Obereschenbach

Eschenbacher Musikanten feiern 40 Jahre Musikverein

40 Jahre Musikverein Ober- Untereschenbach e.V: Das feiern die Eschenbacher Musikanten mit einem großen Jubiläumskonzert am Samstag, 17. März.
Thomas Reuter erinnert sich genau, wie es damals vor 40 Jahren war, als die Eschenbacher Musikanten gegründet wurden: "Der Initiator und zukünftige Dirigent der Kapelle, Ferdinand Reuter, brachten uns S-Hörner und sagte: So, diese Instrumente spielt ihr jetzt." Auch wenn Thomas Reuter dann doch zur Trommel wechselte: die Liebe zur Musik ist bei ihm und bei den Eschenbacher Musikanten bis heute spürbar. Neun Gründungsmitglieder von damals spielen heute noch aktiv mit, das Hauptorchester als Herzstück des Vereins gibt es immer noch und das Musizieren in Ober- und Untereschenbach hat nichts von seiner Beliebtheit eingebüßt. Daneben gibt es noch die Musiker der "Spätlese", welche sich aus der Bläserklasse für die Erwachsenen entwickelte. Die rund 16 "Hopfenbläser" haben sich ganz der böhmischen Blasmusik gewidmet und auch ein kleines Kuriosum hat der Verein in petto: nämlich die Alphornbläsergruppe, welche mit ihren eher selten zu hörenden meditativen Melodien die Zuhörer begeistert.

Aufbruchsstimmung lag damals in der Luft: 1977, als das Jubiläum der ersten urkundlichen Erwähnung Obereschenbachs vor 1200 Jahre gefeiert wurde, konnte man beim stattfindenden Fest einen Überschuss erwirtschaften: dieses Kapital wurde der Grundstock für die Gründung des Vereins, denn hier wurde einiges an Geld gebraucht, beschaffte doch der Verein die ersten Instrumente, die den Spielern zur Verfügung gestellt wurden - die Musiker bezahlten sie dann nach und nach ab. Initiator und Motor des Vereins war in den ersten Jahren der spätere Dirigent der Kapelle, Ferdinand Reuter. "Es gab zwar schon zuvor einige Musiker, die zu kirchlichen Gelegenheiten wie Beerdigungen usw. spielten. Dies wollte man professionalisieren und sich auch anderen Musikrichtungen widmen", sagt Thomas Reuter, der 14 Jahre Vorsitzender des Vereins war. Und so traf man sich im November 1977 im damaligen Gasthaus Hofmann, wo Eltern und interessierte Jugendliche zwischen sieben und 14 Jahren eingeladen waren und sich über die einzelnen Instrumente informierten konnten. Bei der Gründungsversammlung am 9. November wurde die vorläufige Vorstandschaft gewählt und der Verein aus der Taufe gehoben. Damals gab es noch geburtenstarke Jahrgänge, so dass man auf genügend Musiker zurückgreifen konnte. "Ein Musikverein war der Traum von Ferdinand Reuter, der durch und durch Vollblutmusiker war", erinnert sich Thomas Reuter zurück. Unterstützt wurde er bei diesem Ansinnen maßgeblich vom damaligen Ortsbeauftragten Walter Meder und von Edwin Reuter, die sich als Vorstand zur Verfügung stellten. Bei der Vereinsgründung ging alles gut über die Bühne, sehr schnell hatte man 40 Personen zusammen, die aber erst einmal die Instrumente lernen mussten. "Damals war es noch leichter, Jugendliche für die Musik zu begeistern: außer Fußball gab es so gut wie keine Freizeitangebote", erinnert sich Reuter zurück. Die Ausbildung der frisch gebackenen Musiker übernahm anfangs Ferdinand Reuter selbst, nach nur neun Monaten trat man erstmals beim Kindergartenfest 1978 in Obereschenbach auf. Bereits 1981 spielte man schon in der Saaletalhalle in Hammelburg anlässlich des 1. Hammelburger Blasmusiktages. Hier wurde dann auch eine weinrote Weste mit dem Obereschenbacher Wappen und der Aufschrift "Eschenbacher Musikanten" angeschafft.
"Anfangs spielten wir natürlich bei Dorffesten sowie zu kirchlichen Festen, wir hatten aber auch schon regelmäßig kleinere Auftritte", erinnert sich der ehemalige Vorsitzende zurück. 1982 schied dann Ferdinand Reuter aus gesundheitlichen Gründen als Dirigent aus, sein Nachfolger wurde Wolf-Dieter Bogner und es erfolgte auch der Beitritt zum Nordbayerischen Musikbund. Ein Höhepunkt war 1983 die Teilnahme am Internationalen Blasmusikfestival in Hammelburg, wo erstmals ein Kritikspiel absolviert wurde, bei dem sich die Musiker ganz besonders ins Zeug legten. 1991 übernahm Thomas Bogner den Dirigentenstab, von 1999 bis 2003 dirigierte Dominik Sitter, 2003 bis 2004 Johannes Mauer und seit Herbst 2004 ist Thomas Bogner wieder Dirigent beim Musikverein.
1997 ging es zum Landesmusikfest in Brilon in Nordrhein-Westfalen. Hier nahmen die Musiker beim Wertungsspiel in der Mittelstufe teil und erhielten die höchste Bewertung "mit hervorragendem Erfolg teilgenommen". Die vielen Auftritte in diesen Jahren zeugten von einer großen Vereinsaktivität.

