Bad Kissingen

Heeresmusiker gastierten in Bad Kissingen

Das Heeresmusikkorps Veitshöchheim konzertierte zu Gunsten der Kriegsgräberfürsorge anlässlich des 100-jährigen Bestehens des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge.
Das Heeresmusikkorps Veitshöchheim (früher HMK 12) unter der Leitung von Oberstleutnant Roland Kahle begeisterte durch seine Vielseitigkeit bei seinem Konzert im Max-Littmann-Saal in Bad Kissingen.Peter Klopf
Das Heeresmusikkorps Veitshöchheim (früher HMK 12) unter der Leitung von Oberstleutnant Roland Kahle begeisterte durch seine Vielseitigkeit bei seinem Konzert im Max-Littmann-Saal in Bad Kissingen.Peter Klopf

"Gefallen fürs Volk und Vaterland", so lauteten die lapidaren Benachrichtigungen an die Familien, wenn einer ihrer Angehörigen im 1. oder 2. Weltkrieg gefallen war. Ein Ort der Trauer und zugleich ein Gedenken an ein Familienmitglied, das eine Lücke hinterließ, sind die vielen Soldatenfriedhöfe, die vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge errichtet und betreut werden.

Erschreckend, dass fast jede deutsche Familie einen ihrer Liebsten verlor. Auch Generationen später kann das Erinnern eine große wichtige Rolle spielen.

Der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge wurde im Dezember 1919 gegründet. Zunächst waren die Pflege und der Erhalt der Gräber des Ersten Weltkriegs Aufgaben des Vereins. Heute betreut der Volksbund 832 deutsche Kriegsgräberstätten beider Weltkriege. Insbesondere in Osteuropa werden beinahe 75 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs immer noch jährlich mehr als 20 000 gefallene deutsche Soldaten geborgen und auf Kriegsgräberstätten umgebettet, so der Volksbund.

Anlässlich des 100-jährigen Bestehens des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge fand ein Benefizkonzert mit dem Heeresmusikkorps Veitshöchheim (HMK) unter der musikalischen Leitung von Oberstleutnant Roland Kahle im Großen Saal des Regentenbaues statt. Schirmherr des Konzertabends war Landrat Thomas Bold , der zugleich stellvertretender Vorsitzender der Kriegsgräberfürsorge in Unterfranken ist. Er sagte: "Das Benefizkonzert soll dazu beitragen, dass wir unsere Aufgaben, wie Kriegsgräberfürsorge und die Pflege der Völkerverständigung und Völkerfreundschaft erfüllen können."

Mit einem abwechslungsreichen Programm aus Swing, Klassik und Filmmusik zeigten sich die rund 50 Musiker schon von Anfang an von ihrer besten Seite. Mit ansprechenden Arrangements und perfekter filigraner Interpretation, ließ das HMK keine Wünsche offen. Mal in großer Besetzung, mal in kleiner - nur mit Klarinetten und Flöten - von symphonischer Blasmusik bis zum Swing Glenn Millers, boten sie ein Feuerwerk bester konzertanter Blasmusik .

Mit der Ouvertüre zur komischen Oper "Donna Diana" von Emil Nikolaus von Reznicek, gelang ihnen der erste Wurf. Einen kleinen Ausschnitt aus dieser spritzigen Ouvertüre verwendete das ZDF als Erkennungsmelodie für sein Musikquiz "Erkennen Sie die Melodie?", das von 1969 bis 1985 ausgestrahlt wurde. Ein weiterer Höhepunkt war die symphonische Dichtung "Apollo 11" des Österreichers Otto M. Schwarz. Dieses mitreißende Werk ließ die Zuhörer dieses Ereignis Step by Step vom Countdown bis zur Landung auf dem Mond neu erleben. Eine fantastische musikalische Rückblende auf das historische Ereignis aus dem Jahr 1969, die einem das Gefühl vermittelte, als sei man selbst in der Raumfähre Apollo 11 gewesen.

Begleitet wird das Orchester an diesem Abend von der Sängerin Anja Stegmann. Die Stipendiatin des Richard-Wagner-Verbands Würzburg debütierte 2017 als Venus in Jacques Offenbachs Operette "Orpheus in der Unterwelt". Sie legte erst vor wenigen Monaten mit Bestnote ihre szenische Masterprüfung an der Würzburger Hochschule für Musik ab. Mit ihrer schönen sonoren klaren Stimme bestach Anja Stegmann mit Rusalka's "Song to the Moon" von Antonín Dvorák und auch zusammen mit Markus Lehmann mit dem Sinatra Song "Somthin" Stupid". Einen Auszug aus Frank Sinatras bekanntesten Songs interpretierte Markus Lehmann alleine.

Für Armin Engelbreit, Florian Bauer, Michael Heinlein und Tobias Kröckel, war das Konzert auch eine Rückkehr zu einer ihrer früheren Wirkungsstätten. Die vier Musiker waren früher Mitglieder des Jugendmusikkorps der Stadt Bad Kissingen , wo sie auch unzählige Male auf der Bühne im großen Saal standen. Noch zu nennen sei Thomas Althörn, der als Moderator immer schelmisch mit dem Publikum spielte, aber auch überaus kompetent durchs Programm führte. Stehende Ovationen und riesiger Applaus eines begeisterten Publikums waren verdient. Die Mitwirkenden zeigten fast drei Stunden lang gleichbleibende Leistungen und unterhielten durch ihr abwechslungsreiches und spannendes Programm. Mit der Nationalhymne endete das Konzert nach zwei Zugaben.

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