Bad Brückenau

Erst Helm auf, dann radeln

"Kopfentscheidung" lautet der Titel einer Präventionskampagne der unterfränkischen Polizei. Die Bad Brückenauer Polizei beteiligt sich mit einer speziellen Aktion.
Gesprächsstoff gab es genug bei der Kontroll- und Aufklärungsaktion der Bad Brückenauer Polizei am Rhönexpress-Bahnradweg. Gern nahmen die Pedaleure die Gelegenheit wahr, sich mit Hauptkommissar Thomas Vöth (links) über diverse Aspekte der Verkehrssicherheit auszutauschen.       -  Gesprächsstoff gab es genug bei der Kontroll- und Aufklärungsaktion der Bad Brückenauer Polizei am Rhönexpress-Bahnradweg. Gern nahmen die Pedaleure die Gelegenheit wahr, sich mit Hauptkommissar Thomas Vöth (links) über diverse Aspekte der Verkehrssicherheit auszutauschen.
Foto: Rolf Pralle | Gesprächsstoff gab es genug bei der Kontroll- und Aufklärungsaktion der Bad Brückenauer Polizei am Rhönexpress-Bahnradweg.

Es herrscht wunderbares Ausflugswetter. So ist der Rhönexpress-Bahnradweg am Sonntag durchgängig stark frequentiert. "Das sind ja geradezu ideale Voraussetzungen für unsere Kontroll- und Aufklärungsaktion", stellt der stellvertretende Inspektionsleiter der Bad Brückenauer Polizei , Thomas Vöth, mit Blick in den strahlend blauen Himmel fest.

Der Hauptkommissar und sein Kollege Manfred Schneider , der gleichzeitig ehrenamtlicher Geschäftsführer der Gebietsverkehrswacht ist, sind noch mit dem Aufbau des Informationsstands beschäftigt, als die ersten neugierigen Pedaleure bereits anhalten. Nicht zuletzt wegen eines Streifenwagens , etlicher aufgereihter E-Bikes und einer Fülle unterschiedlicher Kopfbedeckungen auf einem Klapptisch wollen sie natürlich genau wissen, "was hier heute los ist".

"Wir möchten einmal genau die Fahrradhelme sowie die Ausrüstung der Drahtesel und Pedelecs im Hinblick auf die Verkehrssicherheit unter die Lupe nehmen", geben Vöth und Schneider bereitwillig Auskunft .

Mehr Unfälle

Dass Aufklärung und Prävention nötig sind, untermauern sie mit interessanten Fakten. So hätten die Fahrradunfälle im vergangenen Jahr bundesweit deutlich zugenommen, allein um 15 Prozent in Unterfranken. Rund jeder siebte Verkehrstote in Deutschland ist mittlerweile ein Radfahrer . Bei den getöteten Radfahrern in Unterfranken in den Jahren 2019 und 2020 waren neun von 13 Personen ohne Helm unterwegs.

Unterstützt wurden die Uniformierten bei ihrer mehrstündigen Aktion in Höhe des Wohnmobilstellplatzes hinter dem ehemaligen Bahnhof von Gernot Riemey und dessen Sohn Gunther ("Günni). Die beiden Experten hatten nicht nur eine breite Palette an sinnvollem Zubehör ausgestellt, sondern konnten aus eigener Erfahrung auch wertvolle Tipps für die richtige Handhabung und Pflege des fahrbaren Untersatzes geben.

Ohnehin hatte die ganze Angelegenheit weniger den Charakter einer strengen Kontrolle, vielmehr sollte an das Sicherheitsbewusstsein und Verständnis der Verkehrsteilnehmer appelliert sowie auf lauernde Gefahren aufmerksam gemacht werden. Da traten für die rund 100 angesprochenen Radfahrer aller Altersgruppen zum Teil auch ganz neue Aspekte auf, "über die ich mir noch gar keine Gedanken gemacht habe", wie es ein Ausflügler treffend formulierte.

Fehlende Reflektoren

Am häufigsten mussten die Hauptkommissare Vöth und Schneider die fehlenden Reflektoren im Front- und Rückbereich sowie an den Speichen der Räder bemängeln. Gelegentlich wurde von den Pedalrittern zwar ein Kopfschutz mitgeführt, aber eben nicht aufgesetzt.

"Der Helm ist lästig", bekamen die Ordnungshüter mehrfach als Argument zu hören. Man schwitze darunter und außerdem beeinträchtige er die Frisur. "Sie haben ja recht, es wäre gut, einen Helm zu tragen, aber heute bei der Wärme..." lautete immer wieder die Ausrede. Ein prinzipieller Helmgegner ging mit seiner Aussage sogar noch wesentlich weiter: "Ich fahre Rad, seit ich drei bin. Nun schon seit 70 Jahren. Wenn ich einen Helm tragen muss, höre ich auf".

Gut angekommen, so bilanzierte Vöth, sei beim Aufklärungs- und Präventionsnachmittag die gelungene Kombination von technischem Know-how, das die Firma Fahrrad Riemey vermittelte, und aus den umfangreichen Informationen, die die Polizei sowohl mündlich als auch in gedruckter Form parat hatte.

Verwarnungen oder sogar Anzeigen hat es übrigens nicht gegeben. "Bei dieser Aktion wollten wir ja in erster Linie nur mit den Verkehrsteilnehmern reden", erklärte der stellvertretende Dienststellenleiter Thomas Vöth abschließend.

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