Der Wunsch nach einem eigenen Musikerheim wurde über die Jahre immer stärker, und so begannen die Mitglieder 1998 mit viel Eigeninitiative ein solches an die Eschenbachhalle anzubauen. 2000 konnte es dann eingeweiht werden, mehr als 1700 freiwillige Arbeitsstunden hatten die ehrenamtlichen Helfer der Musikvereins geleistet und gezeigt, dass sich mit Gemeinschaftssinn auch große Projekte umsetzen lassen.
Hier hat man seitdem ein Domizil gefunden und übt mit viel Hingabe. Gerade zum bevorstehenden Fest, welches mit einem Konzert gefeiert wird, soll natürlich jede Note sitzen. "Wir haben seit Januar akribisch die Stücke geübt, was viel Spaß gemacht hat, aber auch einiges an Stress bedeutete", so Thomas Reuter. Doch auch wenn der Verein sich über die Jahre sehr gut entwickelt hat: über weiteren Nachwuchs würden sich die Eschenbacher Musikanten freuen. "Die Kinder fehlen schon etwas, hier machen sich die geburtenschwachen Jahrgänge bemerkbar", so Thomas Reuter. Dennoch sind die einzelnen Register bei den Musikern gut besetzt, was fehlt, ist ein Fagott, aber das sei eher ein etwas exotisches Instrument, welches sich nur in den Reihen weniger Musikvereine befände. Auch in jüngster Vergangenheit wurden einige große Projekte durchgeführt, so 2016 das "Musica sacra", welches in der Klosterkirche in Hammelburg stattfand und zu dem man eigens eine professionelle Sängerin engagiert hatte. Hier wirkte man im Rahmen der Kirchenmusiktage in Hammelburg mit und erhielt sehr gute Kritiken.
Der Generationenwechsel bei den Eschenbacher Musikanten hat gut geklappt. Ein junges Team mit Rene Beckmann (1. Vorsitzender), Julian Schneider (2. Vorsitzender) und Luise Marx (3. Vorsitzende) haben bei den Neuwahlen 2017 die Vereinsleitung übernommen, so dass hier auch die jüngere Generation ihre Ideen einbringen kann.

Und was wünscht man sich nun für die Zukunft? "Dass sich Menschen weiterhin für die Musik begeistern und der Musikverein sich weiterentwickelt", sagt Thomas Reuter. Über die Jahre hat sich die Qualität der Musik gesteigert, es wäre schön, wenn dies so weiterginge.
Natürlich feiert man den 40-jährigen Geburtstag mit einem großen Konzert. Die Stücke, die hier gegeben werden, durften sich die Musiker selbst aussuchen. Man bietet ein Potpourri aus Filmmelodien, Musicals und traditioneller Blasmusik, so dass für jeden etwas dabei sein wird.
Das Jubiläumskonzert findet am Samstag, 17. März, um 19 Uhr in der Eschenbachhalle statt, der Eintritt ist frei. Die musikalische Leitung hat Thomas Bogner. Hier werden auch langjährige Mitglieder geehrt. Am 9. und 10. Juni wird dann in Obereschenbach das Kreismusikfest gefeiert, wobei es am Samstag einen Sternmarsch und am Sonntag einen Festzug geben wird. Hier werden auch weitere Vereine einen Auftritt haben. "Wir freuen uns schon auf die Veranstaltungen", so Thomas Reuter.
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