Poppenlauer

Faschingszug Poppenlauer: Kampf gegen den Alkohol aus dem Rucksack

Die Alkoholexzesse einiger Jugendlicher beim Faschingsumzug in Poppenlauer werden 2020 für verstärkte Kontrollen und strengere Regeln sorgen.
Mitgebrachter Alkohol ist beim Faschingsumzug und -treiben in Poppenlauer künftig tabu. Taschenkontrollen sollen helfen, dass sich alle Besucher daran halten. Symbolfoto Heike Beudert       -  Mitgebrachter Alkohol ist beim Faschingsumzug und -treiben in Poppenlauer künftig tabu. Taschenkontrollen sollen helfen, dass sich alle Besucher daran halten. Symbolfoto Heike Beudert
Mitgebrachter Alkohol ist beim Faschingsumzug und -treiben in Poppenlauer künftig tabu. Taschenkontrollen sollen helfen, dass sich alle Besucher daran halten. Symbolfoto Heike Beudert

18 Jugendliche, oft nicht älter als 15 Jahre, mussten im März nach dem Faschingsumzug in Poppenlauer vom Rettungsdienst betreut werden. Acht von ihnen kamen ins Krankenhaus, weil sie sich teilweise bis zur Bewusstlosigkeit betrunken hatten. Der Schock sitzt den Veranstaltern vom Vereinsring Poppenlauer bis heute in den Knochen. Allen ist klar: So etwas soll sich nicht wiederholen. Jetzt gibt es Lösungsansätze, wie künftig solche Alkoholexzesse beim Poppenläurer Fasching vermieden werden können. Strengere Kontrollen und ein Mitbringverbot von alkoholischen Getränken sind zwei Kernpunkte.

Festgelegt wurden die Eckpfeiler für einen Faschingsumzug ohne Koma-Saufen von einem Runden Tisch, an dem Vertreter des Veranstalters, der Gemeinde, von Rotem Kreuz, Landratsamt und Polizei gemeinsam beratschlagt hatten, wie sie die Jugendlichen vor ihrer eigenen Unvernunft schützen können. "Ich bin froh, dass wir eine gute Lösung gefunden haben", betont Maßbachs Bürgermeister Matthias Klement .

Für den Markt Maßbach und den Vereinsring in Poppenlauer sei es darum gegangen, den Fortbestand des Umzuges zu sichern, betonte Klement. "Jeder will den Faschingszug behalten", bestätigt der Vereinsringsvorsitzende Gerhard Dietz. Der Vereinsring ist Organisator des Umzuges mit Straßenkarneval am Faschingsdienstag. Ein gangbarer Weg für 2020 war allen wichtig. Matthias Klement macht aber auch klar: "Man kann dem Veranstalter für die Ereignisse im März absolut nichts vorwerfen".

Trotzdem müssen die Organisatoren handeln. Rund um den Dorfplatz und in beiden Richtungen der Ludwigstraße wird 2020 ein Festgelände ausgewiesen, erklärt Matthias Klement . An den jeweiligen Eingängen sollen Taschen- und Rucksackkontrollen durchgeführt werden, damit kein von zuhause mitgebrachter Alkohol mehr in das Faschingstreiben eingeschmuggelt werden kann. Denn dies war ein Problem bei den Exzessen im März. Die Jugendlichen hatten ihre Getränke für den ultimativen Vollrausch schon dabei. Die Jugendschutzkontrollen an den Ausschänken des Vereinsrings hätten immer funktioniert, betont Klement.

Weiter gilt im nächsten Jahr ein generelles Verbot von Mitführen mitgebrachten Alkohols, erläutert Klement. Festgelegt wurde eine größere Polizeipräsenz , die schon vor dem eigentlichen Festgelände ein wachsames Auge auf mögliche Probleme haben soll. Und auch das Jugendamt will verstärkte Jugendschutzkontrollen durchführen. "Wir werden die Hotspots im Fokus haben", erklärt Klement.

Und die Vertreter des Runden Tisches setzen auf Prävention durch Kommunikation. Rechtzeitig vor dem Faschingsumzug wollen Veranstalter und Marktgemeinde sowohl in der Presse, als auch in den sozialen Medien deutlich auf die neuen Spielregeln aufmerksam machen. Die Hoffnung ist, dass diejenigen, die nur Koma-Saufen im Sinn haben, gar nicht erst kommen. "Wir müssen aber auch an die Eltern appellieren", betont Klement. Auf deren Mitarbeit sei man angewiesen, damit sich solche Vorfälle eben nicht mehr wiederholen.

"Wir sind erleichtert. Jetzt muss man sehen, wie wir das umsetzen ", erklärt der Poppenläurer Vereinsringsvorsitzende Gerhard Dietz zum Ergebnis. Als nächstes wird der Vereinsringvorstand die Vorsitzenden der am Festzug beteiligten Vereine über das Gespräch informieren und beratschlagen, wie sich die Auflagen personell managen lassen. Klar ist, dass die vereinbarten Taschenkontrollen an den Festeingängen künftig mehr Helfer-Einsatz erfordern. Oder der Vereinsring müsste einen teuren Security-Dienst engagieren. Wie das eine oder das andere zu stemmen ist, wird sich zeigen. Es bleibe genügend Vorlaufzeit, ist Dietz froh.

"Positiv überrascht" war Gerhard Dietz über die angenehme Atmosphäre am Runden Tisch. Er ging mit dem Gefühl nach Hause, dass alle Beteiligten eine wirklich gute Lösung für Poppenlauer anstrebten.

Die Verantwortlichen der Polizeiinspektion in Bad Kissingen würden sich wünschen, so Inspektionsleiter Stefan Haschke , dass die am Runden Tisch gefassten Vereinbarungen einen gewissen Strahleffekt ebenso auf andere Fest-Organisatoren haben. Das Problem "Alkohol" gebe es auch anderswo bei Festen.

Als modellhaft oder gar als Poppenläurer Modell sieht das Landratsamt die Lösungsansätze allerdings nicht. Das Ausweisen kontrollierter Bereiche sei zwar eine Möglichkeit, den Konsum von Alkoholika zu reglementieren, heißt es auf eine Presseanfrage. "Jedoch kann man dabei nicht von einer modellhaften Lösung für den gesamten Landkreis sprechen, dafür sind die Begebenheiten zu unterschiedlich", so die Stellungnahme. Jede Veranstaltung müsse individuell betrachtet werden.

Der Jugendschutz bei solchen Veranstaltungen soll aber ein Thema bei einer Bürgermeisterdienstbesprechung sein, erklärt Matthias Klement auf Anfrage dieser Zeitung.

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