BAD KISSINGEN

Frauen mit Migrationshintergrund wollen dazugehören

Engagierte Frauen: Haydee Pacco Cjuno, Ludmila Vogel und Ana Maria Benevides Werner (von links) haben sich dem Migrantinnen-Netzwerk Bayern angeschlossen.
Foto: Susanne Wahler-Göbel | Engagierte Frauen: Haydee Pacco Cjuno, Ludmila Vogel und Ana Maria Benevides Werner (von links) haben sich dem Migrantinnen-Netzwerk Bayern angeschlossen.

„Wenn über 100 Frauen miteinander diskutieren, da ist schon was los“, erinnert sich Ana Maria Benevides Werner an das besondere Gründungstreffen in München. Was bei der Diskussion vor einigen Wochen herausgekommen ist, kann sich sehen lassen, davon ist die Sprecherin des Bad Kissinger Integrationsbeirates überzeugt: das Migrantinnen-Netzwerk Bayern, der bundesweit erste Zusammenschluss von Migrantinnen auf Landesebene.

„Unsere Ziele sind die rechtliche, politische und gesellschaftliche Gleichstellung von Migrantinnen, die Selbstvertretung ihrer Interessen und ihre Repräsentanz in Staat, Wirtschaft und Gesellschaft“, zählt Benevides Werner auf, die ebenso wie die grüne Landtagskandidatin Ayfer Fuchs aus Schweinfurt der elfköpfigen Steuerungsgruppe des Netzwerkes angehört, die Aktionen in verschiedenen Städten koordinieren soll. Für die Vorstandswahl habe sie sich nicht zur Verfügung gestellt, fügt die umtriebige Garitzerin schmunzelnd an, auch wenn es ihr schwergefallen sei. „Eine solche Funktion wäre zu sehr auf Kosten meiner Aufgaben in Bad Kissingen gegangen, und das wollte ich nicht.“

Initiiert wurde das Netzwerk von Agaby, der Arbeitsgemeinschaft der Ausländer-, Migranten- und Integrationsbeiräte Bayerns, und der In Via Kofiza Landesstelle Bayern, ein von Migrantinnen ins Leben gerufenes Kontakt-, Förderungs- und Integrationszentrum für außereuropäische Frauen und deren Familien. Die Gründungsveranstaltung wurde durch das Bundesinnenministerium, das Bayerische Staatsministerium für Familie und Frauen sowie den Deutschen Gewerkschaftsbund Bayern gefördert. Anwesend waren auch Politikerinnen des Bayerischen Landtags, die ihre Unterstützung zugesagt hätten, ist Benevides Werner erfreut.

„Wir verstehen unser Netzwerk als überparteilich, überkonfessionell, nationalitätenübergreifend und unabhängig“, erklärt die gebürtige Brasilianerin. Noch stecke die neue Initiative in den Kinderschuhen, aber an ihrer Wichtigkeit lässt die 57-Jährige keinen Zweifel. „Migrantinnen müssen besondere Herausforderungen bewältigen, um in der neuen Heimat beruflich und gesellschaftlich Fuß zu fassen, selbst wenn wir schon in der zweiten und dritten Generation in Deutschland leben.“

Doch man wolle sich gerade nicht als Opfer oder Diskriminierte sehen, betont die 57-Jährige. „Wir sind starke Frauen mit verschiedenen kulturellen Prägungen und unterschiedlichen Lebenswegen. Unsere Vielfalt ist unsere Stärke, und genau damit wollen wir uns einbringen in die Gesellschaft in Deutschland.“

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