Hammelburg

Friedhelm Vahsen liest aus seinem Buch über die Zeit am Hammelburger Gymnasium

Friedhelm Vahsen hat seine Schulzeit am Hammelburger Gymnasium in einem Buch zusammengefasst.
Friedhelm Vahsen (links) liest aus seinem Buch "Zwischenzeiten - Zeitenwende". Foto: Arkadius Guzy
Friedhelm Vahsen (links) liest aus seinem Buch "Zwischenzeiten - Zeitenwende". Foto: Arkadius Guzy

Sie seien einfach brav zur Schule gegangen, sagt Friedhelm Vahsen über sich und seinen Altersgenossen. "Doch damals war mehr, als wir wahrgenommen haben", erklärt er. Es sei eine spannende Zeit gewesen. Er wolle nicht alles von damals schlecht machen. Doch gibt es für ihn einiges, das unaufgearbeitet blieb.

Die Aufarbeitung des Unaufgearbeiteten von damals holt Vahsen, der im Jahr 1964 am Hammelburger Gymnasium Abitur machte, mit seinem Buch "Zwischenzeiten - Zeitenwende" für sich nach. Bei einer Lesung, die die Europa-Union in Zusammenarbeit mit der Stadtbibliothek organisiert hat, führt er die Zuhörer in die damalige Zeit.

Das Buch basiert auf Jahresberichten des Gymnasiums aus den 1960er Jahren und auf vielen persönlichen Anekdoten aus dem eigenen Schülerleben. Die Kernthese lautet, dass die mangelnde Aufarbeitung der NS-Zeit in seiner Generation bis heute sozusagen nachschwingt und sich zum Beispiel in den Erfolgen der AfD bemerkbar macht.

So berichtet Vahsen dem Publikum, dass der Krieg in den Erzählungen seines Vaters zu einem reinen Abenteuer verkam. Er selbst sei in späteren Jahren erschrocken gewesen, wie naiv und leichtgläubig er in jungen Jahren die Lieder des Vaters mitgesungen und an der Gitarre begleitet hatte, sagt Vahsen. An den Gesichtern im Publikum ist zu erkennen, dass vielen die Texte auch selber geläufig sind.

Für eine Diskussion der These bleibt in der Lesung allerdings nicht viel Zeit. Denn Vahsen erwähnt in seinem Buch einige zeitgeschichtliche Ereignisse und Aspekte, die Moderator Reinhard Schaupp von der Europa-Union möglichst auch abzudecken versucht. So nimmt zum Beispiel das Thema "Bildungskatastrophe" - ein Schlagwort der 1960er Jahre - größeren Raum ein. Schaupp fängt dazu aus dem Publikum Meinungen zu der Frage auf, ob die heutige Akademisierung gut ist oder nicht.

Auch auf US-Präsident John F. Kennedy kommt Schaupp zu sprechen. Um den lokal-politischen Hintergrund einzuordnen, erwähnt Vahsen zu Beginn, dass Franz Josef Strauß in der Turnhalle sprach und "die SPD kritisch beäugt" wurde.

Zur Person Friedhelm Vahsen wurde in Thüringen geboren. Seine Kindheit und Jugend verbrachte er aber in Franken, wohin die Familie umzog. Vahsen besuchte das Hammelburger Gymnasium. Er studierte in Erlangen-Nürnberg und München und arbeitete zuletzt, bis zu seiner Emeritierung im Jahr 2010, als Professor an der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst in Hildesheim. Dort lebt er auch seit Jahren.

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