu den Investitionskosten für den Windpark macht das Unternehmen keine Angaben.

"Bauvorbereitende Maßnahmen am Standort wie die Rodung des Geländes, die Herstellung der Kranstell- und Wegeflächen sowie der Fundamentaushub sind bereits abgeschlossen", fasst die Enercon-Sprecherin den aktuellen Stand zusammen. Die Kabeltrasse führt vom Umspannwerk Fuchsstadt durch die Gemarkungen Fuchsstadt, Langendorf, Machtilshausen und Sulzthal zum Windpark.

Baustellen entlang der Trasse

Zum genauen Verlauf macht Enercon keine Angaben, er lässt sich jedoch an zahlreichen Baustellen ablesen: Südlich von Machtilshausen sind die drei Kabel auf einer Länge von mehreren Kilometern bereits eingepflügt. Unter mehreren Straßen hindurch verlegen Mitarbeiter der Firma "Bohr- und Frästechnik" aus Saal aktuell Leerrohre mittels Bohrspülverfahren. Bis zu sieben Meter tief wurde gebohrt, unter der Bundesstraße sind es 2,70 Meter, berichtet Bohrmeister Bernd Behrendt.

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