Obereschenbach

Fest am Kalkbrennofen in Obereschenbach

Das Sommerfest des Obst- und Gartenbauvereins lockt Besucher zum restaurierten Kalkbrennofen.
Der Vorsitzende des Obst- und Gartenbauvereins, Edgar Reuter, führt vor, wie der Ofen in Betrieb genommen wird. Foto: Winfried Ehling       -  Der Vorsitzende des Obst- und Gartenbauvereins, Edgar Reuter, führt vor, wie der Ofen in Betrieb genommen wird. Foto: Winfried Ehling
Der Vorsitzende des Obst- und Gartenbauvereins, Edgar Reuter, führt vor, wie der Ofen in Betrieb genommen wird. Foto: Winfried Ehling

Rund zwei Jahre dauerte es bis der Brennofen, der am verbuschten Waldrand lag, fertiggestellt war. Die Hauptbauzeit fiel in den Herbst 2015, erinnerte sich der Vorsitzende des Obst- und Gartenbauvereins (OGV), Edgar Reuter, beim jetzigen Sommerfest. In dieser Zeit gruben die Helfer des Vereins den Ofen aus und erneuerten den Innenraum, um ihn dann mit einer mächtigen Außenmauer zu versehen.

Das Projekt war gemeinsam mit dem Landkreis Bad Kissingen entstanden, der das Vorhaben finanziell unterstützte. Verbesserungen kamen im Laufe der Zeit hinzu: So wurde in diesem Jahr ein großer Trichter und ein Abzugsrohr über der Feuerstelle errichtet, um den Rauch von den Festgästen abzuhalten und einen Funkenflug aus dem Kamin zu vermeiden, um so die Gefahr eines Waldbrands zu minimieren.

Dennoch konnte der Brennofen beim Fest nicht angeschürt werden. Bei der derzeitigen Trockenheit wollte Reuter kein Risiko eingehen.

Kalk war in Zeiten, in denen es noch keinen Zement zu kaufen gab, der wichtigste Baustoff. "Kalk hält ewig und geht nicht kaputt. Mit ihm erbaute man auch Burgen und Schlösser", erklärte der Vorsitzende. Auch die Kirche und die beiden Schulen in Obereschenbach waren in den Jahren 1899 bis 1901 mit Kalkbrand aus dem Ofen errichtet worden. Die damals noch selbstständige Gemeinde erhielt durch den Verkauf von Ländereien für den Truppenübungsplatz eine stattliche Summe und konnte sich solche Bauwerke leisten.

Irgendwann jedoch überrollte die rasante industrielle Entwicklung die schwere Handarbeit und das Kalkbrennen war nicht mehr rentabel. Der verstorbene Besitzer des Oberschenbacher Kalkbrennofens, August Desch, stellte das Kalkbrennen ein. Heute ist der Landkreis Eigentümer des Grundstücks. Der Obst- und Gartenbauverein wacht darüber.

"Wir haben drei Tage lang Kalk gebrannt und daraus Steine geformt als der Brennofen fertiggestellt war", erzählte Reuter begeistert. Eine große Fototafel informiert über den Werdegang des Vorhabens. Zu dem jetzigen Sommerfest hatten Reuter und sein Stellvertreter, Hubert Hofmann, die Fahrer alter Schlepper aus dem Ort, die "Bulldogfreunde Vorderrhön" aus Obererthal und die Bücholder Traktorfreunde eingeladen. Sie reihten ihre Fahrzeuge unterhalb des Brennofens auf. Rund 30 Landmaschinen ergänzten das Fest mit einer Schauparade durch das Dorf. Den Erlös aus dem Fest will der OGV für Vorhaben im Stadtteil verwenden. Unter anderem ist ein Wasserspielplatz neben der Eschenbachhalle im Gespräch.

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