Schönau an der Brend

Fastentücher beeindrucken in der Schönauer Kirche

Die Fastentücher in der Schönauer Kirche sind jedes Jahr in der Fastenzeit eine besondere Attraktion.
Die Fastentücher in der Schönauer Kirche sind eine Besonderheit und  Attraktion, die in der Region einmalig ist. Fotos: Marion Eckert       -  Die Fastentücher in der Schönauer Kirche sind eine Besonderheit und  Attraktion, die in der Region einmalig ist. Fotos: Marion Eckert
| Die Fastentücher in der Schönauer Kirche sind eine Besonderheit und Attraktion, die in der Region einmalig ist. Fotos: Marion Eckert

Zu Recht ist die Kirchengemeinde stolz auf diese Besonderheit. In diesen Wochen sind sie in der Schönauer Kirche wieder zu sehen. Ein Besuch lohnt sich auf jeden Fall.

Durch Zufall auf Dachboden entdeckt

Mit den Fastentüchern  werden die drei Altäre komplett verhängt, um in der vorösterlichen Zeit auf den Glanz des Alltags zu verzichten und an die Leidensgeschichte Jesu erinnert zu werden. Sie galten lange als verloren, vor mehr als zehn Jahren wurden sie durch Zufall auf dem Dachboden der Kirche wiederentdeckt. Das Alter der Fastentücher ist ebenso wenig bekannt wie ihr Maler. Geschätzt werden sie auf etwa 150 Jahre.

Kreuzigungsgruppe, Ölbergszene und Kreuzabnahme

Die über fünf Meter langen und etwa drei Meter breiten Tücher beeindrucken jeden Kirchenbesucher . Am Hochaltar wird die Kreuzigungsgruppe gezeigt, an den Seitenaltären die Darstellung der Ölbergszene und die Kreuzabnahme. Aufgehängt sind die Fastentücher an extra gefertigten Holzgestellen, die in die Kirche gebracht werden müssen. Die Ölbergszene am rechten Seitenaltar zeigt einen Engel in einer Wolke, der dem knienden Jesus einen Kelch reicht. Damit wird an Jesus' Satz "Lass diesen Kelch an mir vorüber gehen!" erinnert, wie es im Matthäus-Evangelium überliefert ist. Nach dem letzten gemeinsamen Mahl mit seinen Jüngern ging er in den Garten Gethsemane. Er ahnte, was auf ihn zukommen sollte. So zog er sich zum Beten zurück und zeigte sich in seinem Flehen zu seinem Vater zutiefst menschlich. Das Bild am Hochaltar zeigt die Kreuzigung mit einigen interessanten Details. Auf der linken Seite der gekreuzigte Schächer, der sich zu Jesus bekennt. Über ihm ein kleiner Engel, der einen Märtyrerkranz, auch "Krone des Glaubens" genannt, hält. Rechts der Schächer, der sich von Jesus abwendet. Hier hat der unbekannte Maler eine Art kleine Teufel gemalt, der die Seele des Toten mit sich nimmt.

Das Fastenbild am linken Seitenaltar zeigt die Kreuzabnahme. Zwei Leitern sind an das Kreuz gelehnt. Mit einem Arm hängt der Leichnam Jesus noch am Kreuz, ein Mann zieht den Nagel  heraus. Zwei weitere halten Jesus. Am Fuß des Kreuzes trauernde Personen, darunter auch seine Mutter , die getröstet wird.

"Fasten der Augen"

Die Verhüllung von Altären ,  Bildern und Kreuzen in Kirchen ist ein alter Brauch, der vermutlich bis in Mittelalter zurückreicht und die Trennung von Gott darstellt. Neben dem körperlichen Fasten, dem Verzicht auf Nahrung, ist es ein "Fasten der Augen". Bemalte Fastentücher waren zudem üblich, um den Gläubigen, die damals nicht lesen konnte, die Heilsgeschichte auf diese Weise näherzubringen.

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