Irmelshausen

Erfrischen, abtauchen, entspannen

Vor 40 Jahren sind die ersten Gäste in den Badesee in Irmelshausen gesprungen. Seitdem hat sich einiges getan am beliebten Badegewässer im Milzgrund.

Es war ein Großereignis für die Gemeinde Höchheim zu Beginn der Sommerferien 1980: Im Beisein zahlreicher Ehrengäste wurde der Badesee in Irmelshausen offiziell seiner Bestimmung übergeben. "Einen Markstein in der Geschichte der Gemeinde Höchheim" nannte der damalige Bürgermeister Eugen Köhler die Anlage des Badegewässers in Anwesenheit zahlreicher Ehrengäste , darunter Landrat Fritz Steigerwald , der Bundestagsabgeordnete Eduard Lintner , Landtagsabgeordneten Johann Böhm und Hermann Dürbeck sowie viele Bürgermeisterkollegen aus der Umgebung.

Der erste Spatenstich für den einige Hundert Meter nördlich von Irmelshausen gelegenen See erfolgte im September 1977, wie die Lokalzeitung damals berichtete. Wegen des morastigen Bodens gestalteten sich die Arbeiten relativ schwierig, konnten letztendlich im Frühjahr 1980 erfolgreich abgeschlossen werden. Auch für die Abwasserbeseitigung konnte eine Lösung gefunden werden, wie Eugen Köhler in seiner Ansprache anmerkte. Der Höchheimer Bürgermeister wies auch auf die Finanzierung des Projektes hin, die ein wahrer Kraftakt für die Gemeinde war und ohne großzügige Zuschüsse nicht zu stemmen gewesen wäre. Insgesamt wurden 693 000 Mark aufgewendet, Zuschüsse gab es vom Freistaat Bayern in Höhe von 484 000 Mark. 30 000 Mark steuerte der Landkreis Rhön-Grabfeld bei.

Besucher auch aus Thüringen

Peter Gemmer vom gleichnamigen Planungsbüro war es vorbehalten, den Badesee mit einem Präsent an Bürgermeister Köhler in Form eines gebackenen Schlüssels offiziell seiner Bestimmung zu übergeben. Der Planer bezeichnete den See als äußerst notwendig und wichtig für die Gemeinde und auch alle anderen Redner waren sich einig: Der See wird sich im Laufe der Jahre zu einem Anziehungspunkt im Milzgrund entwickeln und auch Gäste von weiter her nach Irmelshausen locken.

Dass darunter später einmal auch viele Erholungssuchende aus Thüringen sein könnten, konnte damals noch niemand ahnen. Zehn Jahre später war es nach dem Fall der Mauer dann aber Realität: Der unweit der ehemaligen Zonengrenze gelegene Badesee entwickelte sich auch für Besucher aus dem Nachbarbundesland zu einem beliebten Ausflugsziel. Auch heute noch zieht es viele Thüringer, die nach Abkühlung suchen, ins benachbarte Irmelshausen an den Badesee. Das liegt auch daran, dass die Gemeinde Höchheim in den vergangenen Jahren viel getan hat, um die Attraktivität des Badesee-Areals mit seinen sanitären Anlagen und dem großzügigen Campingplatz weiter zu steigern. Gerade in der jüngeren Vergangenheit ist viel passiert: Rund 500 000 Euro wurden seit 2017 in Sanierung und Neugestaltung des Badeseegeländes in Irmelshausen gesteckt. Davon muss die Gemeinde rund 200 000 Euro tragen. Die restlichen 300 000 Euro werden über einen EU-Zuschuss in Höhe von ebenfalls 200 000 Euro und eine Förderung durch den Landkreis finanziert.

Mit dem Geld wurde ein neues Wirtschafts- und Sanitärgebäude geschaffen, das mit seiner Fassade aus Holz optisch ansprechend gestaltet wurde und über eine 160 Quadratmeter große gepflasterte Terrasse verfügt. Erneuert wurden zudem die in die Jahre gekommen sanitären Einrichtungen, und auch am See selbst gibt es mit der Badeinsel, dem großzügigen Steg und dem Wasserspielplatz für Kinder ein paar neue Attraktionen. Auch einige Schattenbäume wurden gepflanzt und der Sandstrand verlängert - was angesichts der in "Corona-Zeiten" geltenden Abstandsregeln sicher kein Fehler war. Alfred Kordwig

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