Fladungen

Fladungen: Die Schürze des Schusters

Das Freilandmuseum Fladungen hat für die Zukunft örtliche Handwerksbetriebe auf dem Plan. Das Inventar einer Wagnerei und einer Schusterwerkstatt sollen ins Museum. Zukunftsfähig dürfte auch ein Audioguide per App sein, den es seit kurzem für das Museum gibt.
In der  Schusterwerkstatt Bardroff am Kirchplatz in Bad Königshofen  sind alle Gerätschaften noch vorhanden, selbst die Arbeitsschürze hängt noch am Haken. Das Freilandmuseum Fladungen will das Inventar ausstellen und dokumentieren. Foto: Hanns Friedrich       -  In der  Schusterwerkstatt Bardroff am Kirchplatz in Bad Königshofen  sind alle Gerätschaften noch vorhanden, selbst die Arbeitsschürze hängt noch am Haken. Das Freilandmuseum Fladungen will das Inventar ausstellen und dokumentieren. Foto: Hanns Friedrich
| In der Schusterwerkstatt Bardroff am Kirchplatz in Bad Königshofen sind alle Gerätschaften noch vorhanden, selbst die Arbeitsschürze hängt noch am Haken.

Museumsleiterin Ariane Weidlich hat bei der Versammlung des Zweckverbands sogenannte "Übernahmeangebote" angesprochen, und zwar der Wagnerei aus Ostheim/Rhön und eine Schusterwerkstatt in Bad Königshofen. Auf die Wagnerei habe sie Landrat Thomas Habermann aufmerksam gemacht und man erfuhr es aus der Zeitung. Das Thema "örtliche Handwerksbetriebe " ist ein Zukunftsprojekt des Fränkischen Freilandmuseums Fladungen , betonte Ariane Weidlich. Man müsse es auch kulturgeschichtlich für die Region sehen. Es gehe dabei nicht darum Gebäude in das Museum umzusetzen, sondern vor allem das oftmals noch komplette Inventar zu sichern. Dies gelte sowohl für die Wagnerei als auch die Schusterwerkstatt. Es sei wichtig das zu dokumentieren und vor allem Zeitzeugen zu befragen. Etwas, das sowohl Zweckverbandsvorsitzender Landrat Thomas Habermann als auch Bezirkstagspräsident Erwin Dotzel unterstützten. Ulrich Waldsachs (Ostheim) wusste, dass in der Wagnerei sogar noch Pläne vorhanden sind, wie damals Leiterwagen und weitere landwirtschaftliche Geräte gebaut wurden. Außerdem sei die Wagnerei noch im Originalzustand, da sie so belassen wurde, wie sie vom Besitzer verlassen wurde. Gleiches gilt für die Schusterwerkstatt in Bad Königshofen, die so belassen wurde, wie sie der letzte Schuster, Anton Bardroff, verlassen hatte.

Hearonymus weltweit abrufbar

Eine Förderung der Bundesregierung zu Coronazeiten hat das Fränkische Freilandmuseum in Fladungen genutzt und einen Audioguide für die Einrichtung kostengünstig realisiert. Das sagte Ariane Weidlich. Die Gesamtsumme von 33 000 Euro wurde zu 90 Prozent gefördert. "Wir haben diese Chance genutzt und einen Museumsführer zum Hören erstellt, der von einer eigenen App mit dem Namen "Hearonymus" weltweit abgerufen werden kann."

Gemeinsam wurden die Texte erarbeitet und es gibt sogar eine eigene Schülerführung. Damit entfallen die Kosten für Leihgeräte , wie sie bisher unter anderem für eine Führung in der Büttnerei verwendet wurden. Als weiteres ist nun noch vorgesehen diese Audioguide Führungen in englischer Sprache zu erstellen. Dafür gab es grünes Licht vom Zweckverband.

Museumsrundgang per App

Die neue App Hearonymus bietet einen Museumsrundgang, eine "Audiodeskription in der Büttnerei", hat die Gebärdensprache in der Büttnerei", und die "Leichte Sprache in der Büttnerei" integriert. Eingespielt wurden außerdem vorhandene Audios und neue Videos. Für das Museum bedeutet dies neue Gäste und vor allem weltweit auf die Einrichtung in Fladungen zu verweisen und dafür zu werben. Ein weiterer Vorteil: Die technische Umsetzung und Wartung übernimmt Hearonymus, so dass keine laufenden Kosten entstehen. Außerdem entfällt die zeitaufwändige Ausgabe von Geräten an der Kasse, da die Gäste diese App auf ihrem Smartphone herunterladen können.

Bei der Zusammenkunft im Sitzungssaal des Bezirks Unterfranken ging Museumsleiterin Ariane Weidlich auch auf die Besucherzahlen ein, die sich bei 37 803 Gästen einpendelten. Im Vergleich zum Zeitraum 11. Mai bis 1. November 2019 erreichte man damit 82,76 Prozent, der Gästezahlen, auf die gesamte Saison gerechnet waren es 65 Prozent. Eine beinahe hundertprozentige Einbuße gab es allerdings bei den Gruppen und einen Rückgang von 42 Prozent bei Gästen aus dem Ausland. Im bislang stärksten Monat August, bei dem das Museumsfest jährlich allein bis zu 5000 Besucher anzog, gab es ein Minus von 2000, ebenso beim Herbstfest. Deshalb hatte das Museum versucht, die Besucher durch "Fernangebote" zu erreichen. Konkrete Projekte waren in der Zeit von Covid 19 nicht möglich.

In ihrem Jahresbericht nannte sie das Richtfest an der Schmiede Waldberg und sagte zum Aufbau, dass man zwar die historischen Schindeln mitgenommen hatte, aber nur wenige verwenden konnte. Auch bei den historischen Fenstern und weiteren Bauteilen habe man so viel als möglich im Original erhalten.

Sonderausstellung verlängert

Zur Saison vom 27. März bis 7. November wird es die Verlängerung der Sonderausstellung "Strom für die Rhön - Überlandwerk Rhön 1920-2020" geben, das Veranstaltungsprogramm wird an die aktuelle Lage angepasst.

Geplant ist anstelle des Museumsfestes im August ein sogenannter "Freiland-August". Das bedeutet, dass es an den Wochenenden jeweils besondere Aktionen geben wird. So unter anderem einen Familien-Samstag. Die Eröffnung der Schmiede aus Waldberg soll am Tag des offenen Denkmals (12. September 2021) erfolgen. Überarbeitet werden muss die Ausstellung "Zugtiere" im Stall Herbstadt.

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