Bad Kissingen

Festlich und beschwingt an der Schuke-Orgel

Burkard Ascherl spielte zum Auftakt der 33. Auflage des Orgelzyklus unter anderem Stücke von César Franck.
Burkard Ascherl beim Eröffnungskonzert des 33. Orgelzyklus in Bad Kissingen.       -  Burkard Ascherl beim Eröffnungskonzert des 33. Orgelzyklus in Bad Kissingen.
Foto: Brigitte Ascherl | Burkard Ascherl beim Eröffnungskonzert des 33. Orgelzyklus in Bad Kissingen.

Unter dem Titel "Festlich und beschwingt" eröffnete Stadtkantor Burkhard Ascherl den 33. Bad Kissinger Orgelzyklus. Der erste Teil des Konzerts war dem Komponisten Camillo Schumann gewidmet. C. Schumann - nicht verwandt mit dem bekannteren Robert Schumann - wurde 1872 in Königstein geboren. Nach dem Musikstudium am Leipziger Konservatorium wurde er 1896 Kantor an der Hauptkirche St. Georg in Arnstadt, wo schon Johann Sebastian Bach knapp zwei Jahrhunderte vor ihm Kantor war. In späteren Jahren widmete er sich mehr und mehr dem Komponieren und setzte sich intensiv mit der Sonatenform auseinander.

Dies kam bereits im Eröffnungssatz seiner 6. Orgelsonate zum Ausdruck, dessen kontrastierende Themen Ascherl klar gegenüberstellte. César Franck gilt in Fachkreisen als Vater der symphonischen Orgelmusik ; langer Atem und groß angelegter musikalischer Spannungsbogen kennzeichneten dessen dreiteiliges Cantabile in H-Dur . Beim Pfingst-Choral "Komm, Heilger Geist, der Leben schafft", zeigte Ascherl in neun ganz unterschiedlichen Variationen - vor allem unter Ausnutzung der Flöten- und Zungenregister der beiden Schwellwerke - den großen Farbenreichtum der Schuke-Orgel.

Louis Vierne - Titularorganist an Nôtre-Dame in Paris - war Zeitgenosse von Camillo Schumann; die musikalische Sprache der beiden unterscheidet sich jedoch voneinander. Steht Schumann noch stark in der Tradition der deutschen Hochromantik, geht Vierne - vom französischen Impressionismus beeinflusst - ganz neue Wege in Bezug auf Harmonik und Satztechnik. In drei Sätzen aus Viernes 2. Orgelsymphonie op. 20 kam dies deutlich zum Ausdruck. Ascherl spielte das witzige Scherzo , gab dem ausdrucksstarken Cantabile genug Zeit und Raum und beendete mit dem Finale einen beeindruckenden Konzertabend. Als Zugabe spielte er Fanfare D-Dur von Nikolas Lemmens.

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