Bad Kissingen

Expressionistisches Gemeinschaftskunstwerk

Schüler des Jack- Steinberger- Gymnasiums gestalten Wand im Schwimmbad der Deegenberg Klinik im Stil eines Edvard Munch
Projektteam der Klasse 11 des Jack-Steinberger Gymnasiums. Links des Stegs Kunstlehrerin Petra Götz und Prof. Dr. Peter Deeg,  rechts Entwurfsverfasserin Hannah Metz. Foto. Werner Vogel       -  Projektteam der Klasse 11 des Jack-Steinberger Gymnasiums. Links des Stegs Kunstlehrerin Petra Götz und Prof. Dr. Peter Deeg,  rechts Entwurfsverfasserin Hannah Metz. Foto. Werner Vogel
Projektteam der Klasse 11 des Jack-Steinberger Gymnasiums. Links des Stegs Kunstlehrerin Petra Götz und Prof. Dr. Peter Deeg, rechts Entwurfsverfasserin Hannah Metz. Foto. Werner Vogel
Prof. Dr. Dr. Peter Deeg, einst Pennäler in der Steinstraße -das Gymnasium war damals noch nicht nach dem Nobelpreisträger benannt- ist ein Freund seiner Schule geblieben. Als im Zuge größerer Umgestaltung der Deegenberg Klinik auch das Wandgemälde im Schwimmbad der Spitzhacke zum Opfer fiel, erinnerte er sich, dass das Gemälde ein Projekt im Rahmen der Kunsterziehung des Gymnasiums war. Ein Anruf und Kunsterzieherin Petra Götz nahm den Ball auf und organisierte die Aufgabe als ein Projektseminar zur Studien-und Berufsorientierung mit Schwerpunkt Malerei für die 11. Klasse. Ziel dieser Seminare ist, den Schülern praktisches Arbeiten näher zu bringen und die Zusammenarbeit zu fördern. Selina, 16-jährige Schülerin der Klasse, hat den Auftrag so zusammengefasst: "Um erstmals eine genaue Vorstellung zu haben, trafen wir uns mit Herrn Deeg im Schwimmbad seiner Klinik. Nach diesem ersten Besuch hatte schon jeder einige Ideen in seinem Kopf, die dann zu Papier gebracht werden mussten. Gemeinsames Ziel war, dem Schwimmbad durch helle und leuchtende Farben mehr Raum zu geben. Nach einigen Treffen und vielem Besprechen haben wir uns für einige Entwürfe entschieden und diese Herrn Deeg zu kommen lassen".


Forderung: Kein Kitsch

Klinikchef Prof. Deeg: "Es gab keinerlei Vorgabe an die Klasse. Einzige Bedingung: Kein Kitsch!" Kunstlehrerin Petra Götz schildert die Vorgehensweise: "Jeder brachte seine Ideen ein, es wurde diskutiert, verdichtet, verworfen und letztlich konnten ansprechende Entwürfe vorgelegt werden". Auf dem "Deegenberg" hatte man sich dann für ein ausdrucksstarkes Motiv mit intensiver Farbigkeit entschieden. Die Vorlage hat keinen Namen, aber Hannah Metz, 16 jähriges Talent, das sich mit Malen seine eigene Welt schafft, beschreibt ihr Bild so: "Hoffnungsvoll: Die Sonne bricht hervor, ihre Strahlen spiegeln sich auf einem See, über den ein Steg an ein fernes Ufer führt". Für einen Ort, an dem Gesundheit eine große Bedeutung hat, kann das heißen: In welche Tiefen das Leben auch führen kann, es gibt hoffnungsfrohe Wege daraus, fasst Lehrerin Petra Götz die Interpretation der Klasse zusammen.
Für die Umsetzung wurde aus den sonst üblichen Wochenstunden ein Blockseminar an drei Wochenenden, jeweils von Freitag bis Sonntag, weil der Klinikbetrieb möglichst wenig gestört werden sollte. "Das war total cool" erinnern sich die Schüler an die turbulenten Stunden in der Klinik. Zwölf Mädchen in Malermontur auf Staffelei und Gerüst. "Komplett voll Farbe, aber mit ganzem Arbeitseinsatz", meint Justus, der einzige Junge im Kurs. Hannas Bild wurde vermessen, auf Skizzen vergrößert, mit Kreide vorgezeichnet und dann wurden Farben gemischt, es wurde gezeichnet, gepinselt, gewischt und übermalt, bis die Wand so aussah wie Hannahs Bild. "Bei ähnlichen Projekten ist meist der Weg, das Ziel. Diesmal war das ganz anders. Hier kommt es auf das Ergebnis an und das kann sich sehen lassen" meint Petra Götz.


Die Farbigkeit beeindruckt

Prof. Dr. Deeg bestätigt, dass die Wand bei den Mitarbeitern und den Patienten ganz toll ankommt.
"Die kräftigen Farben geben dem Raum eine gewisse Kraft, wenn draußen die Sonne scheint, spiegeln sich die Farben tatsächlich im Wasser". Auch der expressionistische Stil gefällt dem Kunstkenner. "Der Steg im Bild erinnert mich an Edvard Munchs weltberühmtes Bild Schrei, in der Version von 1895", bemerkt Deeg. Da steigt Patientin Manuela K. aus dem Wasser, betrachtet die Rückwand des Schwimmbeckens und ihr fällt dazu das Projekt "Floating Piers" ein. Verpackungskünstler Christo hatte im vorigen Jahr zigtausende Menschen zum Iseo See nach Italien gelockt, die auf schwimmenden Brücken staunend über den See schlenderten.
Lassen wir Selina nochmal zu Wort kommen: "Für jeden von uns war es ein Gefühl von Stolz, dass wir es alle zusammen geschafft haben, diese Wände so schön zu gestalten -es gibt noch eine kleine Fortsetzung der Szene beim Ausgang- und dass es nicht nur uns, sondern auch Herrn Deeg sehr gut gefällt". "Es ist wirklich ausgezeichnet gelungen", lobt Prof. Deeg die Schüler und verspricht eine Spende für die Klassenkasse.

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