Poppenhausen (Wasserkuppe)

Frau und zwei Kinder starben bei Flugunglück auf der Wasserkuppe: Urteil gegen Piloten gefallen

Nach dem tödlichen Flugunfall im Jahr 2018 auf der Wasserkuppe hat das Landgericht Fulda sein Urteil gefällt. Der 58-jährige Pilot wurde zu sechs Monaten auf Bewährung verurteilt. Der Mann aus Ludwigshafen kündigte die Zahlung eines Schmerzensgeldes an.
Mit dieser Cessna erfasste ein 58-jähriger Pilot im Oktober 2018 drei Menschen und verletzte sie tödlich. Foto: Jörn Perske/dpa       -  Mit dieser Cessna erfasste ein 58-jähriger Pilot im Oktober 2018 drei Menschen und verletzte sie tödlich. Foto: Jörn Perske/dpa
| Mit dieser Cessna erfasste ein 58-jähriger Pilot im Oktober 2018 drei Menschen und verletzte sie tödlich. Foto: Jörn Perske/dpa

Eine Frau und ihre beiden Kinder starben am 14. Oktober 2018 bei einem schweren Flugunfall auf der Wasserkuppe . Nun ist das Urteil gefallen: Der 58 Jahre alte Pilot muss nicht ins Gefängnis. Das Landgericht Fulda verurteilte den Piloten wegen fahrlässiger Tötung in drei Fällen zu einer sechsmonatigen Bewährungsstrafe . Die Bewährungszeit beträgt zwei Jahre.

Auf Bewährungsauflagen verzichtete das Gericht. Es sei davon auszugehen, dass der 58-Jährige aus Ludwigshafen in Rheinland-Pfalz die Bewährungszeit straffrei bestehen werde, sagte der Vorsitzende Richter in seiner Urteilsbegründung. Außerdem rechnet das Gericht damit, dass der Pilot dem Vater der getöteten Kinder ein Schmerzensgeld von 5 000 Euro zahlen werde, wie er es zuvor angekündigt habe.

Tödlicher Unfall auf Wasserkuppe: Flugzeug erfasste Mutter und Kinder

Der Pilot war bei dem Unglück auf Hessens höchstem Berg vor knapp zweieinhalb Jahren mit einem kleinen Propellerflugzeug (Cessna) über die Landebahn hinausgeschossen. Auf dem Gehweg auf der gegenüberliegenden Straßenseite erfasste die Maschine mit laufendem Propeller eine 39 Jahre alte Frau und ihre beiden elf und zwölf Jahre alten Kinder und verletzte sie tödlich.

Der Pilot sei erfahren und zuverlässig und bereits mehrfach auf der Wasserkuppe gelandet, sagte der Richter. Bei der Landung habe er mehrere Fehler begangen. Er habe die Landebahn zu schnell angeflogen, bei der Landung sei das Flugzeug zu hoch gewesen, und der Pilot sei zu spät wieder durchgestartet. Er hätte sich sorgfältiger auf die Besonderheiten der Landebahn auf der Wasserkuppe vorbereiten müssen. Dass die Maschine außerdem voll betankt und mit vier Personen etwas überladen war, habe auch zu dem Unfall beigetragen, sei aber nicht Hauptursache für den Unfall gewesen.

Tatsächlich sei das Gelände auf Deutschlands höchstem Flugplatz recht schwierig, erklärte der Richter weiter. Die Landebahn sei sehr kurz und schmal, ab der zweiten Hälfte dann auch noch stark ansteigend, und oft herrschten dort schwierige Windverhältnisse.

Pilot erhält Bewährungsstrafe und Geldauflage

Den Piloten lobte der Vorsitzende für seine Art, mit den Geschehnissen umzugehen. Zugleich wünschte er dem Vater der getöteten Kinder, der als Nebenkläger an dem Prozess beteiligt war, dass er sein Schicksal irgendwann annehmen könne. In seinem letzten Wort hatte der Pilot unter Tränen gesagt, es vergehe kein Tag, an dem er nicht an die getötete Familie denke. Er habe Kontakt zu den Hinterbliebenen aufgenommen und wolle mit ihnen das Grab besuchen.

Die Staatsanwaltschaft hatte eine sechsmonatige Bewährungsstrafe , zusätzlich eine Geldauflage in Höhe von 10.000 Euro und den Einsatz in einer Opferschutzorganisation gefordert. Der Anwalt der Nebenklage, der den Vater der Kinder vertrat, verzichtete in seinem Plädoyer auf die Nennung eines Strafmaßes .

Die beiden Verteidiger hielten eine Geldstrafe auf Bewährung für ausreichend - unter der Auflage, Arbeitsstunden bei einer Opferschutzorganisation abzuleisten und 5 000 Euro als Schmerzensgeld an den Vater der getöteten Kinder zu zahlen. Weil die Beteiligten auf Revision verzichteten, ist das Urteil bereits rechtskräftig.

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